5 Beispiele für Urban Farming Tech in Österreich
Urban Farming in Österreich verbindet Nachhaltigkeit mit Hightech-Lösungen. Diese fünf Projekte zeigen, wie Städte zu Nahrungsmittelproduzenten werden:
1. Vertikale Farmen des Vertical Farm Instituts
Das Wiener Vertical Farm Institut entwickelt Gebäudetypologien für effiziente Nahrungsmittelproduktion. Ihre Forschungsarbeit umfasst:
| Technologie | Anwendung | Vorteile |
| Hydroponik | Erdloser Anbau in Nährlösung | 95% weniger Wasserverbrauch |
| Aeroponik | Wurzelberieselung in Luft | 90% reduzierter Düngereinsatz |
| KI-gesteuerte Systeme | Optimierung von Licht- und Klimabedingungen | Höhere Ernteerträge |
Projekte in St. Pölten, Aspern und der geplante Prototyp in der Linzer Tabakfabrik demonstrieren die Skalierbarkeit.
2. BILLA’s Vertical-Farming-Container
BILLA nutzt Schiffscontainer mit Hightech-Features:
- 16-stündige LED-Beleuchtung mit spektraloptimiertem Licht
- Präzise Klimasteuerung für Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Automatisierte Nährstoffversorgung via Hydroponik
Ein Container produziert monatlich 2.000–3.000 Einheiten Salate und Kräuter – direkt vor dem Supermarkt.
Die Technologie reduziert:
- Transportwege auf wenige Meter
- CO₂-Ausstoß um 50%
- Flächenbedarf um das 30-fache
3. Zukunftshof Wien: Kreislaufwirtschaft
Dieses Leuchtturmprojekt verbindet urbane Landwirtschaft mit sozialer Integration:
Technische Innovationen:
- Niedrigtemperaturnetz zur Wärmenutzung aus Bäckerei-Abwärme
- Aquaponik-Systeme (Fischzucht + Pflanzenanbau)
- Gemeinsame Infrastruktur für Produzenten
Sozialkomponente:
- Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen
- Bildungsprogramme für Stadtlandwirtschaft
- Direktvermarktung im “Farm-to-Table”-Prinzip
4. Rooftop-Farming im Science Tower Graz
Das höchste Urban-Farming-Projekt Österreichs (60m) kombiniert:
| Funktion | Technologie | Nutzen |
| Energieerzeugung | Grätzel-Zellen (Energiegals) | Solarstromgewinnung |
| Klimaregulierung | Verdunstungskühlung durch Pflanzen | Reduktion der Stadthitze |
| Wasserwirtschaft | Regenwasserspeicher | Bewässerung ohne Trinkwasser |
19 Hochbeete produzieren ganzjährig Gemüse – wissenschaftlich begleitet von Joanneum Research.
5. Samariterbund: Digitalisierte Nachernte
Der Samariterbund Wien nutzt technologische Logistik:
- GPS-gesteuerte Routenplanung für Ernteabholung
- Database-gestützte Bedarfsprognosen für Sozialmärkte
- Sensorgesteuerte Bewässerungssysteme für Streuobstwiesen
Wirkungskette:
- Kooperation mit 20+ Landwirtschaftsbetrieben
- Rettung von 15 Tonnen Lebensmitteln/Jahr
- Versorgung von 5.000 armutsbetroffenen Menschen
Zukunftsperspektiven urbaner Landwirtschaft
Österreichs Urban-Farming-Projekte zeigen: Die Kombination aus ressourceneffizienter Technik und sozialer Integration macht Städte resilienter. Vertikale Farmen könnten den Gemüse-Selbstversorgungsgrad (aktuell 54%) signifikant erhöhen. Entscheidend ist die Skalierung von Pilotprojekten – wie BILLA’s Plan für weitere Container oder die Wiener Strategie, 130 Hektar Brachflächen für Urban Farming zu aktivieren.
Die größte Herausforderung bleibt die Energieeffizienz: Während Grazer Rooftop-Farming durch Energieglas eine positive Bilanz erreicht, benötigen Vertical Farms noch Optimierung bei LED-Beleuchtung. Hier setzt das Vertical Farm Institut an, das mittels KI den Energieverbrauch von Anbausystemen reduziert.
