Grüne EnergieEnergie

10 Projekte für grüne Energie: Solar-, Wind- und Speicherprojekte in Deutschland im Jahr 2026

Deutschland beschleunigt seine Energiewende im Jahr 2026 mit ambitionierten Projekten in den Bereichen Solar, Wind und Energiespeicherung. Die 10 Green Energy: Solar, Wind & Storage Projects in Germany in 2026 zeigen, wie das Land seine Ziele zur Klimaneutralität bis 2045 konsequent verfolgt. Mit erneuerbaren Energien, die bereits 55,9 Prozent der öffentlichen Stromerzeugung ausmachen, investiert Deutschland massiv in innovative Technologien. Diese Projekte kombinieren Solaranlagen, Offshore-Windparks und Batteriespeichersysteme, um die Energieversorgung zu stabilisieren und fossile Brennstoffe schrittweise zu ersetzen.

Warum Grüne Energie-Projekte in Deutschland 2026 entscheidend sind

Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2030 eine installierte Solarkapazität von 215 GW und eine Onshore-Windkapazität von 115 GW zu erreichen. Die Bundesregierung hat einen 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturfonds aufgelegt, von dem rund 100 Milliarden Euro für klimabezogene Initiativen vorgesehen sind. Ab 2026 muss Deutschland jährlich 22 GW neue Solarkapazität installieren, um diese Ziele zu erreichen.​

Batteriespeichersysteme haben eine besonders dynamische Entwicklung gezeigt. Die Kapazität großer Batteriespeicher stieg 2025 um 60 Prozent von 2,3 auf 3,7 GWh. Nach Modellrechnungen des Fraunhofer ISE wird Deutschland bis 2030 einen Batteriespeicherbedarf von 100 bis 170 GWh haben. Diese Projekte sind entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien und die Netzstabilität.​

Top 10 Grüne Energie-Projekte: Solar, Wind & Speicher in Deutschland 2026

1. Bertikow Batteriespeicher-Projekt – Brandenburgs Energiepuffer

Das Bertikow Batteriespeicher-Projekt in Brandenburg ist eines der größten Langzeitspeicherprojekte Deutschlands. Mit einer Leistung von 200 MW und einer Energiekapazität von 800 MWh kann die Anlage über 160.000 deutsche Haushalte für bis zu vier Stunden mit Strom versorgen. Das Projekt wird von Enertrag entwickelt und soll im dritten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Die Gemeinde Uckerfelde hat die Genehmigung nach einem intensiven Dialog zwischen dem Unternehmen und der Kommune erteilt.

Anders als frühere Energiespeicherprojekte, die hauptsächlich auf 1-2 Stunden Konfiguration setzten, verwendet dieses Projekt innovative Langzeitspeicherlösungen. Der Speicher wird ein zentraler Bestandteil des Enertrag-Hybridkraftwerks sein und hilft, Schwankungen aus Wind- und Solarerzeugung auszugleichen. Zusätzlich wird die Anlage wichtige Netzdienstleistungen für die Netzstabilität und Versorgungssicherheit bereitstellen.

Merkmal Details
Leistung 200 MW
Energiekapazität 800 MWh
Speicherdauer 4 Stunden
Standort Bertikow, Brandenburg
Inbetriebnahme Q3 2027
Haushaltsversorgung 160.000 Haushalte

2. Bornholm Energy Island – Offshore-Wind für zwei Nationen

Die Bornholm Energy Island ist ein bahnbrechendes Offshore-Windprojekt, das Deutschland und Dänemark gemeinsam entwickeln. Am 26. Januar 2026 einigten sich die dänische Premierministerin Mette Frederiksen und deutsche Vertreter auf die gemeinsame Umsetzung dieses bedeutenden Projekts. Die Windanlage verbindet 3 GW Offshore-Strom mit den dänischen und deutschen Stromnetzen.

Dies ist das erste Projekt seiner Art, das eine direkte grenzüberschreitende Energieverbindung zwischen zwei nationalen Netzen über eine Energieinsel schafft. Das Projekt stärkt die Energieversorgungssicherheit beider Länder und trägt erheblich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Die Bornholm Energy Island wird zu den größten Offshore-Windinfrastrukturen in der Ostsee gehören und zeigt, wie internationale Zusammenarbeit die Energiewende beschleunigen kann.​

Merkmal Details
Kapazität 3 GW
Projekttyp Offshore-Wind mit Energieinsel
Beteiligte Länder Deutschland und Dänemark
Standort Ostsee nahe Bornholm
Status Vereinbarung Januar 2026
Besonderheit Erste grenzüberschreitende Energieinsel

3. EnBW Stuttgart-Münster Wasserstoff-Kraftwerk – Kohleausstieg mit Zukunftstechnologie

Das EnBW-Kraftwerk in Stuttgart-Münster ist eines der ersten wasserstoffbereiten Gaskraftwerke Deutschlands. Die Anlage wurde bereits 2025 in Betrieb genommen und versorgt Stuttgart mit 124 MW elektrischer Energie und 370 MW thermischer Energie. Bis Frühjahr 2026 wird EnBW die kohlebefeuerte Einheit und die mit Heizöl betriebenen Gasturbinen stilllegen.

Das Kraft-Wärme-Kopplungskraftwerk unterstützt Stuttgarts Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die wasserstoffbereite Anlage ist entscheidend für die Erweiterung erneuerbarer Energien und bietet die Flexibilität, schnell auf Netzschwankungen zu reagieren. EnBW konvertiert auch seine kohlebefeuerten Standorte in Altbach/Deizisau und Heilbronn zu wasserstoffbereiten Gaskraftwerken als Teil einer umfassenderen Strategie mit einer Gesamtkapazität von 1,5 GW und einer Investition von 1,6 Milliarden Euro.

Merkmal Details
Elektrische Leistung 124 MW
Thermische Leistung 370 MW
Standort Stuttgart-Münster
Kohleausstieg Frühjahr 2026
Wasserstoffbereit Bis 2035 vollständig
Gesamtinvestition 1,6 Milliarden Euro

4. RWE Manheimer Bucht Solarpark – Grüne Energie aus dem Rheinischen Revier

Der RWE Solarpark Manheimer Bucht im Rhein-Erft-Kreis ist ein zentrales Projekt der Energiewende in der Rheinischen Region. Mit einer Spitzenleistung von etwa 17 MW wird die Anlage auf einer Fläche von etwa 14,5 Hektar errichtet – das entspricht etwa 20 Fußballfeldern. Insgesamt werden etwa 26.500 Solarmodule im südlichen Teil des Tagebaus Hambach installiert.​

Der Baubeginn ist für die erste Hälfte von 2026 geplant, die Inbetriebnahme wird für Ende 2026 erwartet. RWE prüft auch, ob am Standort Batteriespeichersysteme installiert werden können, um die Flexibilität weiter zu erhöhen. Das Unternehmen betreibt bereits sieben große Solaranlagen in der Region, einige davon in Kombination mit Batteriespeichersystemen.​

Merkmal Details
Spitzenleistung 17,2 MW (14,3 MWac)
Solarmodule 26.500 Module
Fläche 14,5 Hektar
Standort Hambach, Rhein-Erft-Kreis
Baubeginn Q1 2026
Inbetriebnahme Ende 2026

5. RWE Voerde Wasserstoff-Kraftwerk – 850 MW für die Energiesicherheit

RWE plant am ehemaligen Kraftwerksstandort Voerde ein wasserstoffkompatibles Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von rund 850 MW. Nach den aktuellen Plänen könnte das Kraftwerk Voerde 2030 mit der Stromproduktion beginnen. Nach der Inbetriebnahme wird die Anlage mindestens 50 Prozent Wasserstoff nutzen können, was eine wichtige Voraussetzung für die spätere Umstellung auf den vollständigen Wasserstoffbetrieb ist.

Ein großer Vorteil ist die exzellente Infrastruktur am ehemaligen Kraftwerksstandort. Das neue Kraftwerk würde direkt an der geplanten Wasserstoff-Kernnetz-Pipeline liegen. RWE hat 2024 ein amerikanisch-spanisches Konsortium bestehend aus GE Vernova und Tecnicas Reunidas mit der Planung und dem Bau des wasserstoffkompatiblen Gaskraftwerks beauftragt. Das Projekt wartet auf die Ausschreibung der Bundesregierung für wasserstoffkompatible Gaskraftwerke.

Merkmal Details
Leistung 850 MW
Wasserstoffanteil Mindestens 50% initial
Standort Voerde, Nordrhein-Westfalen
Geplante Inbetriebnahme 2030
Vollständiger H2-Betrieb Ab 2045
Infrastrukturvorteil Direkt an H2-Pipeline

6. Green Hydrogen Hub Stuttgart (GH2S) – Grüner Wasserstoff aus dem Hafen

Das Green Hydrogen Hub Stuttgart (GH2S) ist ein innovatives Wasserstoffprojekt im Stuttgarter Hafen, das von den Stadtwerken Stuttgart geplant wird. Der Baubeginn ist für 2025 vorgesehen, die Inbetriebnahme der Anlage wird für Ende 2026 erwartet. Am GH2S werden vier Elektrolyseure bis zu 1.000 Tonnen hochreinen Wasserstoff erzeugen, wobei ausschließlich grüner Strom verwendet wird.​

Die Elektrolyseure sollen hauptsächlich dann laufen, wenn ein Überangebot an erneuerbarer Energie aus Solar- und Windkraftanlagen besteht. Dies trägt dazu bei, überschüssige erneuerbare Energie zu nutzen und in Form von Wasserstoff zu speichern. Das Projekt ist Teil der umfassenderen Wasserstoffstrategie der Region Stuttgart und wird eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors und der Industrie spielen.​

Merkmal Details
Standort Hafen Stuttgart
Wasserstoffproduktion Bis zu 1.000 Tonnen/Jahr
Anzahl Elektrolyseure 4
Energiequelle 100% grüner Strom
Inbetriebnahme Ende 2026
Betreiber Stadtwerke Stuttgart

7. Project Jupiter Solar + Speicher – Brandenburgs hybride Energielösung

Project Jupiter ist ein bedeutendes hybrides Energieprojekt in Brandenburg, das Solarenergie mit Batteriespeicherung kombiniert. Das Projekt umfasst 150 MW Solarkapazität und ein massives Batteriespeichersystem mit 500 MW Leistung und 2.000 MWh Kapazität. Der Entwickler WBS Power verkaufte das Projekt im Dezember 2025 an den Investor Prime Capital.​

Die Kombination von Solarenergie und großem Batteriespeicher ermöglicht es, tagsüber erzeugte Solarenergie zu speichern und bei Bedarf ins Netz einzuspeisen. Mit einer Speicherdauer von 4 Stunden kann das Batteriesystem erheblich zur Netzstabilität beitragen und Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen. Brandenburg eignet sich besonders für solche Hybridprojekte aufgrund der hohen installierten Wind- und Solarkapazität in der Region.

Merkmal Details
Solarkapazität 150 MW
Batteriespeicher-Leistung 500 MW
Batteriespeicher-Kapazität 2.000 MWh
Standort Brandenburg
Projektverkauf Dezember 2025 an Prime Capital
Typ Hybrid Solar + Speicher

8. Agrivoltaik-Modellregion Baden-Württemberg – Landwirtschaft trifft Solarenergie

Die Modellregion Agri-PV Baden-Württemberg ist ein wegweisendes Projekt, das die Region als Modellregion für Agrivoltaik etablieren soll. Das Projekt wird vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme koordiniert und hat eine Gesamtkapazität von bis zu 1.700 kWp. In der ersten Realisierungsphase lag der Fokus auf dem Anbau von Steinobst und Beeren.​

Die zweite Phase erweitert den Fokus auf Grünland und Landwirtschaft sowie die Kombination mit Tierhaltung, Weinbau und Aufforstung. Agrivoltaik ermöglicht die doppelte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen – für Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung gleichzeitig. Nach Schätzungen des Fraunhofer ISE könnte Deutschland bis zu 500 GW neue Agrivoltaik-Kapazität auf seinen am besten geeigneten Flächen installieren.

Merkmal Details
Kapazität Bis zu 1.700 kWp
Standort Baden-Württemberg
Koordinator Fraunhofer ISE
Phase 1 Fokus Steinobst und Beeren
Phase 2 Fokus Grünland, Tierhaltung, Weinbau
Gesamtpotenzial Deutschland 500 GW auf geeigneten Flächen

9. RWE A44n Autobahn-Solar-Erweiterung – Infrastruktur als Energiequelle

Das Photovoltaik-Projekt entlang der Autobahn A44n wird von RWE um etwa 20 MW Spitzenleistung erweitert. Das bereits im Bau befindliche Projekt soll in der ersten Hälfte von 2026 mit dem Bau der Erweiterung beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. RWE prüft auch für dieses Projekt, ob Batteriesysteme installiert werden können.​

Autobahn-Solarprojekte nutzen bereits versiegelte Flächen entlang von Verkehrswegen und vermeiden so Konflikte mit landwirtschaftlicher Nutzung oder Naturschutz. Diese Form der Flächennutzung ist besonders effizient, da die Infrastruktur bereits vorhanden ist und die Netzanbindung oft einfacher realisiert werden kann. Deutschland verfügt über ein ausgedehntes Autobahnnetz, das erhebliches Potenzial für solche Projekte bietet.

Merkmal Details
Erweiterungskapazität 20 MW (Spitzenleistung)
Standort Entlang der Autobahn A44n
Baubeginn Q1 2026
Inbetriebnahme Ende 2026
Entwickler RWE
Besonderheit Nutzung von Infrastrukturflächen

10. EnBW Marbach Batteriespeicher – 100 MW für das süddeutsche Netz

Das EnBW Batteriespeichersystem am Standort Marbach ist ein 100-MW-Projekt mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden. Die Anlage wurde 2024 angekündigt und soll dazu beitragen, das süddeutsche Stromnetz zu stabilisieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Netzunterstützung statt auf der direkten Haushaltsversorgung.​

Süddeutschland steht vor besonderen Herausforderungen bei der Netzstabilität, da die Region einen hohen Strombedarf hat, aber nach dem Atomausstieg weniger grundlastfähige Kraftwerke verfügt. Batteriespeichersysteme wie das in Marbach können schnell auf Netzschwankungen reagieren und sowohl Regelenergie als auch Spitzenlastausgleich bereitstellen. Das Projekt ist Teil von EnBWs umfassenderer Strategie zur Integration erneuerbarer Energien und Modernisierung der Energieinfrastruktur.

Merkmal Details
Leistung 100 MW
Kapazität 100 MWh
Standort Marbach, Baden-Württemberg
Ankündigung 2024
Hauptzweck Netzstabilisierung Süddeutschland
Betreiber EnBW

Herausforderungen und Chancen für grüne Energie-Projekte in Deutschland 2026

Deutschland muss seine Wind- und Solarausbauziele beschleunigen, um die 2030-Ziele zu erreichen. Die Onshore-Windkraft blieb 2025 deutlich unter den gesetzten Zielen – nur 68,1 GW waren installiert statt der geplanten 76,5 GW. Für 2026 muss die neu installierte Photovoltaik-Kapazität auf 22 Gigawatt pro Jahr steigen.​

Die Bundesregierung hat im Januar 2026 mit der EU eine Vereinbarung über eine 12-GW-Ausschreibung für Kraftwerkskapazität getroffen. Weitere Ausschreibungen für steuerbare Kapazität sind für 2027 und 2029-2030 geplant. Alle neuen Kraftwerke sollen spätestens 2045 mit Wasserstoff betrieben werden können, um Deutschlands Klimaneutralitätsziel zu erreichen.​

Die Netzausbau-Herausforderungen bleiben bestehen, aber die Koalitionsregierung hat 10 Schlüsselmaßnahmen eingeführt, um die Bereitstellung erneuerbarer Energien besser mit dem Netzausbau abzustimmen. Diese umfassen die Priorisierung netzfreundlicher Standorte für neue Wind- und Solarprojekte und die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren.​

Fazit

Die 10 Green Energy: Solar, Wind & Storage Projects in Germany in 2026 demonstrieren Deutschlands Entschlossenheit, seine Energiewende trotz Herausforderungen voranzutreiben. Von innovativen Batteriespeicherprojekten wie Bertikow über grenzüberschreitende Offshore-Windparks bis hin zu wasserstoffbereiten Kraftwerken zeigt Deutschland technologische Vielfalt und Innovationskraft. Mit fast zwei Dritteln der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen im Jahr 2025 ist das Land auf dem richtigen Weg.

Die Herausforderungen bleiben erheblich – insbesondere beim Netzausbau und der Beschleunigung des Windkraftausbaus. Doch mit massiven Investitionen, innovativen Technologien und internationaler Zusammenarbeit setzt Deutschland Maßstäbe für die globale Energiewende. Die hier vorgestellten Projekte sind mehr als Infrastruktur – sie sind Bausteine einer klimaneutralen Zukunft bis 2045.​