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Real Madrid 2 Barcelona 1: Yamals große Worte gehen nach hinten los, als Bellingham den Clasico-Sieg besiegelt

Etwa zehn Minuten später schien Kylian Mbappé ein Traumtor erzielt zu haben – ein wuchtiger Volley aus der Distanz nach einem Ballgewinn durch Arda Güler. Doch wieder Pech für Madrid: Der Franzose stand hauchdünn – wirklich hauchdünn – im Abseits.

Aber die Hausherren ließen sich nicht beirren. Nach einem perfekten Pass von Jude Bellingham schob Mbappé den Ball flach ins Netz – und diesmal zählte der Treffer.

Madrid dominierte völlig, während Barcelona kaum ins Spiel fand, bis ein Fehler von Güler den Gästen die Möglichkeit gab, durch Fermín López nach einer Vorlage von Marcus Rashford auszugleichen.

Dies war das erste Clásico in der 123-jährigen Geschichte, bei dem auf beiden Seiten ein englischer Spieler stand – und Bellingham war noch nicht fertig. Noch vor der Pause brachte er Madrid mit einem Treffer aus kurzer Distanz wieder in Führung, nachdem Éder Militão den Ball quergelegt hatte.

Gleich nach der Pause gab es erneut VAR-Drama. Nach einem Handspiel von Eric García im Strafraum entschied der Schiedsrichter nach Videobeweis auf Elfmeter. Mbappé trat an, doch Wojciech Szczęsny hielt überragend.

Man hätte denken können, dass dies Barcelona Auftrieb gibt, aber die Mannschaft von Hansi Flick (der eine Sperre absaß und von der Tribüne zusah) enttäuschte über weite Strecken.

Pedri sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot, was zu hitzigen Szenen zwischen den Trainerbänken führte – sogar die Polizei musste eingreifen. Madrids Ersatzkeeper Andrij Lunin wurde ebenfalls vom Platz gestellt.

Der Sieg von Xabi Alonsos Mannschaft vergrößert den Vorsprung in La Liga auf fünf Punkte nach zehn Spieltagen der Saison 2025/26.

Madrids Fahrt mit der VAR-Achterbahn

Schiedsrichterentscheidungen haben viele der letzten Clásicos geprägt – überraschend war diesmal nur, wie früh sie begannen.
Vinicius Jr. glaubte nach zwei Minuten, durch Yamal gefoult worden zu sein. Nach einem langen Check entschied Soto Grado jedoch, dass Yamal den Ball gespielt und von Vinicius getroffen worden war. In Bernabéu erklangen sofort die bekannten Gesänge: „Negreira! Negreira!“ und „Korruption im Verband!“.

Zehn Minuten später folgte der nächste Aufreger: Mbappé traf per Halbvolley aus der Distanz, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen. Die Entscheidung hing davon ab, ob Arda Güler oder Fermín López den letzten Ballkontakt hatte. Das halbautomatische Abseitssystem zeigte, dass es extrem knapp war.
Umso größer war die Erleichterung, als Mbappé in der 22. Minute dann wirklich traf – nach einem Traumpass von Bellingham durch Barcelonas Abwehrlinie hindurch. Kein Abseits diesmal – das Bernabéu atmete auf, als der Schiedsrichter zum Anstoß pfiff.

Kurz nach der Pause folgte der nächste VAR-Moment: Nach einem abgefälschten Pass von Bellingham sprang der Ball von Garcías Hand, und Soto Grado entschied auf Elfmeter. Doch Szczęsny parierte Mbappés Schuss erneut stark.

Yamals großes Mundwerk fliegt ihm um die Ohren

Vor dem Anpfiff hatte Yamal bei einem Livestream der Kings League von Gerard Piqué gewitzelt, Madrid seien „Jammerer und Diebe“. Dazu postete er alte Fotos von Real-Fans, die ihn beim letzten Treffer im Bernabéu beleidigt hatten.
Nichts allzu Ernstes, aber genug, um den Madrilenen zusätzliche Motivation zu geben.

Schon nach zwei Minuten war Yamal in eine brenzlige Szene verwickelt, die beinahe zu einem Elfmeter geführt hätte. Jedes Mal, wenn er den Ball berührte, wurde er ausgepfiffen – und wenn er ihn verlor, jubelten die Heimfans.
Er hatte im Angriff kaum Einfluss, verlor achtmal den Ball und brachte nur einen Dribbling-Versuch durch. Linksverteidiger Álvaro Carreras hatte ihn im Griff. Im zweiten Durchgang schoss Yamal einmal weit über das Tor – was im Bernabéu lautstark gefeiert wurde.

Währenddessen lieferten Mbappé und Bellingham Spitzenleistungen ab. Yamal bleibt ein Riesentalent, doch dieses Clásico war eine Lehrstunde für ihn – auf und neben dem Platz.

Ist Bellingham zurück?

Bellingham hätte sich keinen besseren Moment aussuchen können, um seine Form wiederzufinden.
Nach einer enttäuschenden letzten Saison, die auch von Carlos Ancelottis schwächerem Madrid geprägt war, blühte der Engländer nun wieder auf. Seine Schulteroperation im Sommer scheint Wirkung zu zeigen.

Sein Pass zum 1:0 war millimetergenau, sein Treffer kurz vor der Pause typisch für den Bellingham aus seiner 23-Tore-Saison 2023/24. Auch das Handspiel, das zum Elfmeter führte, entstand nach seiner starken Aktion.
Zwar wurde sein zweiter Treffer wegen Abseits aberkannt, doch seine Präsenz und Energie waren deutlich spürbar – ein klarer Unterschied zu seinem schwachen Auftritt gegen Atlético Madrid zuvor.

Alonsos cleveres Mittelfeld

Madrid besetzte das Zentrum taktisch intelligent. Mbappé band die Innenverteidiger, Vinicius Jr. hielt die Breite links, während Bellingham und Güler flexibel rochierten. Beim 1:0 tauschten Camavinga und Bellingham geschickt ihre Rollen – der Engländer drehte sich aus dem Druck heraus und legte Mbappé mustergültig auf.

Barcelonas Pressingprobleme traten deutlich hervor. Alonso ließ seine Mannschaft im zweiten Durchgang tiefer stehen und auf Konter lauern – mit Erfolg. Trotz eines späten Sturmlaufs mit Araujo als Mittelstürmer blieb Barcelonas Druck wirkungslos.

Wie schlimm steht es um Barca?

Ersatzcoach Marcus Sorg brachte spät Casadó und Araujo für Torres und García – eine verwirrende Maßnahme, die selbst de Jong am Spielfeldrand irritierte. Rashford rückte ins Zentrum, López auf den Flügel, doch nichts änderte sich.

Barcelonas Spiel war planlos und fehlerhaft – eine Fortsetzung der unsteten Leistungen der letzten Wochen. Flicks Sperre half auch nicht, und die Verletzungen von Lewandowski, Dani Olmo und Raphinha sind weitere Probleme. Dennoch wirkt die Mannschaft mental und taktisch instabil.

Xabi Alonsos Entscheidungen dagegen zahlten sich aus. Real Madrid war klar überlegen und hat nun fünf Punkte Vorsprung – ein wichtiger Schritt in Richtung Titel.

Wie geht es weiter?

Für Real Madrid: Samstag, 1. November – Valencia (Heim), La Liga, 20:00 Uhr (UK)
Für Barcelona: Sonntag, 2. November – Elche (Heim), La Liga, 17:30 Uhr (UK)