Intelligente Städte

5 Wege, wie Wien KI und Big Data für urbane Innovationen nutzt

Wien setzt Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data gezielt ein, um Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Verwaltungseffizienz zu steigern. Als führende Smart City Europas nutzt die Stadt Daten und Algorithmen, um innovative Lösungen für urbane Herausforderungen zu entwickeln. Hier sind fünf konkrete Anwendungsbereiche:

1. KI-gestützte Stadtplanung

Das City Intelligence Lab (CIL) am Austrian Institute of Technology (AIT) nutzt KI, um nachhaltige Quartiere zu entwerfen.

Algorithmen simulieren dabei:

  • Mobilitätsströme
  • Energieverbrauch
  • Soziale Interaktionen

Diese Modelle helfen Planern, Gebäudeanordnungen und Grünflächen zu optimieren – etwa um Begegnungszonen zu fördern oder Hitzeinseln zu reduzieren. Zudem erstellt Wien einen digitalen Zwilling der Stadt (City Digital Twin), der Echtzeitdaten mit Geoinformationen kombiniert.

Dieser ermöglicht:

  • Simulation von Verkehrsszenarien
  • Klimaresilienz-Analysen
  • Ressourcenplanung für neue Stadtteile.

Beispielprojekt:

Anwendung Ziel Status
3D-Referenzmodelle Automatisierte Bauprüfungen In Umsetzung
Algorithmische Quartiersgestaltung Förderung sozialer Aktivität Pilotphase

2. Effizientere Verwaltung durch WienKI

Der KI-Assistent WienKI unterstützt 70.000 Stadtbedienstete mit:

  • Schnellen Antworten auf Prozessfragen („Wie reiche ich Dienstreisen ein?“)
  • Analyse von Dokumenten via BYOC (Bring Your Own Content)
  • Automatisierter Zusammenfassung von Rechtsdokumenten.

Technisch basiert WienKI auf Microsoft Azure Red Hat OpenShift und nutzt Large Language Models (LLMs).

Besonderheit: Ein „KI-Kompass“ stellt sicher, dass:

  • Menschen finale Entscheidungen treffen
  • Ethische Richtlinien eingehalten werden
  • Datenhoheit bei der Stadt bleibt.

Schulungsformat:

  • KITT (Künstliche Intelligenz Tipps & Tricks): Regelmäßige Workshops für Mitarbeiter
  • Promptogether: Praxistraining für KI-Tools.

3. Datenplattform smartdata.wien

Die offene Urban Data Platform sammelt Echtzeitdaten aus ganz Wien:

  • Sensoren (Temperatur, Luftqualität)
  • Mobilitätsdaten (Carsharing-Standorte, Fahrradverfügbarkeit)
  • Gebäude-Energieverbrauch.

Technisch nutzt die Plattform FIWARE (Open Source) und folgt den Minimum Interoperability Mechanisms (MIMs) für globale Kompatibilität.

Die Daten stehen:

  • Bürgern zur freien Nutzung
  • Unternehmen für Entwicklung neuer Services
  • Forschern für städtische Studien.

Datenquellen im Überblick:

Datenkategorie Anwendungsbeispiel
IoT-Sensoren Umweltmonitoring in Echtzeit
Verkehrsströme Optimierung von Ampelschaltungen
Energieverbrauch Identifikation von Sanierungsbedarf

4. Nachhaltige Stadtentwicklung

KI-Modelle analysieren Wiener Daten, um:

  • Klimaziele umzusetzen: Vorhersage von Energiebedarf in Stadtteilen.
  • Ressourcen zu sparen: Optimierung von Wasser- und Stromnetzen.
  • Kreislaufwirtschaft zu fördern: KI-gestütztes Abfallmanagement.

Projekte wie Smarter Together (EU-Initiative mit Lyon/München) nutzen diese Daten, um Sanierungsstrategien für Gebäude zu entwickeln – mit Zielen wie:

  • 40% weniger CO₂-Ausstoß bis 2030
  • 50% Anteil erneuerbarer Energie.

5. Kulturelles Erbe bewahren

Das Projekt „Big Data und das Gebaute Erbe Wiens“ nutzt KI, um Wiener Gemeindebau-Architektur digital fortzuführen:

  • Neuronale Netze werden mit historischen Plänen von 400 Gemeindebauten trainiert
  • Algorithmen generieren neue, kulturell angepasste Entwürfe
  • Architekten nutzen diese als Inspiration für zeitgemäße Wohnprojekte.

Ziel ist es, das typische Wiener Stadtbild mit modernen Anforderungen (Barrierefreiheit, Energieeffizienz) zu verbinden – und so sozialen Wohnbau zukunftsfähig zu gestalten.

Fazit: Wien als Modell für digitale Humanität

Wien beweist, dass KI und Big Data nicht nur Effizienz steigern, sondern auch Lebensqualität und Gemeinwohl fördern.

Zentrale Erfolgsfaktoren sind:

  • Ethische Leitplanken (Wiener Manifest für Digitalen Humanismus)
  • Bürgerzentrierte Technik (z. B. offene Datenplattform)
  • Pragmatische Umsetzung (Pilotprojekte mit klaren Zielen)

Mit diesem Ansatz setzt die Stadt internationale Maßstäbe – und zeigt, wie digitale Innovationen dem Menschen dienen können.