Erneuerbare EnergienNachhaltigkeit

Erneuerbare Energien für Privathaushalte in Deutschland: Solarenergie, Wärmepumpen und erschwingliche grüne Produkte

Strom vom eigenen Dach klingt gut. Günstige Wärme aus der Außenluft auch. In der Praxis stellt sich aber schnell eine andere Frage: Welche Technik passt wirklich zum eigenen Haus?

Nicht jeder Haushalt braucht sofort eine große Solaranlage, einen Speicher und eine neue Heizung. Manchmal bringt ein Balkonkraftwerk mehr als eine überteuerte Komplettlösung. In anderen Gebäuden liegt das größte Sparpotenzial bei der Heizung oder beim Warmwasser.

Erneuerbare Energien fürs Eigenheim in Deutschland reichen deshalb von kleinen Steckersolargeräten bis zur Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe. Auch günstige Produkte wie Rohrdämmungen, Strommessgeräte oder sparsame Duschköpfe können spürbar helfen.

Der beste Startpunkt ist immer derselbe: erst den Verbrauch prüfen, dann investieren. Wer diese Reihenfolge umdreht, kauft schnell zu groß, zu teuer oder am tatsächlichen Bedarf vorbei.

Warum der Energieverbrauch zu Hause genauer betrachtet werden sollte

Private Haushalte verbrauchten 2024 rund 625 Terawattstunden Endenergie. Das war mehr als ein Viertel des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs.

Der größte Anteil entfiel nicht auf Computer, Fernseher oder Beleuchtung. Mehr als zwei Drittel der Energie nutzten Haushalte für die Raumwärme. Warmwasser kommt noch hinzu.

Genau hier liegt der größte Hebel. Wer nur alte Glühlampen austauscht, aber weiterhin mit hohen Vorlauftemperaturen und schlecht eingestellter Heizung arbeitet, lässt viel Potenzial liegen.

Auch die Solarenergie wächst weiter. Ende 2025 waren in Deutschland Photovoltaikanlagen mit zusammen 117 Gigawatt Leistung installiert. Das Ziel für 2030 liegt bei 215 Gigawatt.

Damit Deutschland dieses Ziel erreicht, müssen in den kommenden Jahren durchschnittlich fast 20 Gigawatt pro Jahr hinzukommen. Private Hausdächer bleiben dabei ein wichtiger Teil des Ausbaus.

Was im Juli 2026 bei Förderung und Heizungsrecht gilt

Bei Förderprogrammen zählt oft das genaue Datum. Das gilt im Juli 2026 besonders für den Heizungstausch.

Das bisherige Gebäudeenergiegesetz galt zum Zeitpunkt dieser Prüfung weiter. Der Bundestag hatte Beratungen über ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz angesetzt. Das geplante Gesetz durfte zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wie bereits geltendes Recht behandelt werden.

Auch die KfW-Heizungsförderung befindet sich in einer Übergangsphase.

Zeitraum Was gilt?
Bis 20. Juli 2026, 20 Uhr Antrag nach bisherigen Regeln nur mit bereits gültiger Bestätigung zum Antrag
Ab 21. Juli 2026 Neue Förderbedingungen und neue Antragsphase
Grundförderung Weiterhin 30 Prozent
Förderfähige Kosten 28.000 Euro für die erste Wohneinheit
Einkommensbonus Je nach Einkommen 40, 30 oder 10 Prozent
Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent
Effizienzbonus Entfällt ab 21. Juli 2026

Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. Während der Übergangsphase können jedoch keine neuen Bestätigungen zum Antrag erstellt werden.

Für Photovoltaikanlagen bis zehn Kilowatt gelten bei einer Inbetriebnahme zwischen dem 1. Februar und dem 31. Juli 2026 folgende Vergütungen:

Einspeisemodell Vergütung
Überschusseinspeisung 7,78 Cent je Kilowattstunde
Volleinspeisung 12,34 Cent je Kilowattstunde

Die Einspeisevergütung hängt vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme, von der Anlagengröße und vom Einspeisemodell ab.

Für viele private Photovoltaikanlagen gilt weiterhin ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Das kann auch Module, Wechselrichter und Batteriespeicher umfassen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Erneuerbare Energien fürs Eigenheim in Deutschland sinnvoll planen

Eine gute Planung beginnt nicht mit der Frage nach einer bestimmten Marke. Wichtiger ist, was das Gebäude tatsächlich braucht.

Diese vier Punkte sollten zuerst geklärt werden:

  1. Wie hoch ist der jährliche Stromverbrauch?
  2. Wie viel Energie braucht das Haus zum Heizen?
  3. Welche Vorlauftemperatur benötigt die Heizung an kalten Tagen?
  4. Welche größeren Stromverbraucher laufen tagsüber?

Auch künftige Pläne gehören auf den Tisch. Wer später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto anschaffen will, sollte das bei der Solaranlage bereits berücksichtigen.

Eine heute knapp geplante Anlage kann morgen zum Problem werden. Das betrifft nicht nur die Modulfläche. Auch Wechselrichter, Stromspeicher, Leitungen und Zählerschrank sollten Erweiterungen zulassen.

Die 11 Lösungen im Überblick

Lösung Anfangsaufwand Geeignet für
Photovoltaikanlage Hoch Eigenheime mit geeigneter Dachfläche
Balkonkraftwerk Niedrig Mieter und kleine Haushalte
Batteriespeicher Mittel bis hoch Haushalte mit hohem Abendverbrauch
Wärmepumpe Hoch Gebäude mit passendem Heizsystem
Photovoltaik und Wärmepumpe Hoch Langfristige Modernisierungen
Solarthermie Mittel bis hoch Haushalte mit hohem Wärmebedarf
Brauchwasser-Wärmepumpe Mittel Schrittweise Modernisierungen
Gemeinsame Stromnutzung Mittel bis hoch Nachbarschaften und Mehrfamilienhäuser
Heizungsoptimierung Niedrig bis mittel Bestehende Heizsysteme
Smarte Steuerung Niedrig Schnelle Verbrauchssenkung
Günstige grüne Produkte Sehr niedrig Mieter und Eigentümer

11 praktische Lösungen für ein grüneres Zuhause

1. Die Photovoltaikanlage passend zum Haus planen

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom genau dort, wo er gebraucht wird. Besonders wertvoll ist der Strom, der direkt im Haus verbraucht wird.

Eine kleine Anlage ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Gerüst, Anmeldung, Elektroarbeiten und Wechselrichter verursachen feste Kosten. Diese fallen auch bei wenigen Modulen an.

Deshalb lohnt es sich oft, eine geeignete Dachfläche möglichst gut zu nutzen. Wer später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto anschaffen möchte, braucht ohnehin mehr Strom.

Auch Ost-West-Dächer können sinnvoll sein. Sie liefern morgens und nachmittags mehr Strom als eine reine Südanlage. Das passt häufig besser zum Alltag eines Haushalts.

Ein typischer Vier-Personen-Haushalt erreicht mit einer Anlage von fünf Kilowattpeak ohne Speicher oft einen Eigenverbrauch von ungefähr 20 bis 30 Prozent. Mit angepassten Verbrauchszeiten kann dieser Anteil steigen.

Prüffrage Empfehlung
Dachfläche Schatten und Statik prüfen
Anlagengröße Künftigen Verbrauch mitdenken
Wechselrichter Erweiterbare Technik wählen
Angebote Nebenarbeiten einzeln ausweisen lassen

2. Mit einem Balkonkraftwerk klein anfangen

Ein Balkonkraftwerk ist für viele Haushalte der einfachste Einstieg in die eigene Stromerzeugung. Es passt an einen Balkon, auf eine Terrasse, an eine Fassade oder auf ein kleines Nebendach.

Die gesamte Modulleistung darf bei den vereinfachten Regeln höchstens 2.000 Watt betragen. Der Wechselrichter darf maximal 800 Voltampere einspeisen.

Mehrere Steckersolargeräte hinter demselben Stromzähler werden zusammengerechnet. Zwei kleine Geräte umgehen die Grenze also nicht.

Im üblichen Standardfall muss das Balkonkraftwerk nicht zusätzlich beim Netzbetreiber gemeldet werden. Die Eintragung ins Marktstammdatenregister bleibt aber Pflicht.

Ein alter Stromzähler darf vorübergehend weiterlaufen. Falls ein Wechsel nötig ist, kümmert sich der Messstellenbetreiber darum.

Am meisten bringt das Gerät, wenn tagsüber dauerhaft Strom verbraucht wird. Kühlschrank, Router, Heizungspumpe und Geräte im Bereitschaftsbetrieb nehmen den erzeugten Strom direkt auf.

Punkt Aktuelle Regel
Modulleistung Höchstens 2.000 Watt
Wechselrichter Höchstens 800 Voltampere
Meldung beim Netzbetreiber Im Standardfall nicht nötig
Registrierung Marktstammdatenregister ist Pflicht

3. Den Batteriespeicher nicht überdimensionieren

Ein Stromspeicher nimmt überschüssigen Solarstrom am Tag auf. Abends und nachts gibt er ihn wieder ab.

Das klingt einfach. Trotzdem ist ein Speicher nicht in jedem Haushalt automatisch wirtschaftlich.

Zu große Modelle kosten mehr und bleiben häufig teilweise ungenutzt. Sie benötigen außerdem mehr Rohstoffe und Platz. Ein hoher Ladezustand über lange Zeit kann die Alterung beschleunigen.

Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale etwa 1,5 Kilowattstunden Speicherkapazität pro 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch. Dieser Wert ersetzt aber keine individuelle Berechnung.

Wichtig ist vor allem der Strombedarf zwischen Abend und Morgen. Wer nachts kaum Strom verbraucht, braucht keinen riesigen Speicher.

Auch die Notstromfunktion verdient einen genauen Blick. Ein Speicher versorgt das Haus bei einem Stromausfall nicht automatisch. Dafür braucht es passende Technik und häufig zusätzliche Arbeiten im Stromkasten.

Kriterium Darauf achten
Kapazität Am Nachtverbrauch ausrichten
Erweiterung Modulares System bevorzugen
Garantie Restkapazität und Laufzeit prüfen
Stromausfall Notstrom ausdrücklich vereinbaren

4. Prüfen, ob das Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist

Eine Wärmepumpe funktioniert nicht nur im Neubau. Auch viele ältere Häuser kommen infrage.

Das Baujahr sagt dabei weniger aus als oft vermutet. Entscheidend sind Heizlast, Heizkörpergröße, Dämmung und Vorlauftemperatur.

Als grober Praxistest gilt: Wird das Haus auch an kalten Tagen mit höchstens etwa 55 Grad Vorlauftemperatur warm, stehen die Chancen meist gut.

Manchmal reichen schon einzelne Änderungen. Größere Heizkörper, eine gedämmte Kellerdecke oder eine besser eingestellte Heizkurve können die nötige Temperatur senken.

Ein Fraunhofer-Feldtest untersuchte 77 Wärmepumpen in bestehenden Gebäuden. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Durchschnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Erdgekoppelte Anlagen kamen auf durchschnittlich 4,3.

Eine Jahresarbeitszahl von 3,4 bedeutet: Aus einer Einheit Strom entstanden im Jahresmittel 3,4 Einheiten Wärme.

Das ist ein guter Wert. Er zeigt aber auch, wie wichtig Planung und Einstellung sind. Eine falsch dimensionierte Wärmepumpe kann deutlich schlechter arbeiten.

Prüfung Ziel
Heizlast Fachgerecht berechnen lassen
Vorlauftemperatur Möglichst niedrig halten
Heizkörper Leistung bei niedriger Temperatur prüfen
Aufstellort Schall und Luftführung beachten

5. Photovoltaik und Wärmepumpe zusammen denken

Erneuerbare Energien fürs Eigenheim in Deutschland funktionieren besonders gut, wenn Strom und Wärme nicht getrennt geplant werden.

Eine Wärmepumpe braucht im Winter den meisten Strom. Die Solaranlage produziert dagegen im Sommer besonders viel. Ganz perfekt passen beide Systeme deshalb nicht zusammen.

Trotzdem kann die Photovoltaikanlage einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern. An sonnigen Tagen im Frühling und Herbst ist der Anteil oft besonders interessant.

Ein Energiemanagementsystem kann den Betrieb besser abstimmen. Es verbindet Solaranlage, Wärmepumpe, Speicher und weitere große Verbraucher.

So kann die Wärmepumpe beispielsweise häufiger dann Warmwasser erzeugen, wenn gerade viel Solarstrom vorhanden ist.

Sie sollte aber nicht ständig nur nach der Sonne ein- und ausgeschaltet werden. Ein gleichmäßiger Betrieb mit niedriger Vorlauftemperatur bleibt wichtiger.

Bestandteil Aufgabe
Photovoltaik Erzeugt Strom
Wärmepumpe Nutzt Strom und Umweltwärme
Wärmespeicher Verschiebt Wärme zeitlich
Energiesteuerung Stimmt die Geräte aufeinander ab

6. Solarthermie realistisch bewerten

Erneuerbare Energien fürs Eigenheim in Deutschland

Solarthermie erzeugt Wärme statt Strom. Die Kollektoren auf dem Dach erwärmen eine Flüssigkeit, die ihre Energie an einen Speicher abgibt.

Eine kleine Anlage unterstützt meist die Warmwasserbereitung. Größere Systeme können auch einen Teil der Raumheizung übernehmen.

Im Sommer liefert Solarthermie viel Energie. Im Winter fällt der Ertrag deutlich geringer aus. Eine zusätzliche Heizung bleibt deshalb nötig.

Besonders sinnvoll kann die Technik in Haushalten mit regelmäßig hohem Warmwasserbedarf sein. Dazu zählen größere Familien oder Gebäude mit mehreren Bewohnern.

Bei wenig Dachfläche lohnt ein Vergleich mit Photovoltaik. Solarstrom lässt sich flexibler einsetzen. Er versorgt Haushaltsgeräte, Wärmepumpe und Elektroauto.

Vorteil Grenze
Erzeugt direkt Wärme Liefert keinen Haushaltsstrom
Hoher Sommerertrag Weniger Ertrag im Winter
Entlastet die Heizung Zusätzlicher Speicher nötig
Bewährte Technik Wartung und Kontrolle erforderlich

7. Warmwasser mit einer eigenen Wärmepumpe erzeugen

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe kümmert sich nur um das Trinkwasser. Die bestehende Heizung kann zunächst weiterlaufen.

Das macht sie interessant für Haushalte, die nicht sofort das gesamte Heizsystem austauschen wollen.

Das Gerät nutzt Wärme aus dem Keller, Hauswirtschaftsraum oder aus der Abluft. Dabei kühlt und entfeuchtet es den Raum etwas.

In einem feuchten Keller kann das praktisch sein. In einem ohnehin kalten Raum kann es dagegen Nachteile bringen.

Im Winter sollte die Hauptheizung nicht ständig die Wärme ersetzen müssen, die die Brauchwasser-Wärmepumpe aus dem Raum zieht. Sonst schrumpft der Spareffekt.

Mit einer Photovoltaikanlage lässt sich die Warmwasserbereitung gezielt in sonnige Stunden legen.

Geeignet, wenn Vorsicht, wenn
Genügend Raumluft vorhanden ist Der Raum sehr klein ist
Warmwasser getrennt erzeugt werden soll Der Keller stark auskühlt
Solarstrom verfügbar ist Lange Leitungswege bestehen

8. Solarstrom mit Nachbarn teilen

Seit dem 1. Juni 2026 erlaubt das Energiewirtschaftsgesetz die gemeinsame Nutzung erneuerbaren Stroms über das öffentliche Netz.

Das eröffnet neue Möglichkeiten. Ein Haus mit großer Dachfläche kann Solarstrom an teilnehmende Nachbarn liefern. Diese brauchen dann keine eigene geeignete Dachfläche.

Ganz unkompliziert ist das Modell allerdings nicht.

Für die Abrechnung werden viertelstündliche Messwerte benötigt. Auch Verträge, Strommengen und Marktprozesse müssen sauber geregelt sein.

Die Teilnehmer brauchen weiterhin einen normalen Stromvertrag. Dieser liefert Strom, wenn die gemeinsame Solaranlage nicht genug erzeugt.

Für kleine Gruppen kann ein spezialisierter Dienstleister die Abrechnung übernehmen. Ohne fachliche Hilfe wird die Verwaltung schnell aufwendig.

Voraussetzung Bedeutung
Intelligentes Messsystem Erfasst Verbrauch in kurzen Zeitabständen
Vertrag Regelt Preis und Stromaufteilung
Reststromtarif Versorgt die Teilnehmer bei Bedarf
Dienstleister Kann Abrechnung und Marktprozesse übernehmen

9. Erst die bestehende Heizung verbessern

Eine alte Heizung muss nicht immer sofort raus. Oft lohnt es sich, die vorhandene Anlage zunächst besser einzustellen.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge erhält. Das verhindert überhitzte und gleichzeitig zu kalte Räume.

Eine niedrigere Heizkurve senkt die Vorlauftemperatur. Das spart Energie und zeigt, ob das Haus später mit einer Wärmepumpe beheizt werden kann.

Auch alte Umwälzpumpen verbrauchen oft unnötig viel Strom. Ein Austausch kann sich deshalb schnell bemerkbar machen.

Das BAFA fördert bestimmte Maßnahmen zur Heizungsoptimierung mit 15 Prozent. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro.

Die Heizung muss grundsätzlich älter als zwei Jahre sein. Für fossile Heizungen gelten weitere Altersgrenzen.

Maßnahme Wirkung
Hydraulischer Abgleich Verteilt Wärme gleichmäßiger
Heizkurve senken Reduziert die Vorlauftemperatur
Pumpe austauschen Spart Strom
Heizkörper vergrößern Verbessert die Wärmepumpentauglichkeit

10. Smarte Thermostate und Messgeräte gezielt nutzen

Smarte Technik löst nicht jedes Energieproblem. Sie kann aber helfen, unnötigen Verbrauch sichtbar zu machen.

Programmierbare Thermostate passen gut zu Räumen, die nicht ständig genutzt werden. Dazu gehören Arbeitszimmer, Gästezimmer oder Räume, die tagsüber leer stehen.

Fensterkontakte können die Heizung beim Lüften automatisch herunterregeln. Das spart Energie, ohne dass ständig jemand daran denken muss.

Schon ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Heizenergieverbrauch um ungefähr sechs Prozent senken.

Zu kühl sollte es trotzdem nicht werden. Räume sollten während der Heizperiode nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad fallen. Sonst steigt das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel.

Ein einfaches Strommessgerät zeigt außerdem, welche Geräte überraschend viel verbrauchen. Gerade alte Kühlschränke, Gefriergeräte und Pumpen fallen dabei oft auf.

Produkt Nutzen
Programmierbares Thermostat Regelt feste Heizzeiten
Strommessgerät Prüft einzelne Geräte
Smarte Steckdose Misst und schaltet Verbraucher
Digitales Zählerportal Zeigt Verbrauchsmuster

11. Mit günstigen grünen Produkten beginnen

Erneuerbare Energien fürs Eigenheim in Deutschland müssen nicht mit einer teuren Baustelle anfangen.

Viele kleine Produkte senken den Energiebedarf sofort. LED-Lampen brauchen deutlich weniger Strom als alte Glüh- oder Halogenlampen. Sparsame Duschköpfe reduzieren den Warmwasserverbrauch.

Dämmungen für frei liegende Heizungsrohre kosten wenig und lassen sich oft selbst anbringen. Dichtungsbänder helfen bei zugigen Fenstern und Türen.

Schaltbare Steckdosenleisten verhindern, dass mehrere Geräte dauerhaft im Bereitschaftsbetrieb laufen.

Trotzdem sollte niemand funktionierende Geräte ohne Grund wegwerfen. Herstellung, Transport und Entsorgung verbrauchen ebenfalls Energie und Rohstoffe.

Erst messen, dann austauschen. Das ist meist günstiger und nachhaltiger.

Produkt Möglicher Nutzen
LED-Lampe Senkt den Beleuchtungsstrom
Sparsamer Duschkopf Reduziert den Warmwasserbedarf
Rohrdämmung Verringert Wärmeverluste
Steckdosenleiste Vermeidet Bereitschaftsverbrauch
Fensterdichtung Reduziert Zugluft

Fazit

Erneuerbare Energien fürs Eigenheim in Deutschland bieten für fast jedes Budget einen sinnvollen Einstieg.

Ein Balkonkraftwerk, eine Rohrdämmung oder ein programmierbares Thermostat kosten vergleichsweise wenig. Photovoltaik und Wärmepumpe verlangen eine größere Investition, können den Energiebezug aber langfristig deutlich senken.

Der wichtigste Schritt kommt vor dem Kauf. Stromverbrauch, Heizbedarf und Gebäudezustand müssen bekannt sein. Erst dann lässt sich Technik passend auswählen.

Bei größeren Projekten lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen. Der reine Gerätepreis reicht für einen Vergleich nicht aus. Gerüst, Elektroarbeiten, Fundament, Schallschutz, Zählerschrank und notwendige Umbauten gehören ebenfalls in die Rechnung.

Förderanträge müssen häufig vor dem verbindlichen Beginn der Arbeiten gestellt werden. Da sich Regeln und Förderbedingungen im Juli 2026 ändern, sollten Eigentümer die offiziellen Angaben direkt vor der Unterschrift erneut prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Läuft eine Photovoltaikanlage bei einem Stromausfall weiter?

Eine normale netzgekoppelte Anlage schaltet sich bei einem Stromausfall meist automatisch ab. Das schützt Menschen, die am Stromnetz arbeiten.

Für eine Versorgung während des Ausfalls braucht das Haus einen passenden Wechselrichter und eine Not- oder Ersatzstromfunktion. Ein Batteriespeicher allein genügt nicht immer.

Funktioniert eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern?

Ja. Eine Fußbodenheizung ist keine Pflicht.

Große Heizkörper können auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen genug Wärme abgeben. Entscheidend sind Heizlast, Heizkörperleistung und die Einstellung des Systems.

Darf ein Balkonkraftwerk vor dem Zählerwechsel laufen?

Im vereinfachten Standardfall darf das Gerät vorübergehend schon betrieben werden. Ein ungeeigneter Stromzähler muss später vom Messstellenbetreiber ersetzt werden.

Die Eintragung ins Marktstammdatenregister bleibt trotzdem Pflicht.

Muss ein Batteriespeicher einzeln registriert werden?

Ja. Ein netzgekoppelter Speicher gilt als eigene technische Einheit.

Er muss deshalb zusätzlich zur Photovoltaikanlage im Marktstammdatenregister eingetragen werden.

Ist gemeinsam genutzter Solarstrom dasselbe wie Mieterstrom?

Nein.

Beim Mieterstrom wird der Strom typischerweise innerhalb eines Gebäudes oder einer zusammengehörenden Anlage geliefert. Bei der gemeinsamen Stromnutzung kann er über das öffentliche Netz zu anderen Teilnehmern gelangen.

Dabei bleiben Netzentgelte, Messung und Abrechnung wichtige Themen.

Lohnt sich ein möglichst großer Stromspeicher?

Nicht automatisch.

Ein zu großer Speicher kostet mehr und wird oft nicht vollständig genutzt. Seine Kapazität sollte zum Nachtverbrauch, zur Solaranlage und zu künftigen Verbrauchern passen.

Muss ein Haus vor dem Einbau einer Wärmepumpe komplett saniert werden?

Nein. Eine vollständige Sanierung ist nicht immer nötig.

Manchmal reichen größere Heizkörper, eine gedämmte Kellerdecke oder eine niedrigere Heizkurve. Entscheidend ist, ob das Gebäude mit einer niedrigen Vorlauftemperatur warm wird.