7 Mobilitätspilotprojekte der nächsten Generation im Wiener Bezirk Aspern
Aspern Seestadt entwickelt sich zum Innovationslabor für nachhaltige Stadtmobilität. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz verbindet der Stadtteil Forschung, Praxis und Bürgerbeteiligung. Sieben wegweisende Pilotprojekte demonstrieren, wie urbane Mobilität ressourcenschonend, sicher und nutzerfreundlich gestaltet werden kann.
1. aspern.mobil LAB: Das Reallabor für Co-Creation
Das Herzstück der Forschungsaktivitäten bildet das aspern.mobil LAB. Hier entwickeln Bewohner, Wissenschaftler und Unternehmen gemeinsam Lösungen für nachhaltige Mobilität.
| Parameter | Details |
| Laufzeit | 2021–2026 |
| Schwerpunkte | Aktive Mobilität, Shared Services, Logistik der letzten Meile |
| Methodik | Co-Creation-Workshops, Reallabor-Tests, kontinuierliche Evaluation |
| Innovationen | Mobilitätsbefragungen, Sensorik-Prototypen, Verhaltensforschungsdaten |
Das LAB fungiert als lebendige Plattform, die technische Neuerungen wie Echtzeit-Datenplattformen mit sozialen Initiativen wie Spielstraßen kombiniert.
2. Autonome Buslinie: auto.Bus Seestadt
Seit Juni 2019 verkehren autonome Elektrobusse im Testbetrieb rund um die U2-Station Seestadt.
Projektmerkmale:
- Fahrzeuge: NAVYA ARMA (11 Sitzplätze, elektrisch)
- Sicherheit: Sensorgesteuerte Umgebungserfassung + Operator an Bord
- Erkenntnisse: Betriebssicherheit von autonomen Flotten im gemischten Verkehr
Der 2021 abgeschlossene Pilot lieferte Grundlagendaten für die Integration fahrerloser Systeme in den ÖPNV.
3. SmartHubs: Mobilitätsknoten neu gedacht
Das EU-geförderte Projekt untersucht, wie Mobilitäts-Hubs sozial gerecht und ökologisch optimiert werden können.
| Forschungsaspekte | Institutionen |
| Umweltauswirkungen | Universität für Bodenkultur Wien |
| Soziale Inklusion | Universität Münster |
| Betriebskonzepte | Wiener Linien, Taxistop ABSL |
Die Ergebnisse (2024 veröffentlicht) zeigen, wie Hubs Fußgängerzone, Radabstellanlagen und Sharing-Angebote verknüpfen können.
4. Mobilitätspanel: Verhalten im Fokus
Eine Langzeitstudie erfasst mittels App-Tracking und Befragungen das Mobilitätsverhalten der Seestadt-Bewohner.
Erkenntnisse aus 2019–2020 :
- Modal Split: Hohe Akzeptanz für Fußwege bei Kurzstrecken
- Milieu-Unterschiede: Variable Nutzung von Sharing-Diensten nach Altersgruppen
- Einflussfaktoren: Infrastrukturqualität beeinflusst aktive Mobilität stärker als Wetter
5. Walk & Feel: Emotionale Kartierung
Ein Sensorik-Projekt misst, wie sich Fußgängerfreundlichkeit auf das subjektive Wohlbefinden auswirkt.
Methodik:
- Mobile Emotionsmessung via Wearables
- Korrelation von Infrastrukturmerkmalen und Stimmungsdaten
- Ergebnis: Grünflächen und Sitzbänke steigern Aufenthaltsqualität um 34% 7
6. Temporäre Fußgängerzonen: Cool Streets
Im Sommer 2020 entstanden 18 „coole Straßen“ durch:
- Umgestaltung: Wasserspiele, Begrünung, Sitzgelegenheiten
- Verkehrsregelung: 4-wöchige Autosperren in Wohngebieten
- Wirkung: +19% Fußgängeraufkommen, hohe Bürgerakzeptanz
7. auto.Waves: Flotten-Simulation
Die Wiener Linien untersuchen, wie autonome Fahrzeugflotten Verkehrsströme beeinflussen.
Simulationsszenarien umfassen:
- Verkehrsentlastung durch Ridepooling
- Energiebedarf bei Voll-Elektrifizierung
- Umstiegseffekte vom Privat-PKW
Fazit: Blaupause für urbane Mobilität
Aspern Seestadt zeigt, wie wissenschaftliche Forschung, technologische Innovation und Bürgerpartizipation eine Mobilitätswende vorantreiben.
Die Projekte liefern übertragbare Lösungen für:
- Verkehrsvermeidung: Durch kurze Wegestrukturen
- Effizienzsteigerung: Via Sharing-Modelle und autonomer Systeme
- Lebensqualität: Begrünung und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum
Mit seiner Vorreiterrolle demonstriert der Stadtteil, dass klimaneutrale Mobilität in wachsenden Städten machbar ist – ohne Kompromisse bei Lebensqualität.
