10 Smart-Charging-Startups treiben den Elektroauto-Boom in Europa voran
Der Ausbau der Elektromobilität in Europa wird zunehmend von smarten Lösungen angetrieben. Unternehmen wie Tiko, -ev.energy-, Octopus Energy for Business oder Driivz setzen auf intelligente Ladenetzwerke, KI-gesteuerte Ladeprozesse und netzoptimierte Lösungen. Ihre Ideen machen die Ladeinfrastruktur effizienter und unterstützen die Energiewende. In diesem Beitrag stellen wir die 10 wichtigsten Unternehmen vor, analysieren Markttrends und zeigen, warum künstliche Intelligenz für zukunftssichernde Ladepunkte entscheidend ist.
Hintergrund: Warum Smart Charging für die Zukunft der Elektromobilität entscheidend ist
Die europäische E-Mobilität-Strategie zielt darauf ab, bis 2030 30 Millionen Elektroautos auf der Straße zu haben. Gleichzeitig gilt es, Netzengpässe zu vermeiden. Smart Charging-Lösungen sorgen dafür, dass Ladevorgänge automatisch außerhalb der Stoßzeiten oder bei Überschussstrom aus erneuerbaren Quellen stattfinden. So wird die Belastung der Stromnetze reduziert und CO₂-Einsparungen maximiert.
| Herausforderung | Zeitliche Zuordnung | Lösungsansatz |
| Netzüberlastung | Höchstlastzeiten (8–20 Uhr) | Lastmanagement mittels KI-Optimierung |
| Rohstoffengpässe bei Batterien | Langfristig (2030+) | Wiederverwertungsprojekte |
| Ladeinfrastrukturdefizite | Aktuell (2023–2027) | Plug-and-Play-Ladesysteme |
Top 10 Smart-Charging-Startups im Überblick
- Tiko (Schweiz): Spezialisiert auf Vehicle-to-Grid (V2G)-Lösungen.
- ev.energy (UK): Setzt auf KI-optimierte Ladeprofile für Privathaushalte.
- Octopus Energy for Business (UK): Dynamische Tarife für Gewerbekunden.
- Driivz (Israel/DE): Cloud-basierte Plattform für großen Flottenbetreiber.
- Has·to·be (Österreich): Komplettsysteme für Ladepunkte und Energiemanagement.
- Mercedes-Benz Energy (DE): Rekonfigurierte E-Auto-Batterien als Speicher.
- Vattenfall InCharge (SE): Kombinieren Ladeinfrastruktur und erneuerbare Energien.
- E.ON Drive (DE): Smart Charging als Teil des Energiemanagements von Haushalten.
- NewMotion (NL): All-in-One-Plattform für KMUs und Flotten.
- Monta (DK): Userfreundliche Ladepunktverwaltung mit Pay-as-you-go-Modellen.
Ländervergleich: Standortvorteile als Wettbewerbsfaktor
| Land | Anzahl Startup-Headquarters | Besondere Stärken |
| Deutschland | 3 (Mercedes-Benz Energy, E.ON Drive, Has·to·be) | Autoindustrie-Know-how, Energiekonzerne |
| Vereinigtes Königreich | 3 (ev.energy, Octopus, Driivz-Partnerschaften) | Dynamische Stromtarife, Cloud-Technologie |
| Skandinavien | 2 (Vattenfall, Monta) | Erneuerbare Energien, Mobilitätsinnovationen |
Innovative Technologien: Von KI bis zu vehicle-to-grid
1. Künstliche Intelligenz in Echtzeit
ev.energy nutzt Machine Learning, um Wetterdaten und Verbrauchszyklen vorherzusagen. So laden Autos bevorzugt, wenn Solarstrom aus Photovoltaikanlagen verfügbar ist. Dies reduziert den CO₂-Fußabdruck von E-Autos während des Ladens.
2. Vehicle-to-Grid (V2G)
Tiko und Mercedes-Benz Energy arbeiten an Systemen, bei denen E-Auto-Batterien als Speicher dienen. Bei Überlastung können Haushalte oder Gewerbe Strom aus Fahrzeugen entnehmen. Dies könnte 1,5 Mio. Haushalte versorgen, wenn alle E-Auto-Batterien genutzt würden.
| Anwendungsszenario | Technologie | Geschäftseffekt |
| Gewerbeparks | V2G-Laden | Flexibilität bei Netzauslastung |
| Wohngebiete | KI-Lastspreading | Geringere Haushaltskosten |
| Infrastrukturprojekte | Speicherhybride | Verringerung des Batteriebedarfs |
Marktentwicklungen: Regulierung und Investitionen
Die EU fördert Smart Charging aktiv:
- EU-Pflicht seit 2024: Neuladepunkte müssen Lastmanagement-Fähigkeiten haben.
- Finanzierung: Tiko und Driivz erhielten mehr als 100 Mio. Euro in Runden.
- Zielmärkte: Gewerbegebiete und Wohnsiedlungen, da dort die größten Spielräume für Lastspreading bestehen.
- Mercedes-Benz Energy: In Stuttgart nutzen gewerbliche Flotten rekonfigurierte E-Batterien aus Smart EQ Fortwo-Modellen als Energiespeicher.
- Vattenfall InCharge: In Schweden laden Unternehmen stromintensiv via Grüne-Kraft-Tarife (100% erneuerbare) zu günstigen Zeiten nach.
- Monta: In Kopenhagen ermöglicht das Startup Mehrfamilienhäusern, Ladenutzung automatisch aufzuteilen – mit Transparenz über Kosten und CO₂-Einsparungen.
Herausforderungen: Wo hinken Startups hinterher?
- Sicherheit bei bidirektionaler Ladung: Strenge Cybersecurity-Standards bei V2G.
- Hardware-Kompatibilität: Nicht alle E-Auto-Modelle unterstützen Smart-Charging.
- Regulatorische Hürden: Landesspezifische Normen erschweren EU-weite Skalierung.
Technologie-Entwicklungsroadmap bis 2030
| Zeitrahmen | Startups fokus | Erforderte Partnerschaften |
| 2024–2026 | KI-Optimierung, V2G-Implementierung | Automobilzulieferer, Netzbetreiber |
| 2027–2030 | Intelligente Gebäudenetzwerke | Energiebetriebe, Smart-Home-Anbieter |
Prognose: Die nächste Stufe der E-Mobilität
Bis 2030 werden Smart-Charging-Systeme wahrscheinlich zunehmend in Geschäftsmodelle integriert wie:
- Energy Sharing: Privathaushalte und Kommunen tauschen selbst produzierten Strom über ladenetzwerke aus.
- MaaS (Mobility as a Service): Gebührenbasierte Einbindung von Ladeinfrastruktur in Mobilitätsbudgets.
Fazit: Smart Charging als Katalysator der Energiewende
Smart-Charging-Startups schaffen nicht nur Lösungen für die Ladeinfrastruktur, sondern entwickeln neue Geschäftsmodelle rund um Energie. Während KI und V2G technologisch vorangehen, hängen der Markterfolg und die regulatorische Einheitlichkeit in Europa weiterhin am Kooperationswillen der klassischen Energiebranche.
