4 E‑Delivery On‑Demand‑Tests im Industriegebiet Liesing
Die Zukunft urbaner Logistik gestaltet sich grüner und effizienter – besonders im Wiener Industriegebiet Liesing. Hier wurden vier wegweisende E-Delivery On-Demand-Tests durchgeführt, die zeigen, wie elektrische Fahrzeuge und Pooling-Modelle den Lieferverkehr revolutionieren. Diese Initiative ist Teil von Wiens Smart-City-Strategie und zielt darauf ab, Emissionen zu reduzieren und die Lebensqualität in städtischen Industriegebieten zu steigern.
Hintergrund: Das TRANSFORM+ Projekt
Das Industriegebiet Liesing diente als „Smart Urban Lab“ im EU-geförderten Projekt TRANSFORM+ (2014–2015). Ziel war die Entwicklung klimafreundlicher Lösungen für urbanen Güterverkehr. Mit Fokus auf E-Lieferdienste und Carsharing-Modelle sollten drei Herausforderungen adressiert werden:
- Reduktion von CO₂-Emissionen durch Elektrofahrzeuge.
- Verkehrsentlastung durch gebündelte Lieferungen.
- Wirtschaftlichkeit für lokale Unternehmen.
Tabelle: Schlüsselakteure im Pilotprojekt
| Rolle | Institutionen/Unternehmen |
| Koordination | TU Wien, Stadt Wien (MA 18, MA 20) |
| Umsetzungspartner | Wiener Stadtwerke, Europcar, BMG-e |
| Teilnehmende Unternehmen | 4 lokale Betriebe (diverse Branchen) |
Die vier Test-Szenarien im Detail
E-Pooling für Kleingüter
Ein elektrischer Transporter bediente täglich mehrere Unternehmen im Gebiet. Via App konnten Lieferaufträge gebündelt werden.
Ergebnis: 40% weniger Fahrten bei gleichem Liefervolumen.
On-Demand-Reparaturservice
Techniker nutzten E-Fahrzeuge für kurzfristige Einsätze. Durch Echtzeit-Routing sank die Anfahrtzeit um 25%.
Nachtlogistik mit E-Vans
Lieferungen in verkehrsarmen Stunden reduzierten Tagsüber-Staus. Die Akzeptanz bei Anwohnern lag bei 89%.
Unternehmen teilten sich eine Ladestation und drei E-Transporter. Die Kosten pro Betrieb sanken um 30%.
Tabelle: Vergleich der Test-Modelle
| Szenario | Emissionsreduktion | Kosteneffizienz |
| E-Pooling | 52% | Hoch |
| On-Demand-Reparatur | 38% | Mittel |
| Nachtlogistik | 61% | Niedrig |
| Shared-Flotte | 47% | Hoch |
Technische Umsetzung und Herausforderungen
Die Tests nutzten Open-Source-Logistiksoftware, die Echtzeit-Daten zu Verkehr, Ladestand und Lieferfenstern verarbeitete.
Herausforderungen:
- Ladeinfrastruktur: Zusätzliche Ladepunkte wurden installiert.
- Datenschutz: Anonymisierte Tracking-Daten berücksichtigten DSGVO.
- Akzeptanz: Workshops überzeugten Unternehmen von der Wirtschaftlichkeit.
Ergebnisse und langfristige Wirkung
Nach 12 Monaten Pilotbetrieb (Start: Februar 2015) zeigten sich klare Erfolge:
- CO₂-Reduktion: 120 Tonnen weniger Emissionen pro Jahr.
- Kostenersparnis: Durchschnittlich 15% niedrigere Logistikkosten.
- Skalierbarkeit: Das Modell wird auf Aspern Seestadt übertragen.
Zukunftspotenzial für Österreich
Die Liesinger Tests beweisen: E-Delivery-On-Demand ist praxistauglich.
Für ganz Österreich ergeben sich Chancen:
- Städte: Reduktion verkehrsbedingter Stickoxide um bis zu 40%.
- Unternehmen: Geringere Betriebskosten durch staatliche Förderungen.
- Forschung: TU Wien entwickelt KI-Routing weiter.
Fazit
Die vier E-Delivery-Tests in Liesing sind mehr als ein Pilotprojekt – sie sind Blaupause für nachhaltige Stadtlogistik. Mit Elektromobilität, kluger Bündelung und digitaler Steuerung entlasten sie Umwelt, Verkehr und Budgets. Wiens Vorreiterrolle zeigt: Die grüne Logistik-Revolution hat begonnen.
