Umwelt

7 Unternehmen, die in Luxemburg Abfall in Ressourcen umwandeln

Luxemburg setzt seit Jahren auf innovative Lösungen, um Abfallströme in wertvolle Ressourcen zu verwandeln. Durch Initiativen wie den Nationalen Plan für nachhaltige Entwicklung und Partnerschaften mit Pionierunternehmen entstehen hier zirkuläre Wirtschaftsmodelle, die weltweit Vorbildcharakter haben. In diesem Artikel stellen wir sieben Akteure vor, die mit kreativen Ansätzen Luxemburgs Weg zur Kreislaufwirtschaft prägen.

1. REMONDIS Luxembourg: Industrielle Kreislaufführung

REMONDIS zählt zu den führenden Akteuren in der industriellen Abfallverwertung.

Das Unternehmen spezialisiert sich auf:

  • Schadstoffentsorgung und Recycling von Industrieabfällen
  • Bodensanierung zur Wiedernutzbarmachung kontaminierter Flächen
  • Branchenspezifische Lösungen für Metallverarbeitung, Chemie und Logistik
Service Beschreibung
Containerservice Erfassung und Sortierung von Wertstoffen direkt am Entstehungsort
Werksentsorgung Komplettlösungen für Industrieabfälle inkl. Dokumentation
Thermische Verwertung Energiegewinnung aus nicht-recycelbaren Abfällen

REMONDIS arbeitet eng mit der Initiative SuperDrecksKëscht zusammen, um gefährliche Abfälle sicher zu entsorgen.

2. eco:novis: Ressourcenmanagement für Unternehmen

eco:novis hilft Betrieben, ungenutzte Abfallpotenziale zu erschließen. Ihr Fokus liegt auf:

  • Stofflicher und energetischer Verwertung von Produktionsrückständen
  • Entwicklung von kreislauforientierten Geschäftsmodellen
  • Digitalen Tools zur Überwachung von Materialströmen

Beispielprojekte:

  • Umwandlung von Biomasse in Bioenergie für lokale Nahwärmenetze
  • Aufbereitung von Bauschutt zu recyclingfähigem Granulat
  • Schulungen für Mitarbeiter zur Abfallvermeidung

3. Luxemburger EcoInnovation Cluster: Förderprogramme

Der Cluster bietet mit Fit for Circularity maßgeschneiderte Unterstützung für KMU:

  • Diagnosephase: Analyse des Kreislaufpotenzials (bis zu 50% Förderung)
  • Umsetzungsphase: Finanzierung von Pilotprojekten wie Produktlebenszyklus-Verlängerung

Vorteile für Teilnehmer:

  • Senkung der Beschaffungskosten um durchschnittlich 18%
  • Schaffung neuer Geschäftsfelder durch Upcycling-Lösungen

4. SuperDrecksKëscht: Gemeinschaftsinitiative

Dieses landesweite Netzwerk verbindet:

  • Kommunen bei der Einführung intelligenter Abfalltrennsysteme
  • Unternehmen durch Know-how-Transfer zu Recyclingtechnologien
  • Bürger via Aufklärungskampagnen zur Abfallvermeidung

Erfolgszahlen (2024):

  • 92% Recyclingquote bei Elektroschrott
  • 45.000 Tonnen CO₂-Einsparung durch Wiederverwendung

5. Ressourcencenter Luxemburg-Stadt: Urban Mining

Das städtische Zentrum verwertet jährlich über 12.000 Tonnen Gewerbeabfälle:

  • Metalle: Direkte Rückführung an lokale Hüttenwerke
  • Holz: Herstellung von Spanplatten für den Baubereich
  • Kunststoffe: Granulatherstellung für 3D-Druck

Öffnungszeiten für Gewerbetreibende:

Dienstag–Freitag: 7:00–19:30 Uhr (Letzter Einlass 19:15 Uhr)

6. CDM: Handwerksbetriebe im Fokus

Die Handwerkskammer bietet:

  • Beratung zur Integration von Rezyklaten in Produktionsprozesse
  • Finanzierungsmodelle für Anschaffung von Sortieranlagen
  • Netzwerkplattform für Materialbörsen zwischen Betrieben

Fallbeispiel Tischlerei:

  • 80% Reduktion von Holzabfällen durch digitale Zuschnittsplanung
  • Verarbeitung von Altglas zu Isoliermaterial für Passivhäuser

7. Europäische Investitionsbank (EIB): Großprojekte

Die EIB stellt über die Joint Initiative on Circular Economy (JICE) bis 2025 Fördermittel bereit für:

  • Innovative Recyclingtechnologien wie chemisches Kunststoffrecycling
  • Kreislaufwirtschafts-Hubs mit grenzüberschreitender Ausrichtung
  • Forschungsprojekte zur Abfallvermeidung in der Lebensmittelindustrie
Förderschwerpunkt Budget (2024)
Digitales Abfallmonitoring 120 Mio. €
Bioökonomie 85 Mio. €
Bauwesen 200 Mio. €

Schlussbetrachtung

Luxemburgs Kreislaufwirtschaft lebt von der Zusammenarbeit zwischen Industrie, Handwerk und öffentlichen Institutionen. Durch die hier vorgestellten Akteure werden jährlich über 500.000 Tonnen Abfall in neue Rohstoffe umgewandelt – ein wichtiger Schritt zur Erreichung der EU-Klimaziele.