Intelligente Städte

7 Smarte Mobilitätslösungen im Grazer Science Tower District

Der Grazer Science Tower District ist ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung. Hier werden innovative Mobilitätslösungen getestet, die Straßen entlasten und Emissionen reduzieren. Dieser Artikel zeigt sieben konkrete Ansätze, die das Viertel lebenswerter machen.

1. Intelligentes Parkleitsystem

MSR-Traffic hat ein präzises Parkraum-Management installiert. 245 Ultraschallsensoren überwachen jede Parklücke in Echtzeit. LED-Anzeigen führen Autofahrer direkt zu freien Plätzen.

Merkmale Details
Sensortechnik Deckenmontierte Ultraschallsensoren
Statusanzeige Farbige LEDs (grün = frei, rot = belegt)
Vorteile Reduzierte Suchfahrten, weniger Verkehrschaos

Diese Technik spart bis zu 30% der parkbedingten Emissionen ein.

2. Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge

Der Science Tower selbst dient als Energiezentrale. Seine Fassade aus Grätzel-Zellen erzeugt Solarstrom für Ladestationen im Viertel. Besonders innovativ:

  • Induktives Laden für E-Autos während des Parkens
  • Schnellladestationen mit 150 kW Leistung
  • Energiespeicher puffern Überschüsse für Nachtbetrieb

Über 60 Ladepunkte sind bereits in Betrieb.

3. Urbanes Fahrrad-Highway-Netz

Die TU Graz entwickelte ein Radwegekonzept mit Priorität:

  • Schnellverbindungen zum Hauptbahnhof (5 Minuten)
  • Wettergeschützte Strecken mit Solarüberdachungen
  • Smart-Bike-Stationen mit E-Ladern und Reparaturservice

Der Anteil der Radfahrten stieg hierdurch auf 28% – österreichischer Rekord.

4. Multimodaler Mobilitätsknoten

Am Hauptbahnhof entstand ein Drehkreuz für nahtlose Wechsel zwischen Verkehrsmitteln:

Angebot Integration
Carsharing 20 Elektroautos stationiert
Bike-Sharing 100 Leihräder mit E-Antrieb
ÖPNV Direktanschluss an S-Bahn und Busse

Nutzer sparen durchschnittlich 15 Minuten Umsteigezeit.

5. Dynamisches Verkehrsmanagement

Sensoren im Straßenbelag analysieren den Verkehrsfluss in Echtzeit.

Die Ergebnisse steuern:

  • Ampelschaltungen priorisieren Busse und Radverkehr
  • Stauprognosen leiten Autos über Ausweichrouten
  • Parkpreise passen sich der Nachfrage an (Belegung >80% → +20%)

Die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg trotz höherem Aufkommen um 12%.

6. Bürgerbeteiligung via Mobilitäts-App

Die “GrazMobil”-App verbindet Service mit Partizipation:

  • Mängelmelder für unsichere Straßenabschnitte
  • Ideenplattform für neue Radwege
  • Belohnungssystem (Rabatte für ÖPNV-Nutzung)

Über 7.000 Bürger nutzen die App aktiv – 43% der Verbesserungsvorschläge wurden umgesetzt.

7. Logistik-Hubs für Paketdienste

Drei Mikro-Depots am Stadtrand entlasten die Innenstadt:

  • Elektro-Lastenräder übernehmen die Feinverteilung
  • Nachtzustellung mit geräuscharmen Fahrzeugen
  • Parcel-Locker 24/7 zugänglich

Die Maßnahme reduziert Lieferverkehre im Viertel um 40%.

Warum funktioniert das Modell?

Der Erfolg basiert auf drei Kernprinzipien:

  1. Technologie als Enabler – Sensoren und Datenplattformen liefern die Grundlage.
  2. Bürgerzentrierung – Über 700 Bürgerideen flossen in den Mobilitätsplan 2040.
  3. Konsequente Zielvorgaben – Bis 2040 sollen 80% aller Wege emissionsfrei sein.

Fazit

Der Science Tower District beweist: Smarte Mobilität ist mehr als Elektroautos. Sie verbindet Technik mit sozialer Innovation – vom induktiven Laden bis zur Bürger-App. Die sieben Lösungen reduzieren nicht nur Emissionen, sondern schaffen lebenswertere Straßen. Graz zeigt, wie urbane Mobilität der Zukunft aussieht.