Intelligente Städte

5 Blockchain-Anwendungsfälle in österreichischen Smart City-Projekten

Blockchain-Technologie revolutioniert österreichische Städte. Wien und Graz führen mit innovativen Projekten, die Verwaltung effizienter, Energie nachhaltiger und Daten transparenter machen. Diese Anwendungsfälle zeigen, wie Blockchain die Zukunft urbaner Räume gestaltet – von der Bürokratie-Reduktion bis zur Energiewende.

1. Open Government Data in Wien

Die Stadt Wien nutzt Blockchain, um öffentliche Daten fälschungssicher zu machen. Partner wie EY unterstützen die Speicherung von Daten-Hashes auf öffentlichen Blockchains. So sind Änderungen an Informationen wie Verkehrsrouten oder Wahlergebnissen nachvollziehbar.

Projektübersicht  
Ziel Automatisierung von Verwaltungsprozessen
Gesicherte Daten 350+ Datensätze (Stand 2018)
Vorteile Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Bürgerbeteiligung
Zitat “Blockchain macht Wien zur europäischen Vorreiterin.” – Ulrike Huemer, CIO Wien

So funktioniert’s: Jede Änderung an Open-Data-Dokumenten löst eine Blockchain-Benachrichtigung aus. Bürger:innen prüfen so die Authentizität von Busrouten oder Energieberichten selbst.

2. Waste-Heat-Erkennung mit HotCity

In Wien und Graz kartiert das HotCity-Projekt Abwärmequellen via Blockchain. Bürger:innen melden Hotspots per Gamification-App, die Daten werden auf der Ignis-Blockchain gespeichert.

Kernfakten  
Förderung 310.000 € vom Klimaministerium
Energiepotenzial 400 GWh/Jahr in Wien
Technologie Ardor-Blockchain (Jelurida)

Das Projekt identifiziert ungenutzte Wärme aus Industrie oder Serverräumen. Diese speist Wiens Fernwärmenetz – Europas größtes System mit 75% Energieeinsparung.

3. Peer-to-Peer-Energiehandel

Wien Energie und Power Ledger testen blockchainbasierten Stromhandel:

  • Wien: Haushalte in “Viertel Zwei” handeln Solarstrom via Smart Contracts.
  • Graz: 10 Pilot-Haushalte verkaufen Überschussenergie an Nachbarn.
Vergleich Wien Graz
Technologie Eigenentwicklung Power-Ledger-Plattform
Partner RIDDLE&CODE E-NEXT (Energie Steiermark)
Ziel Mikro-Netze für lokale Unabhängigkeit CO₂-neutrale Stadt bis 2050

Blockchain ermöglicht direkten Handel ohne Zwischenhändler – reduziert Kosten und erhöht Effizienz.

4. Blockchain Grid: Lokale Energiegemeinschaften

In Heimschuh (Steiermark) testen 13 Haushalte ein dezentrales Energienetz:

  • Überschüssiger Solarstrom wird in Community-Speichern gelagert.
  • Blockchain automatisiert Verkauf und Verteilung.
Projektmerkmale  
Partner Siemens, AIT, Energie Burgenland
Innovation Echtzeit-Allokation von Netzressourcen
Effekt 75% weniger externe Energieabhängigkeit

Das System priorisiert lokalen Verbrauch und ermöglicht schnelleres E-Auto-Laden bei Überschuss.

5. Austrian Blockchain Center (ABC)

Das Forschungszentrum ABC bündelt Know-how für österreichische Blockchain-Projekte:

  • Budget: 20,38 Mio. € (2019–2023).
  • Fokus: Energie, Finanzen, Logistik, öffentliche Verwaltung.
  • Netzwerk: 5 Universitäten, 55 Unternehmen, 19 öffentliche Institutionen.

Beispielprojekte:

  • BEYOND: Blockchain-Stromhandel zwischen nationalen und lokalen Märkten.
  • BIMCHAIN: Automatisierte Bauverträge mit 5D-Building Information Modeling.

“ABC ist die One-Stop-Lösung für Blockchain-R&D – von Technik bis Recht.”

Fazit: Blockchain als Smart-City-Backbone

Österreich setzt Blockchain pragmatisch ein: Wien reduziert Bürokratie, Graz und Heimschuh schaffen klimaneutrale Energiekreisläufe. Treiber sind öffentlich-private Partnerschaften und Zentren wie das ABC. Die Technologie beweist: Dezentrale Systeme machen Städte effizienter, transparenter und resilienter.