10 Smart Cities, IoT & Mobilität in Luxemburg im Jahr 2026
Luxemburg entwickelt sich 2026 zu einem führenden Zentrum für intelligente Städte in Europa. Das kleine Land setzt auf innovative IoT-Technologien und modernste Mobilitätslösungen, um seine urbanen Räume effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Mit EU-finanzierten Projekten und ambitionierten nationalen Strategien positioniert sich Luxemburg als lebendiges Labor für die Städte der Zukunft.
Die digitale Transformation des Landes umfasst 5G-Infrastruktur, künstliche Intelligenz und Edge-Computing-Lösungen. Diese Technologien ermöglichen innovative Anwendungen von automatisiertem Fahren bis zu intelligenten Energiesystemen. Die Regierung investiert massiv in digitale Infrastruktur und setzt ehrgeizige Ziele bis 2028 und 2030.
Warum Smart Cities in Luxemburg wichtig sind
Luxemburg nutzt seine kompakte Größe als strategischen Vorteil für schnelle Innovation. Die fortschrittliche digitale Infrastruktur und agile Governance ermöglichen es dem Land, neue Technologien in realen Umgebungen zu testen. Das nationale Interoperabilitätsrahmenwerk sorgt für nahtlose Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen und Ministerien.
Die Beteiligung an europäischen Initiativen wie GAIA-X und der European Blockchain Services Infrastructure stärkt Luxemburgs Position weiter. Bis 2030 strebt das Land an, alle Ziele der digitalen Dekade der EU zu erreichen, einschließlich 100% Online-Zugänglichkeit wichtiger Dienste. Die öffentlich-private Zusammenarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle.
10 Smart Cities, IoT & Mobility in Luxembourg in 2026
1. SmartSpires-Projekt am Belval Campus
Der Belval Campus wird durch die SmartSpires-Initiative in ein Smart City Living Lab verwandelt. Das 3,1 Millionen Euro teure Projekt wird von der EU-Fazilität „Connecting Europe” mitfinanziert und läuft über drei Jahre. Mindestens drei intelligente Türme werden mit 5G-Konnektivität, Edge-Computing-Kapazität und IoT-Sensoren ausgestattet.
Das Konsortium umfasst 5SKYE, Gcore, das Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) und Orange Luxembourg. Die intelligenten Türme dienen als Rückgrat für datenintensive Anwendungen und verbessern das urbane Management. Sensible Informationen werden näher an der Quelle verarbeitet, was Latenz reduziert und Energieverbrauch optimiert.
| Aspekt | Details |
| Investition | 3,1 Millionen Euro |
| Laufzeit | 3 Jahre (2025-2028) |
| Partner | 5SKYE, Gcore, LIST, Orange Luxembourg |
| Technologie | 5G, Edge Computing, IoT-Sensoren, KI |
| Standort | Belval Campus |
2. Automatisiertes Fahren bis 2028
Luxemburg verfolgt das ehrgeizige Ziel, bis 2028 als erstes europäisches Land automatisiertes Fahren landesweit einzuführen. Die im Oktober 2025 vorgestellte Strategie positioniert das Land als europäischen Hub für automatisierte Mobilität. Das fortschrittliche digitale Ökosystem und die Kultur der sektorübergreifenden Zusammenarbeit bilden die Grundlage.
Das Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten plant, in den kommenden Monaten ein Gesetz vorzulegen. Bei Genehmigung soll die kommerzielle Phase bis 2027 erreicht werden. Die Technologie wird verantwortungsvoll in das multimodale Verkehrssystem integriert, um Straßen sicherer zu machen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
| Aspekt | Details |
| Ziel | Landesweite Einführung bis 2028 |
| Gesetzgebung | Vorgesehen für 2025/2026 |
| Kommerzielle Phase | Ab 2027 |
| Vorteile | Sicherere Straßen, neue Jobs, zukunftsorientiert |
| Strategie | Integration in multimodales Verkehrssystem |
3. Digitaler Zwilling für Differdingen
Die Stadt Differdingen nutzt einen digitalen Zwilling, um bis 2030 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Das SmartCityHub des LIST unterstützt die Kommune bei der strategischen Platzierung von Elektrofahrzeug-Ladestationen basierend auf Nutzerverhalten und lokaler Solarenergieerzeugung. Diese virtuelle Nachbildung der Stadt überwacht Echtzeitaktivitäten und prognostiziert Veränderungen.
Der digitale Zwilling wird auch zur Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden, Parkraummanagement und Photovoltaik-Förderprogrammen eingesetzt. Die datengesteuerten KI-Technologien zeigen konkrete Auswirkungen auf lokale Entscheidungsfindung. Das Projekt demonstriert, wie Simulation und Zusammenarbeit zu intelligenteren, umweltfreundlicheren Entscheidungen führen.
| Aspekt | Details |
| Ziel | Netto-Null-Emissionen bis 2030 |
| Technologie | Digitaler Zwilling, KI, Simulation |
| Anwendungen | E-Mobilität, Energieeffizienz, Parkmanagement |
| Partner | LIST, Stadt Differdingen |
| Datenquelle | Nutzerverhalten, Solarenergieerzeugung |
4. BISTWIN-Mobilitätsplanung in Bissen
Das BISTWIN-Projekt hat einen hochmodernen Mobilitäts-Digitalen-Zwilling für die Industriezone Bissen entwickelt. Das vom Luxembourg Institute of Science and Technology geleitete Projekt setzt neue Standards für datengesteuerte, nachhaltige Verkehrsplanung. Eine Elektro-Shuttle-Linie zwischen dem Bahnhof Mersch und Bissens Industriegebieten wurde simuliert.
Die Ergebnisse zeigten, wie kleine Anpassungen bei Fahrgeschwindigkeit, Ladestrategie oder Flottengröße Zuverlässigkeit verbessern und Energieverbrauch senken können. Die Mobilitätsmodelle wurden auf einer Open-Source-Plattform öffentlich zugänglich gemacht. Forscher, lokale Planer und Startups können die Arbeit des Projekts wiederverwenden und erweitern.
| Aspekt | Details |
| Projektname | BISTWIN (Mobility Digital Twin) |
| Partner | LIST, Stadt Bissen, Emile Weber |
| Anwendung | Elektromobilität, Verkehrsoptimierung |
| Verfügbarkeit | Open-Source-Plattform |
| Nächste Schritte | Integration von Energie- und Umweltdimensionen |
5. Modernisierung des Bus-Telematiksystems
INIT übernimmt die landesweite Modernisierung des Global Telematics System (GloTel) in Luxemburg. Der neue Vertrag mit der Administration of Public Transport umfasst die Hardwareausstattung von 1.700 Bussen und Betrieb über fünf Jahre. Das Intermodal Transport Control System wird auf die nächste Generation MOBILE-ITCS nextGen migriert.
Eine Funkdatenübertragungseinheit zur Anforderung von Ampelpriorität wird neu eingeführt und in allen Bussen installiert. Dies ermöglicht es Bussen, Vorrang vor Privatfahrzeugen an Ampeln anzufordern und reduziert Wartezeiten. LED-Matrix-Displays an zahlreichen Haltestellen informieren Fahrgäste in Echtzeit über die nächsten Abfahrten.
| Aspekt | Details |
| Fahrzeuge | 1.700 Busse |
| Vertragslaufzeit | 5 Jahre |
| Technologie | MOBILE-ITCS nextGen, Ampelpriorität |
| System | Multi-Client-System in privater Cloud |
| Vorteile | Reduzierte Wartezeiten, Echtzeit-Information |
6. Digitalisierung der Fahrgastinformation
Ein Pilotprojekt in den Nordstad-Gemeinden verbessert seit Juli 2024 die Echtzeitinformation an 150 Bushaltestellen. Durch Scannen eines QR-Codes mit dem Smartphone gelangen Nutzer zu einer Webseite mit Abfahrten in Echtzeit, Fahrplänen und Reiseplaner. Das Projekt zielt darauf ab, unabhängig vom Abfahrtsort in Luxemburg die gleiche Informationsqualität zu bieten.
Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt wurden im September 2024 ausgewertet. Eine Implementierung des QR-Codes an allen 3.700 Haltestellen des RGTR-Netzwerks war für 2025 vorgesehen. Das System bietet auch Informationen zu Störungen und eine Kontakt- und Feedback-Seite.
| Aspekt | Details |
| Pilotphase | Nordstad-Gemeinden, 150 Haltestellen |
| Technologie | QR-Code, Web-basierte Information |
| Funktionen | Echtzeitabfahrten, Fahrpläne, Reiseplaner |
| Erweiterung | 3.700 Haltestellen RGTR-Netzwerk |
| Start | Juli 2024 |
7. GovCloud für souveräne Datenhaltung
Der öffentliche Sektor nutzt zunehmend die GovCloud, eine souveräne, leistungsstarke Cloud-Umgebung, die vom CTIE entwickelt wurde. Sie ermöglicht flexibles, sicheres und skalierbares Hosting digitaler Dienste unter Einhaltung der EU-Datensouveränitätsstandards. Der Staat investiert in hybride IT-Modelle, die private Cloud-Lösungen mit öffentlichen Cloud-Angeboten vertrauenswürdiger europäischer Anbieter kombinieren.
Das Luxembourg National Interoperability Framework stellt sicher, dass Daten und Systeme verschiedener Ministerien effektiv kommunizieren können. Cybersicherheitsmaßnahmen werden durch GovCERT und das Interministerielle Komitee für Informationssicherheit verstärkt. Die Cloud-First-Politik ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Transformation.
| Aspekt | Details |
| Plattform | GovCloud (CTIE) |
| Standards | EU-Datensouveränität |
| Architektur | Hybride IT-Modelle |
| Sicherheit | GovCERT, Interministerielles Komitee |
| Vorteile | Flexibilität, Sicherheit, Skalierbarkeit |
8. Smart City Living Lab am Belval
Das vom LIST betriebene Smart City Living Lab dient als Experimentierplattform zum Testen und Skalieren neuer 5G-fähiger urbaner Lösungen. Vier zentrale Smart-City-Anwendungsfälle werden in enger Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern entwickelt. 5G und Edge-Computing verbessern den öffentlichen Verkehr und das Verkehrsmanagement.
Crowd-Analytics steigern die öffentliche Sicherheit und Stadtplanung durch Echtzeitanalyse von Menschen- und Verkehrsfluss. Abfallwirtschaftsdienste nutzen IoT-Sensoren zur Optimierung von Sammlungen und Recyclingprozessen. Die Anwendungsfälle zeigen, wie europäische Städte durch skalierbare, effiziente Infrastrukturinnovation intelligentere, vernetztere Gemeinschaften aufbauen können.
| Aspekt | Details |
| Betreiber | LIST (Luxembourg Institute) |
| Anwendungen | ÖPNV, Crowd-Analytics, Abfallwirtschaft |
| Technologie | 5G, Edge-Computing, IoT-Sensoren |
| Ziel | Testen und Skalieren urbaner Lösungen |
| Reichweite | Modell für europäische Städte |
9. SmartCityHub und CitCom.ai
Das SmartCityHub ist eine experimentelle Umgebung zur Unterstützung luxemburgischer Gemeinden bei der digitalen Transformation. Als Teil des CitCom.ai Testing and Experimentation Facilities (TEF) Projekts wird es von der Europäischen Kommission und dem luxemburgischen Wirtschaftsministerium kofinanziert. Das SmartCityHub ist die einzige TEF-Einrichtung in Luxemburg und soll lokale Regierungen bis 2027 und darüber hinaus unterstützen.
KI kann helfen, Verkehrsflüsse zu modellieren, Abfallsammelrouten zu optimieren und Energieinfrastruktur basierend auf realem Verbrauch zu planen. Der digitale Zwilling als virtuelle Nachbildung der Stadt kann Echtzeitaktivitäten überwachen und Szenarien simulieren. Diese Tools ermöglichen es Gemeinden, potenzielle Auswirkungen von Entscheidungen zu bewerten, bevor sie umgesetzt werden.
| Aspekt | Details |
| Programm | CitCom.ai TEF |
| Finanzierung | EU-Kommission, Wirtschaftsministerium |
| Laufzeit | Bis 2027 und darüber hinaus |
| Funktionen | Verkehrsmodellierung, Energieplanung, KI |
| Status | Einzige TEF-Einrichtung in Luxemburg |
10. Intelligente Gebäude und Energiesysteme
Intelligente Gebäude tragen zur Reduzierung des Energiebedarfs, zur Senkung der CO2-Emissionen und zur Verbesserung der Netzflexibilität durch optimierten Energieverbrauch bei. Das Projekt „Klimabank an nohaltegt Wunnen” fördert nachhaltiges Bauen und energetische Sanierung von Wohngebäuden. Seit Januar 2017 muss jeder Neubau in Luxemburg einem Gebäude mit nahezu null Energieverbrauch entsprechen.
Building Energy Management Systems (BEMS) und andere technische Ausrüstung werden durch Smart-Building-Lösungen erweitert. Diese Lösungen sind benutzerfreundlich und bieten erwartete Raumluftqualität sowie Nutzerkomfort. Der Smart Readiness Indicator bewertet die intelligente Bereitschaft von Gebäuden und deren Integration erneuerbarer Energiequellen.
| Aspekt | Details |
| Initiative | Klimabank an nohaltegt Wunnen |
| Standard | Nahezu null Energieverbrauch (seit 2017) |
| Technologie | BEMS, IoT, erneuerbare Energien |
| Bewertung | Smart Readiness Indicator |
| Ziele | CO2-Reduktion, Netzflexibilität, Nutzerkomfort |
Luxemburgs Weg zur digitalen Nation
Luxemburg strebt bis 2030 an, alle Ziele der digitalen Dekade der EU zu erfüllen oder zu übertreffen. Dies umfasst 100% Online-Zugänglichkeit wichtiger Dienste und vollständige Einführung digitaler Identitäten über alle Sektoren hinweg. Die Transformation des öffentlichen Sektors erfolgt durch strategische Vision, konsequente Investitionen und Fokus auf Nutzerzentrierung.
Das GovTech Lab Luxembourg ist ein Innovations-Inkubator, der mit Startups und akademischen Einrichtungen zusammenarbeitet, um nutzerzentrierte digitale Lösungen zu entwickeln. Die Beteiligung an europäischen Initiativen wie GAIA-X, EBSI und Once-Only-Principle-Projekten stärkt Luxemburgs Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der digitalen Governance in der EU. Die öffentlich-private Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg dieser Transformation.
