Luft- und Raumfahrt

7 Wege, wie belgische Cluster die saubere Luft- und Raumfahrt in Europa vorantreiben (CARE-Initiative)

Die europäische Luftfahrt steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie muss umweltfreundlicher werden, ohne dabei an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Hier setzte die CARE-Initiative (Clean Aerospace Regions) an – ein wegweisendes Projekt, das von 2012 bis 2015 lief und belgisches Know-how gezielt nutzte, um grüne Technologien voranzutreiben. Belgische Cluster wie EASN Technology Innovation Services (EASN-TIS) spielten dabei eine Schlüsselrolle. Sie brachten ihre Expertise in grenzüberschreitender Projektkoordination und Technologiedienstleistungen ein, um regionale Luftfahrtcluster in ganz Europa zu vernetzen und zu stärken. Die Initiative zeigte, wie gezielte Zusammenarbeit die Entwicklung nachhaltiger Luftfahrtlösungen beschleunigen kann. Dieser Artikel beleuchtet die sieben entscheidenden Wege, auf denen belgische Akteure innerhalb von CARE die Transformation der europäischen Luft- und Raumfahrt in Richtung Nachhaltigkeit maßgeblich mitgestaltet haben.

1. Förderung regionaler Forschungscluster durch Mentoring

CARE etablierte ein europäisches Mentoring-Programm, bei dem etablierte Cluster wie der belgische Partner weniger erfahrene Regionen unterstützten. Sechs “mentored clusters” profitierten vom Wissen etablierter Partner. Belgische Experten teilten bewährte Verfahren zur:

  • Effizienten Projektakquise (EU-Fördermittel, nationale Programme)
  • Industrie-Forschungskooperationen (Bridging the Gap zwischen Laboren und KMU)
  • Strategischen Ausrichtung auf grüne Technologien.
    Dies stärkte die Forschungslandschaft in aufstrebenden Luftfahrtregionen Europas nachhaltig.

2. Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Forschungsagenda

Belgische Partner waren maßgeblich an der Erstellung der CARE Common Research Agenda beteiligt. Diese Agenda definierte klare technologische Schwerpunkte für eine nachhaltigere Luftfahrt:

  1. Energieeffiziente Flugsysteme (Reduktion des Treibstoffverbrauchs)
  2. Ökodesign (nachhaltige Materialien, Kreislaufwirtschaft)
  3. Grüne Flugverkehrssteuerung (optimierte Routen, weniger Emissionen)
  4. Multimodale Transportsysteme (bessere Einbindung der Luftfahrt in Gesamtverkehr).
    Diese Roadmap bündelte europäische Kräfte und gab der Forschung eine klare, umweltorientierte Ausrichtung.

3. Gründung thematischer Forschungsgruppen (TIGERs)

Eine belgische Innovation innerhalb von CARE waren die TIGERs (Topic Interest Groups for the Emergence of Research).

Diese themenspezifischen Gruppen:

  • Versammelten Experten aus Industrie, Forschung und Clustern
  • Brainstormten zu Schlüsseltechnologien der grünen Luftfahrt
  • Entwickelten konkrete Projektideen und Lösungsansätze.
    Über 10 vielversprechende Projektkonzepte entstanden so, die anschließend bei der Suche nach Finanzierung und Partnern unterstützt wurden.

4. Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Belgien fungierte als Brückenbauer zwischen Regionen. CARE schuf Plattformen für:

  • Regelmäßige Cluster-Treffen zum Austausch von Best Practices
  • Gemeinsame Workshops zu technologischen Herausforderungen
  • Gezieltes Matchmaking zwischen KMUs und Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Regionen.
    Dies überwand regionale Grenzen und schuf ein echtes europäisches Netzwerk für saubere Luftfahrt.

5. Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für KMU

Ein Fokus lag auf der Verbesserung des Zugangs zu Fördermitteln für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Belgische Partner analysierten existierende regionale Förderinstrumente und entwickelten eine Machbarkeitsstudie für ein ERA-Net für grüne Luftfahrt.

Dieses sollte:

  • Regionale Förderprogramme besser koordinieren
  • Synergien zwischen öffentlichen und privaten Fördertöpfen schaffen
  • Speziell auf Umweltziele ausgerichtete Projekte unterstützen.
    Damit sollten KMU leichter Mittel für innovative, nachhaltige Technologien erhalten.

6. Internationale Sichtbarkeit und Partnerschaften erhöhen

Belgische Akteure trieben die Internationalisierung von CARE voran. Durch gezielte Vernetzungsaktivitäten:

  • Wurden Kooperationen mit Clustern und Unternehmen in Kanada und Mexiko initiiert
  • Konnte europäisches Know-how in grüner Luftfahrt global präsentiert werden
  • Entstanden neue Absatzmärkte und Partnerschaften für europäische KMU.
    Dies steigerte die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen grünen Luftfahrtbranche.

7. Vorbereitung auf nachfolgende Programme (Clean Aviation JU)

Die Arbeit von CARE legte das Fundament für nachfolgende Großinitiativen. Das heutige Clean Aviation Joint Undertaking (CAJU), das ambitionierte Ziele wie eine 20-30%ige CO2-Reduktion verfolgt, baut auf den Strukturen und Netzwerken auf, die CARE mit belgischer Beteiligung etablierte. Die ECARE-Initiative (European Clean Aviation Regional Ecosystems) knüpft explizit an CARE an und erweitert dessen Methoden. Sie schafft Synergien zwischen regionalen/nationalen Innovationsfahrplänen und Finanzierungsmöglichkeiten, mit Pilotregionen wie Okzitanien (Frankreich) und Hamburg (Deutschland). Belgische Erfahrungen im Projektmanagement und der Cluster-Zusammenarbeit fließen hier direkt ein.

Zentrale Erfolge der belgischen Beteiligung an CARE im Überblick:

Bereich Beitrag belgischer Akteure Konkrete Ergebnisse
Cluster-Entwicklung Mentoring für 6 Nachwuchs-Cluster Stärkung der Forschungs- & Innovationskapazitäten in aufstrebenden Regionen
Forschungsstrategie Mitentwicklung der Common Research Agenda Klare europäische Roadmap für grüne Luftfahrttechnologien
Projektgenese Gründung & Koordination der TIGERs >10 konkrete Projektkonzepte zu grünen Technologien
Finanzierung Machbarkeitsstudie für ERA-Net Verbesserter Zugang zu Fördermitteln für KMU-Projekte
Internationalisierung Aufbau globaler Partnerschaften Kooperationen mit Nordamerika, neue Märkte für KMU

Die Zukunft: Belgische Expertise in ECARE und Clean Aviation

Die Arbeit geht weiter. Im ECARE-Projekt, das direkt auf CARE aufbaut, bringt der belgische Partner EASN-TIS seine Expertise erneut ein.

ECARE zielt darauf ab:

  1. Regionale/nationale Innovationsfahrpläne und Förderprogramme zu harmonisieren.
  2. Synergiemechanismen zu schaffen, um die Wirkung öffentlicher Mittel zu maximieren.
  3. Eine digitale Plattform zur Kartierung von Fördermöglichkeiten und Ressourcen zu etablieren.
    Ziel ist es, die europäische Luftfahrtindustrie optimal zu unterstützen, um die ehrgeizigen Klimaziele des Green Deal (Klimaneutralität bis 2050) zu erreichen. Belgien bleibt damit ein zentraler Knotenpunkt für die Koordination und Umsetzung einer nachhaltigen europäischen Luftfahrtstrategie.

Fazit: Belgien als Katalysator für grüne Luftfahrt

Die CARE-Initiative demonstrierte eindrucksvoll, wie belgische Cluster durch gezielte Vernetzung, Wissensvermittlung und strategische Ausrichtung europäische Zusammenarbeit für eine saubere Luftfahrt vorantreiben können. Die sieben beschriebenen Wege – vom Mentoring über die gemeinsame Agenda bis zur internationalen Sichtbarkeit – zeigen, dass Belgien nicht nur teilnimmt, sondern aktiv gestaltet. Die Brückenfunktion zwischen Regionen, Forschung und Industrie, gepaart mit pragmatischer Projektumsetzung, macht belgische Akteure zu unverzichtbaren Treibern der grünen Transformation in der europäischen Luft- und Raumfahrt. Die Effekte von CARE wirken bis heute in Programmen wie Clean Aviation JU und ECARE fort und unterstreichen die nachhaltige Wirkung dieser Initiative.