6 hochmoderne UAV- und ISR-Systeme im Einsatz bei der belgischen Verteidigung
Die belgische Verteidigung setzt modernste Drohnensysteme und Aufklärungstechnologien ein, um die Sicherheit des Landes und der NATO-Allianz zu gewährleisten. Diese Systeme ermöglichen präzise Überwachung, Echtzeitdaten und strategische Entscheidungen. Hier eine Übersicht der wichtigsten Systeme im Einsatz.
1. MQ-9B SkyGuardian – Die Zukunft der Luftüberwachung
Der MQ-9B SkyGuardian ist das Flaggschiff der belgischen Drohnentechnologie. Dieser MALE-Drohne (Medium Altitude, Long Endurance) von General Atomics bietet:
| Eigenschaft | Details |
| Reichweite | Bis zu 40 Stunden Flugzeit und 14.000 km Aktionsradius |
| Sensoren | Hochauflösende optische/Infrarotkameras + AN/APY-8 Lynx-Radar |
| Integration | Kompatibel mit F-35A Lightning II und zukünftigen NATO-Systemen |
| Einsatz | Grenzüberwachung, Terrorismusbekämpfung, NATO-Missionen |
Die Lieferung der ersten Einheit ist für Sommer 2025 geplant. Der SkyGuardian ersetzt die veralteten IAI RQ-5 Hunter-Drohnen, die bis 2020 im Einsatz waren.
2. X-300 Integrator – Benelux-Kooperationsprojekt
Der X-300 Integrator ist Teil einer trilateralen Initiative mit den Niederlanden und Luxemburg. Die belgische Armee setzt zwei Systeme ein:
| Funktion | Besonderheit |
| Entwicklung | Kooperation mit Boeing-Insitu und den Niederlanden |
| Schulungen | Ausbildung im niederländischen JISTAR-Kommando |
| Einsatzgebiet | Überwachung von Militärbasen und Grenzgebieten |
Die Drohnen wurden 2021 bestellt und fliegen seit 2023 im Rahmen von ISTAR-Übungen.
3. SQUIRE-Radarsystem – Frühwarnung gegen Drohnen
Das SQUIRE-Radar (Battlefield Surveillance) ist zentral für die Abwehr von Drohnenbedrohungen:
| Leistung | Zahlen |
| Drohnenentdeckung | Bis 6 km Reichweite |
| Fahrzeugerkennung | 48 km Reichweite für gepanzerte Fahrzeuge |
| Fußgängererkennung | Bis 12 km Sichtbarkeit |
Das System wird im Rahmen von UN-Missionen (z. B. MINUSMA in Mali) eingesetzt. Es ersetzt veraltete EL-1205-Radare, die seit den 2000er-Jahren im Einsatz waren.
4. Miniatur-Drohnen – Low-Cost-Lösungen für Truppen
Das CCV&C-Projekt entwickelt tragbare Drohnen für Sektionsebene (Gruppen < 10 Personen):
| Merkmal | Implementierung |
| Kosten | Geringe Ausgaben für Testflüge |
| Material | 3D-gedruckte Teile und Carbonrahmen |
| Software | Open-Source-Tools für Aufklärungsanalysen |
Ziel ist die schnelle Bewertung von Gefahrenlagen ohne hohe Investitionen.
5. CUAS-Systeme – Abwehr von feindlichen Drohnen
Die belgische Armee testet Counter-UAS-Technologien zur Bekämpfung feindlicher Drohnen:
| Hersteller | Fähigkeiten |
| BATS | Radare mit hoher Genauigkeit (z. B. BATSLab-Systeme) |
| Thales Belgium | Zusammenarbeit mit der Ukraine für Anti-UAV-Raketen |
Eine Marktstudie des Verteidigungsministeriums prüft aktuell Lösungen für die Abwehr von Drohnenbedrohungen.
6. Parrot ANAFI – Leichte Drohnen für Platoon-Ebene
Die Parrot ANAFI-Drohnen sind kostengünstige Lösungen für taktische Einsätze:
| Einsatzbereich | Vorteile |
| Größentyp | Kompakt und mobil |
| Sensoren | Hochauflösende Kameras für Aufklärung |
| Einschränkung | Höhere Kosten als Miniatur-Drohnen |
Zukunft der Drohnentechnologie in Belgien
Die belgische Verteidigung plant weitere Modernisierungen:
- Bewaffnung der MQ-9B: Diskussionen über den Einsatz von Präzisionswaffen12
- Internationale Kooperationen: Joint-Trainings mit den Niederlanden und Polen
- KI-Integration: Nutzung von Algorithmen zur Datenanalyse (z. B. PED-Systeme)
Fazit: Sicherheit durch Technologie
Belgien setzt auf eine Kombination aus High-Tech-Drohnen, präzisen Radarsystemen und internationaler Zusammenarbeit. Diese Strategie stärkt nicht nur die nationale Sicherheit, sondern auch die Rolle des Landes innerhalb der NATO. Die Investitionen in Miniatur-Drohnen und CUAS-Systeme zeigen, dass die belgische Armee flexibel auf zukünftige Bedrohungen reagiert.
