10 Ozeanreinigungsprojekte, die von europäischen Technologieunternehmen unterstützt werden
Die Plastikverschmutzung der Ozeane ist eine globale Krise. Jährlich gelangen rund 12 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere, wobei 80% davon von Land stammen. Europäische Technologieunternehmen setzen sich aktiv mit innovativen Lösungen ein – von autonomen Sammlungssystemen bis hin zu digitalen Überwachungstechnologien. Im Folgenden präsentieren wir zehn Projekte, die vorbildlich agieren.
1. The Ocean Cleanup (Niederlande): Autonome Müllfänger für den Pazifik
Das bekannteste Projekt ist das von Boyan Slat initiierte System, das Schwimmbarrieren nutzt, um Plastik in den Ozeanen einzufangen.
Ziel: 90% des Plastiks in den Ozeanen bis 2040 beseitigen.
| Projektphase | Technologie | Erfolge |
| System 03 | 2,25 km langer Ausleger mit Schaufelmechanismus | 450 Tonnen Müll in 12 Monaten gesammelt |
| Interceptoren | Müllfängerstationen an Flüssen (bisher 20 Standorte) | Zur Abfange von Flussplastik vor dem Erreichen des Meeres |
| Die gesammelten Materialen werden recycelt – etwa zu Sonnenbrillen oder Möbeln. |
2. everwave (Deutschland): Händische Flussreinigung und Recycling
Das deutsche Unternehmen setzt auf manuelle Cleanups an Flüssen und Küstenregionen, kombiniert mit mobilen Recyclinganlagen.
| Schwerpunkt | Technologie | Besonderheit |
| Quellenschutz | Müllsammelboote, Barrieren | Zero-Waste-Center zur Sortierung vor Ort (Ocean Bound Plastic Standard) |
| Ziel: Direkter Abtransport von Abfällen, bevor er ins Meer gelangt. |
3. Europäische Union: 300 Mio. Euro für Meeresschutzprojekte
Die EU finanziert durch Mittel aus dem „Our Ocean“-Programm Initiativen wie:
- Meeresüberwachung mit Drohnen und Satelliten (Identifikation von Müllakkumulationen)
- Blue-Economy-Projekte wie emissionsarme Schifffahrt und Offshore-Windparks
Eine Kernrolle spielt dabei das Horizon Europe-Programm mit Fokus auf Meeresschutztechnologien.
4. NABU-Projekt „Meere ohne Plastik“ (Deutschland): Prävention und Bildung
Seit 2010 kämpft der Naturschutzbund gegen Plastikverschmutzung:
- Präventionskampagnen: Sensibilisierung gegen Einwegartikel
- Flussmonitoring: Erhebung von Plastikströmen über Messstationen
5. Deutsche Meeresstiftung: Europäischer Ozeanpakt
Eine von 28 NGOs getragene Initiative:
- Definition von Schutzgebieten für marine Biodiversität
- Förderung nachhaltiger Fischerei und Aquakultur
Die Stiftung beteiligt sich aktiv an der Ausarbeitung der EU-Meerespolitik.
6. Deutsche Bank: #BackBlue-Initiative
Die Bank unterstützt klimafreundliche Meeresschutzprojekte durch:
- Finanzierung nachhaltiger Hafeninfrastrukturen (z.B. klimaneutrales Antriebsstoffrecycling)
- Strikte Ausstiegsbeschränkungen für ölschädende Industrien
7. Maersk (Dänemark): Logistischer Partner für The Ocean Cleanup
Die größte Reederei weltweit engagiert sich in der Müllbergung:
- Containerfrachter dienen als Basis für Autonomesammelsysteme
- Testphase 2023 mit System 03 im Nordpazifik
8. Ozeano Azul (Portugal): Meeresschutzgebiete
Portugals Meeresstiftung arbeitet eng mit deutschen Partnern zusammen:
- Schutz von Fischgründen durch Fischereiverbote
- Monitoring von Plastikmengen via Satellitendaten
9. Horizon Europe-Projekte: Fischerei-Wildlingssysteme
Forschungsprojekte entwickeln:
| Bereich | Technologie | Ziel |
| Fischer-Harpujung | Selbstöffnende Netze | Zurückhaltung von Überfischungsflotten |
| Aquakultur | CO₂-arme Fischfarmen | Nachhaltige Meereswirtschaft fördern |
10. Copernicus-Dienste (EU): Satellitenbasierte Überwachung
Die EU nutzt Weltraumtechnologie für:
- Echtzeitkarten von Müllfrachten
- Frühwarnsysteme für Ölverschmutzungen
Kooperation mit The Ocean Cleanup zur Optimierung von Sammelrouten
Fazit: Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Die Lösung der Plastikkrise erfordert globale Vernetzung:
- Technologie (Slat, everwave)
- Politik (EU-Förderung)
- Energiewende (Deutsche Bank-Initiativen)
Jeder Einzelne kann beitragen – durch reduzierten Kunststoffverbrauch bei Produktauswahl und Unterstützung von NGOs.
