5 Drohnenbasierte Pilotprojekte zur Stadtüberwachung in Österreich (neue Forschung)
Österreich etabliert sich als europäischer Vorreiter bei der Integration von Drohnen in die städtische Überwachung. Mit strengen EU-Regularien als Rahmen nutzen Behörden und Forschungseinrichtungen diese Technologie, um Sicherheit, Infrastrukturschutz und effiziente Stadtverwaltung zu verbessern. Hier sind fünf wegweisende Pilotprojekte, die aktuell die Zukunft der urbanen Drohnenüberwachung in Österreich prägen:
1. Frontex-Pilotprojekt: Grenzüberwachung mit österreichischer Expertise
Ziel: Entwicklung eines EU-weiten Standards für Drohneneinsätze an Außengrenzen
Technologie: DJI-Drohnen mit Echtzeit-Überwachungssystemen
Durchführung: Acht spezialisierte österreichische Polizeikräfte leiten seit Januar 2024 Missionen in Nordmazedonien. Die Drohnen überwachen das Grenzgebiet Bogorodica zur griechischen Grenze und liefern Daten für ein zukünftiges EU-Handbuch zur Grenzsicherung.
Projektmerkmale im Überblick:
| Parameter | Beschreibung |
| Einsatzort | Nordmazedonien (griechische Grenze) |
| Dauer | 2 Monate (Start: Jänner 2024) |
| Technologie | DJI-Drohnen mit HD-Kameras und Nachtsicht |
| Ergebnis | Handbuch für EU-Grenzschutzeinsätze |
2. Gas Connect Austria: Pipeline-Monitoring mit Drohnentechnologie
Ziel: Automatisierte Überwachung von Gasinfrastrukturen
Technologie: KI-gestützte Drohnen mit Multisensorik
Innovation: Das Projekt analysiert mittels künstlicher Intelligenz Drohnendaten, um strukturelle Veränderungen an Pipelines frühzeitig zu erkennen. Die Drohnen fliegen regelmäßige Kontrollrouten und liefern Echtzeit-Daten an die Zentrale, was manuelle Inspektionen reduziert.
Technische Spezifikationen:
| Funktion | Umsetzung |
| Schadenserkennung | KI-Algorithmen vergleichen Ist- und Soll-Zustand |
| Sensoren | Wärmebildkameras, Laserscanner, HD-Video |
| Reaktionszeit | 30% schneller als manuelle Inspektion |
| Kosteneffizienz | 40% Ersparnis gegenüber herkömmlichen Methoden |
3. Drohnenbergwacht: Urbanes Rettungswesen neu definiert
Einsatzgebiete: Wien, Niederösterreich, Burgenland
Innovation: Spezialdrohnen mit medizinischer Notfallausrüstung erreichen Einsatzorte bis zu 50% schneller als bodengebundene Rettungskräfte. Die Drohnen transportieren Defibrillatoren, Erste-Hilfe-Pakete und ermöglichen via Live-Videoübertragung die Fernanleitung durch Notärzte.
Praxiserfolge 2024:
- 120 dokumentierte Einsätze in Wien
- Durchschnittliche Ankunftszeit: 3,7 Minuten
- 17 nachweislich gerettete Leben durch schnelle Defibrillator-Lieferung
4. Drone Risk Austria: Sicherheitsmanagement für Stadtlufträume
Konsortium: FH Kärnten, UBIMET, Austro Control, Frequentis
Funktion: Risikobewertungsplattform für Drohnenflüge in urbanen Gebieten
Technologie: Integriert Echtzeit-Wetterdaten, Luftverkehrsinformationen und Bodenrisiken in einer KI-gestützten Analyse. Das System warnt automatisch vor Kollisionsgefahren und erstellt Sicherheitsprofile für Flugrouten.
Risikofaktoren-Bewertung:
| Risikokategorie | Überwachungsparameter |
| Wetter | Windgeschwindigkeit, Niederschlag, Sichtweite |
| Luftraum | Flugzeugbewegungen, andere Drohnen |
| Boden | Bevölkerungsdichte, sensible Infrastrukturen |
5. Vienna Urban Sky Monitoring: KI-basierte Stadtraumüberwachung
Anbieter: PSM Austria
Technologie: 24/7-Drohnenpatrouillen mit KI-gestützter Bewegungsanalyse
Funktionen:
- Automatisierte Erkennung von Sicherheitsvorfällen in Echtzeit
- 360°-Liveübertragung an Einsatzzentralen
- Integration mit bestehen Sicherheitssystemen wie Alarmanlagen
Einsatzstatistik 2025:
| Anwendungsbereich | Erfolgsrate |
| Veranstaltungsschutz | 92% weniger Sicherheitsvorfälle |
| Baustellenüberwachung | 67% reduzierte Diebstähle |
| Infrastrukturschutz | 100% Erkennungsrate bei Sabotageversuchen |
Rechtliche Rahmenbedingungen und Datenschutz
Die EU-Drohnenverordnung (EU 2019/947) bildet die Grundlage für alle urbanen Drohneneinsätze. Zusätzliche Regelungen in Österreich umfassen:
- Flugverbotszonen: Reduzierung auf 1,5 km Radius um unkontrollierte Heliports seit Mai 2025
- Datenschutz: Strikte Beschränkungen bei Videoaufnahmen im öffentlichen Raum
- Genehmigungspflicht: Für Drohnen über 250g in Stadtgebieten erforderlich
Zukunftsperspektiven: U-Space und urbane Luftmobilität
Österreich treibt mit Projekten wie “Austro Control Dronespace” die Integration von Drohnen in den städtischen Luftraum voran.
Geplant ist bis 2026:
- Automatisierte Flugfreigaben via App
- Echtzeit-Luftraumüberwachung durch Austro Control
- Digitale Flugplanung mit Konfliktfrüherkennung
Die Drohnentechnologie wird urbane Sicherheit und Infrastrukturmanagement nachhaltig verändern. Mit strengen Datenschutzregelungen und klaren Einsatzprotokollen bietet Österreich ein Modell für den verantwortungsvollen Einsatz dieser Zukunftstechnologie.
