10 Wachstum im Bereich Tourismus, Kultur und Gastgewerbe in Belgien (deutschsprachiger Raum) im Jahr 2026
Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, geografisch als Ostbelgien und touristisch zunehmend als eigenständige Premium-Destination wahrgenommen, steht an der Schwelle zu einer bedeutenden Transformation. Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt, an dem langjährige Investitionen in Infrastruktur, Markenbildung und Nachhaltigkeit ihre volle Wirkung entfalten.
Tourismus, Kultur und Gastgewerbe in Ostbelgien entwickeln sich weg vom reinen „Geheimtipp“ hin zu einer modellhaften Region für Qualitätstourismus in Europa. Getrieben von der „Tourismusstrategie 2040“ stehen Digitalisierung, authentische Genusserlebnisse und die Verbindung von Natur mit hochkarätiger Kultur im Fokus.
Hier sind die 10 wichtigsten Entwicklungen und Trends, die Besucher, Investoren und Einheimische im Jahr 2026 erwarten.
Warum dieses Thema wichtig ist
Für Reisende bietet 2026 eine neue Qualität der Erfahrung: Die digitale Vernetzung von Wander- und Radwegen erreicht ein neues Level, während kulturelle Leuchtturm-Events wie der Eupen Musik Marathon internationale Strahlkraft beweisen. Für die lokale Wirtschaft bedeutet dies eine Verschiebung hin zu wertschöpfungsstärkeren Angeboten – weg vom Massentourismus, hin zu „High-Value“-Gästen, die Regionalität und Nachhaltigkeit schätzen.
Top 10 Trends für Tourismus & Hospitality in Ostbelgien 2026
1: Durchbruch der „Strategie 2040“ & Digitalisierung
Das Jahr 2026 ist das erste große Bewährungsjahr für die Maßnahmen der neuen Tourismusstrategie Ostbelgien 2040. Der Fokus liegt auf der vollständigen Digitalisierung der „Customer Journey“. Die alte App-Struktur wurde durch responsive, hochmoderne Web-Tools ersetzt, die das berühmte Knotenpunktsystem (für Rad und Wanderer) nahtlos mit Buchungsoptionen verknüpfen.
- Der Vorteil: Gäste planen ihre Routen 2026 individuell am Desktop und navigieren vor Ort per Smartphone ohne Medienbruch.
- Trend: Hyper-Personalisierung von Routen basierend auf Fitnesslevel und Interessen (z.B. „Genuss“ vs. „Sport“).
| Merkmal | Status 2026 |
| Routenplaner | Voll integriertes NodeMapp-System (Wandern & Rad) |
| Gästekarte | Digitale All-in-One Lösung für ÖPNV & Attraktionen |
| Fokus | „Smart Destination“ Ostbelgien |
2: Das Kultur-Highlight: Eupen Musik Marathon 2026
Der Eupen Musik Marathon (EMM) festigt 2026 seinen Ruf als eines der entspanntesten und vielfältigsten City-Festivals in der Euregio Maas-Rhein. Ende Mai 2026 verwandelt sich die Eupener Innenstadt wieder in eine riesige Open-Air-Bühne.
- Das Besondere: Die Mischung aus kostenlosen Bühnen in der Stadt und Ticket-Konzerten zieht über 8.000 Besucher an.
- Neuerung 2026: Ein stärkerer Fokus auf elektronische Musik auf der „Electro Stage“ am Alten Schlachthof sowie Genre-Crossover-Projekte lokaler Künstler.
| Event-Details | Info |
| Zeitraum | Ende Mai 2026 (ca. 30.05.) |
| Genres | Rock, Pop, Jazz, Electro, Klassik |
| Besucher | > 8.000 erwartet |
3: Premium-Wandern auf der „Venntrilogie“
Der erst kürzlich zertifizierte Fernwanderweg Venntrilogie entfaltet 2026 seine volle Anziehungskraft. Nachdem er sich in den Vorjahren etabliert hat, zielen die Marketingmaßnahmen 2026 auf internationale Wanderer ab. Die 109 km lange Strecke verbindet das Dreiländereck mit Bütgenbach und ist in sechs Etappen unterteilt.
- Trend: „Slow Travel“. Wanderer buchen 2026 vermehrt Komplettpakete mit Gepäcktransport („Wandern ohne Gepäck“), um sich voll auf die Naturlandschaften des Hohen Venns einzulassen.
- Qualität: Die Infrastruktur (Beschilderung, Rastplätze) wurde für die Saison 2026 nochmals optimiert.
| Route | Venntrilogie |
| Länge | 109 km (6 Etappen) |
| Landschaften | Hertogenwald, Hohes Venn, Warchetal |
| Service 2026 | Ausbau des Gepäcktransfers & Partner-Hotels |
4: Kulinarische Identität: „Made in Ostbelgien“
Die Regionalmarke „Made in Ostbelgien“ ist 2026 nicht mehr nur ein Label, sondern ein zentrales Erlebniselement. Die Gastronomie setzt konsequent auf lokale Produzenten. Trends wie „Gut Health“ (Fermentation) und „Whole Foods“ werden von ostbelgischen Spitzenköchen mit heimischen Zutaten (z.B. Forelle, Wild, Dinkel) neu interpretiert.
- Erlebnis: 2026 gibt es vermehrt „Meet the Maker“-Events, bei denen Touristen Brauereien, Kaffeeröstereien oder Schokoladenmanufakturen besuchen können.
- Fokus: Transparenz und kurze Lieferketten sind für den Gast 2026 ein entscheidendes Buchungskriterium.
| Produktkategorie | Trend 2026 |
| Bier & Spirituosen | Craft-Beer & lokale Gins mit Venn-Kräutern |
| Gastronomie | „Farm-to-Table“ Konzepte in St. Vith & Malmedy |
| Label | Strenge Zertifizierung garantiert 100% Regionalität |
5: Gravel- & Radsport-Boom (Stoneman Arduenna)
Ostbelgien hat sich als Eldorado für Mountainbiker und Gravel-Biker positioniert. Der Stoneman Arduenna ist 2026 das Aushängeschild für sportlich ambitionierte Gäste. Die 176 km lange Strecke mit 3.900 Höhenmetern zieht tausende Finisher an.
- Neu 2026: Erweiterte Services für E-Mountainbiker (mehr Ladestationen entlang der Route) und spezielle „Gravel-Weekends“, die den Trend zum Schotter-Rennrad aufgreifen.
- Infrastruktur: Das Ravel-Netz (ehemalige Bahntrassen) bleibt das Rückgrat für Genussradler, während die Singletrails weiter gepflegt werden.

| Angebot | Zielgruppe |
| Stoneman Arduenna | MTB-Profis & Abenteurer |
| Ravel-Wege | Familien & Genussradler |
| Ovelo-Touren | E-Bike-Touristen (Knotenpunktsystem) |
6: MICE & „Bleisure“ im Grünen
Der Markt für MICE (Meetings, Incentives, Conferences, Exhibitions) wächst bis 2032 global stark an – Ostbelgien profitiert 2026 davon durch seine Lage. „Bleisure“ (Business + Leisure) ist das Schlagwort: Firmen aus Köln, Brüssel oder Lüttich nutzen die Region für Offsite-Retreats.
- Angebot: Hotels wie das Kloster Heidberg in Eupen oder Wellness-Resorts in den Ardennen bieten 2026 spezielle „Workation“-Pakete an. High-Speed-Internet mitten in der Natur ist Standard.
- Trend: Tagungen werden mit Outdoor-Incentives (Teambuilding im Kletterpark, geführte Ranger-Touren) kombiniert.
| Trend | Beschreibung |
| Workation | Arbeiten im Hotel mit Wellness & Naturanschluss |
| Green Meetings | CO2-neutrale Tagungen in zertifizierten Locations |
| Zielmarkt | KMUs aus dem Dreiländereck (B, D, NL) |
7: Rheinischer Karneval & Winterbrauchtum
Kultur ist in Ostbelgien untrennbar mit dem Brauchtum verbunden. Der Karneval 2026 (Höhepunkte: 15.–17. Februar) wird nach den Einschränkungen der Vorjahre und der Normalisierung wieder in voller Pracht gefeiert. Besonders der Rosenmontagszug in Eupen und der Kinderumzug in Kelmis sind touristische Magnete.
- Kultureller Wert: Der ostbelgische Karneval verbindet rheinische Fröhlichkeit mit belgischer Eigenart. Für 2026 wird eine hohe Auslastung der Hotels in der Karnevalswoche erwartet.
- Tipp: Die „Kappensitzungen“ im Vorfeld bieten authentischen Einblick in die lokale Seele (Dialekt inklusive!).
| Event | Datum 2026 |
| Karnevalssonntag | 15. Februar 2026 |
| Rosenmontag | 16. Februar 2026 (Große Umzüge) |
| Veilchendienstag | 17. Februar 2026 (Abschlussfeiern) |
8: Nachhaltige Unterkünfte & Eco-Labels
Die Sensibilität für nachhaltiges Reisen ist 2026 kein Nischenphänomen mehr. Immer mehr Unterkünfte in Ostbelgien schmücken sich mit dem „Green Key“ (Clé Verte) oder regionalen Nachhaltigkeitssiegeln.
- Maßnahmen: Verzicht auf Einwegplastik, Nutzung von Regenwasser, E-Ladesäulen am Hotelparkplatz und Frühstücksbuffets ohne Verpackungsmüll.
- Gästeerwartung: Urlauber aus Deutschland und den Niederlanden wählen 2026 gezielt Unterkünfte, die ihre ökologische Verantwortung nachweisbar ernst nehmen.
| Zertifikat | Bedeutung |
| Green Key | Internationaler Standard für Umweltschutz |
| Bed & Bike | Fahrradfreundliche Betriebe (Nachhaltige Mobilität) |
| Energie | Zunehmend autarke Versorgung (Solar/Holz) |
9: Hochkultur in St. Vith: ArsVitha & Festivals
Das Kulturforum ArsVitha in St. Vith setzt 2026 Maßstäbe für ländliche Kulturarbeit auf Großstadtniveau. Die Kooperation mit dem renommierten Meakusma Kollektiv sorgt für avantgardistische Akzente.
- Highlight: Das Neujahrskonzert am 11. Januar 2026 mit dem Euro Symphonic Orchestra war bereits der Auftakt für ein starkes Jahr.
- Programm 2026: Eine Mischung aus Jazz, klassischer Musik und zeitgenössischer Kunst. Das Triangel St. Vith fungiert hierbei als kulturelles Herzstück der Eifel-Region.
| Institution | Fokus 2026 |
| ArsVitha | Klassik, Theater, Jazz, Weltmusik |
| Triangel | Modernes Veranstaltungszentrum & Messehalle |
| Meakusma | Experimentelle Musik & Clubkultur |
10: Barrierefreier Tourismus („Tourismus für Alle“)
Ostbelgien positioniert sich 2026 verstärkt als inklusive Destination. Zahlreiche Infrastrukturprojekte (Ravel-Wege, Museen, Unterkünfte) wurden so angepasst, dass sie für Menschen mit eingeschränkter Mobilität (PRM) zugänglich sind.
- Initiative: Zertifizierung von Wegen und Gebäuden nach strengen Access-i Kriterien.
- Ziel: Die Natur des Hohen Venns soll für jeden erlebbar sein – z.B. durch spezielle Stege im Moor oder handbike-taugliche Routen auf den ehemaligen Bahntrassen.
| Zielgruppe | Angebot 2026 |
| Mobilität | Barrierefreie Ravel-Radwege (Asphaltiert, flach) |
| Unterkunft | Spezielle Zimmer in Partnerbetrieben |
| Info | Kennzeichnungssystem für Zugänglichkeit |
Fazit
Das Jahr 2026 präsentiert sich für die Tourismusregion Ostbelgien als ein Jahr der Reife und Professionalisierung. Die strategische Weichenstellung der „Vision 2040“ trägt Früchte: Die Region bietet eine moderne, digitale Infrastruktur, ohne ihren urwüchsigen Charme zu verlieren.
Ob beim Wandern auf der Venntrilogie, beim Genuss regionaler „Made in Ostbelgien“-Produkte oder beim Feiern auf dem Eupen Musik Marathon – Besucher erleben eine Destination, die Qualität über Quantität stellt. Für Investoren und Touristiker bleibt Ostbelgien ein stabiler Wachstumsmarkt mit hohem Potenzial im Bereich nachhaltiger Nah-Tourismus.
