7 Kapitel der belgischen Luft- und Raumfahrtgeschichte, die jeder Besucher kennen sollte
Belgiens Beitrag zur Luft- und Raumfahrt reicht von Pionierleistungen der Militärfliegerei bis zu modernster Satellitentechnik. Diese sieben Meilensteine prägten die Geschichte:
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1. Die Gründungsjahre der Militärfliegerei (1910–1915)
- Frühe Anfänge: Bereits 1910 entstand eine belgische Fliegerkompanie, die 1915 als Aviation Militaire Belge formell gegründet wurde.
- Erster Weltkrieg: Trotz limitierter Ressourcen leisteten belgische Piloten Aufklärungs- und Abwehreinsätze gegen deutsche Luftangriffe.
- Material: Eingesetzt wurden französische Modelle wie Caudron G.3 und Farman MF.11.
2. Neuanfang im Zweiten Weltkrieg (1940–1946)
- Exil-Staffeln: Nach der deutschen Besetzung 1940 wurden die 349. und 350. Staffel innerhalb der britischen Royal Air Force (RAF) aufgestellt.
- Einsatzgebiete: Diese Einheiten flogen Jagd- und Bombenmissionen über Europa, ausgerüstet mit Spitfire und Typhoon.
- Rückkehr: Beide Staffeln blieben bis 1946 in Deutschland stationiert (Wunstorf/Faßberg), bevor sie den Kern der neuen Belgischen Luftmacht bildeten.
3. Kalter Krieg und Modernisierung (1947–1989)
Flugzeugentwicklung:
| Zeitraum | Typen | Rolle |
| 1950er | Hawker Hunter | Jagdbomber |
| 1960er | F-104 Starfighter | Abfangjäger |
| 1970er | Mirage 5 | Aufklärung/Jagd |
- Deutschland-Einsatz: Belgische F-84-Staffeln waren 1954–1956 auf RAF-Basen in Brüggen und Wahn stationiert.
- Transportflotte: Ab 1972 ergänzten C-130H Hercules die Kapazitäten.
4. Raumfahrt-Pionierarbeit (ab 1950er)
- Deutsche Einflüsse: Nach 1945 nutzten die Sowjets deutsche V2-Technologie aus Peenemünde für Raketenprogramme. Belgische Ingenieure analysierten diese Entwicklungen für eigene Projekte.
- Ariane-Programm: Belgien beteiligte sich ab den 1970ern an der europäischen Trägerrakete durch Lieferung von Steuerungssystemen.
- Satellitentechnik: Unternehmen wie Verhaert Space entwickelten Komponenten für SPOT-Erdbeobachtungssatelliten.
5. Europäische Integration (ab 1990)
- F-16-Ära: 1980 begann die Ausmusterung der Starfighter durch in Lizenz gebaute F-16A/B.
- Transnationale Kooperationen:
- 2015: Vertrag zur gemeinsamen Luftraumüberwachung mit Niederlanden/Luxemburg.
- 2016: Beschluss zum gemeinsamen Airbus A330 MRTT-Tankerpool.
- Industrielle Vernetzung: Zentren wie das ESA-Bodenstation in Redu und das Telekommunikationszentrum in Lessive stärken die europäische Raumfahrtinfrastruktur.
6. Zivile Luftfahrt-Innovationen
- Wirtschaftsfaktor: Über 100 Unternehmen wie SABCA, Sonaca und Newtec sind in Wartung, Triebwerksbau und Avionik aktiv.
- Forschungsförderung: Verbände koordinieren akademisch-industrielle Zusammenarbeit, etwa für Materialforschung oder Steuerungssysteme.
- Ausbildung: Die Alpha-Jet-Schulflotte (1977–2005) wurde in Beauvechain betrieben und später durch Simulatortechnologie ersetzt.
7. Aktuelle Projekte und Zukunft
- F-35-Übergang: Ab 2025 ersetzt der F-35 Lightning II die F-16-Flotte.
- New Space-Initiativen:
- Kleinsatelliten für Erdmonitoring
- Teilnahme an ESA-Mondprogrammen
- Nachhaltigkeit: Entwicklung synthetischer Flugkraftstoffe und elektrischer Antriebssysteme.
Zusammenfassung: Von bescheidenen Anfängen zur europäischen Schlüsselrolle – Belgien formt durch historische Weichenstellungen und moderne Kooperationen die Luft- und Raumfahrt mit. Die Verbindung aus militärischer Tradition, industriellem Know-how und europäischer Integration sichert dabei die zukünftige Relevanz.
