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Luxemburg reicht offizielle Bewerbung für die Ausrichtung des Tour de France 2028 Grand Départ ein

Die formelle Anfrage, unterstützt durch ein Budget von 12,5 Millionen Euro, wurde dem Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme, vom luxemburgischen Sportminister Georges Mischo und dem Wirtschaftsminister Lex Delles am 26. September 2024 vorgelegt.

Veranstaltung: Grand Départ der Tour de France 2029 (Der Große Start).

  • Offizielles Budget: 12,5 Millionen Euro, zu finanzieren durch den Staat.
  • Vorgeschlagene Etappen: Drei separate Etappen, einschließlich eines möglichen Prologs in Luxemburg-Stadt, einer Etappe, die die vielfältigen Landschaften des Landes durchquert, und einer dritten Etappe, die in Schengen beginnt, einem symbolischen Ort der europäischen Einheit.

Letzter Grand Départ im Luxemburg: 2002.

Hauptziel: Die weltweite Plattform des Tours nutzen, um den Tourismus anzukurbeln, das Radfahren als nachhaltiges Transportmittel zu fördern und die legendären Nationalhelden des Radsports zu ehren.

Die formelle Präsentation an die ASO

In einer Geste, die ein ernsthaftes Interesse signalisiert, hat die luxemburgische Regierung eine detaillierte und überzeugende Vision der Amaury Sport Organisation (ASO), den Organisatoren der Tour de France, vorgelegt. Die Bewerbung zielt darauf ab, das berühmteste Radrennen der Welt in ein Land zurückzubringen, das eine tiefe und historische Verbindung zu diesem Sport hat.

Bei Erfolg wäre es das erste Mal seit 2002, dass das Großherzogtum den Grand Départ ausrichtet. Das Land war zuletzt 2017 im Tour de France vertreten, als es den Start der 4. Etappe in Mondorf-les-Bains beherbergte.

„Die Tour de France ist mehr als ein Radrennen; es ist ein globales Festival und Teil unseres kulturellen Erbes“, erklärte Sportminister Georges Mischo bei der offiziellen Pressekonferenz. „Diese Bewerbung gilt für alle Einwohner Luxemburgs, für die Tausenden von Fans, die die Straßen säumen, und für die nächste Generation, die wir hoffentlich inspirieren.“

Der vorgeschlagene Dreierplan für die Etappen

Der vorgeschlagene Plan ist strategisch konzipiert.

  • Ein Prolog/Eröffnungs-Etappe in Luxemburg-Stadt: Dies wäre wahrscheinlich ein kurzes Einzelzeitfahren, das die UNESCO-Weltkulturerbestätten hervorhebt, mit mittelalterlichen Festungen und moderner Architektur im Finanzzentrum.
  • Eine vollständige Etappe durch das Großherzogtum: Eine Route, die die vielfältige Topografie Luxemburgs betont, von den Ardennenwäldern im Norden bis zu den „Rotalten“ im Süden, und die industrielle Vergangenheit des Landes ehrt.
  • Ein Etappenstart in Schengen: Diese Wahl ist hochgradig symbolisch und nutzt die Bekanntheit des kleinen Dorfes als Wiege des Schengener Abkommens, das die Freizügigkeit in weiten Teilen Europas ermöglicht. Ein Start hier würde eine Botschaft der europäischen Einheit und Zusammenarbeit unterstreichen.

Finanzielle Aspekte und erwartete Erträge

Die Regierung hat ein Budget von 12,5 Millionen Euro für die Sicherung und Organisation des Events zugewiesen. Obwohl es sich um eine erhebliche Investition handelt, versichern die Verantwortlichen, dass die wirtschaftlichen und promotiven Erträge die Kosten bei Weitem übersteigen.

Wirtstadt/Region Jahr Geschätzte öffentliche Kosten Quelle
Bilbao, Baskenland 2023 12,2 Millionen Euro Cyclismactu.net
Kopenhagen, Dänemark 2022 11,3 Millionen Euro (84 Millionen DKK) The Local Denmark
Luxemburg (Vorgeschlagen) 2029 12,5 Millionen Euro Gouvernement.lu

Der wirtschaftliche Impact ist ein Schlüsselfaktor hinter der Bewerbung. Der Grand Départ zieht in der Regel einen massiven Zustrom von Touristen, Medien und Team-Personal über mehrere Tage an und generiert erhebliche Einnahmen für den Hotellerie-Sektor. Eine Studie von 2018 der University of Huddersfield zum Grand Départ von 2014 in Yorkshire, Großbritannien, ergab, dass das Event etwa 102 Millionen Pfund (120 Millionen Euro) für die regionale Wirtschaft generierte. Die luxemburgische Regierung erwartet einen ähnlich positiven Effekt, wenn auch proportional.

Wirtschaftsminister Lex Delles betonte diesen Punkt und erklärte: „Die Organisation des Grand Départs ist eine einzigartige Gelegenheit, Luxemburg der Welt zu präsentieren. Der mediale Impact ist enorm und erreicht Hunderte Millionen von Zuschauern. Es ist eine unschätzbare Werbung für unser Land als vielfältiges und attraktives Reiseziel.“ (Paraphrasiert aus RTL Today).

Ein tief verwurzelter Rad-Erbe

Die luxemburgische Bewerbung dreht sich nicht nur um Wirtschaft; es ist ein Aufruf an die Geschichte. Diese Nation mit über 660.000 Einwohnern hat eine bemerkenswerte Linie von Rad-Champions hervorgebracht, was ihr Legitimität als eines der Zentren des Sports verleiht.

  • Charly Gaul (1932-2005): Bekannt als der „Engel der Berge“, gewann Gaul die Tour de France 1958 und bleibt ein Nationalheld.
  • Fränk und Andy Schleck: Die Brüder Schleck sorgten in den 2000er und 2010er Jahren für Action im Tour, wobei Andy Schleck rückwirkend den Sieg der Tour de France 2010 zugesprochen wurde.
  • Aktuelle Generation: Fahrer wie Bob Jungels und Christine Majerus tragen weiterhin die luxemburgische Flagge auf höchstem Niveau im Profiradsport.
  • Dieses Erbe schafft eine starke Erzählung für die Bewerbung und gewährleistet lokalen Enthusiasmus.

Der weitere Weg: Konkurrenz und Entscheidung

Obwohl Luxemburg ein solides Dossier vorlegt, gibt es Konkurrenz. Die ASO erhält in der Regel mehrere Bewerbungen für jeden Grand Départ. Städte in den Niederlanden, Belgien und potenziell im Vereinigten Königreich sind oft im Rennen für Starts außerhalb Frankreichs. Der Entscheidungsprozess ist langwierig, mit ASO-Beamten, die Vor-Ort-Besuche durchführen und die logistischen, finanziellen und sportlichen Vorzüge jeder Vorschlag bewerten.

Eine endgültige Entscheidung über den Wirt des Grand Départs 2029 wird bis 2026 oder 2027 erwartet. Bei Erfolg hat Luxemburg mehrere Jahre, um Straßen, Infrastruktur und Sicherheit für ein Event dieser Größenordnung vorzubereiten.

Die luxemburgische Bewerbung, den Grand Départ der Tour de France 2029 auszurichten, ist ein selbstbewusster und gut strukturierter Vorschlag, der auf den Stärken der Nation aufbaut: ihrer reichen Rad-Geschichte, ihrer symbolischen Lage im Herzen Europas und ihrer Fähigkeit, Weltklasse-Events zu organisieren. Die Investition von 12,5 Millionen Euro ist ein kalkulierter Schritt, um globale Aufmerksamkeit zu erregen, wirtschaftliche Aktivitäten anzukurbeln und die Leidenschaft für den Radsport in einem Land neu zu entfachen, das so viel zu diesem Sport beigetragen hat. Die Radwelt wird nun mit großem Interesse verfolgen, wie die ASO diesen überzeugenden Pitch des Großherzogtums bewertet.