12 Immobilien-, PropTech- und Infrastrukturprojekte in der Schweiz im Jahr 2026
Die Schweizer Immobilien- und Baubranche erlebt 2026 eine dynamische Transformation. Digitale Innovationen, künstliche Intelligenz und nachhaltige Infrastrukturprojekte prägen die Zukunft des Sektors. Dieser Artikel beleuchtet die 12 wichtigsten Entwicklungen im Bereich Real Estate, PropTech & Infrastructure in Switzerland in 2026, die Investoren, Entwickler und Technologieunternehmen kennen sollten.
Warum diese Trends 2026 entscheidend sind
Der Schweizer Bausektor zeigt eine frühe Erholung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Mit einem Umsatzwachstum von 4,8 Prozent im dritten Quartal 2025 und steigenden Investitionen in digitale Lösungen positioniert sich die Schweiz als Vorreiter für Innovation. Die Integration von PropTech-Lösungen, künstlicher Intelligenz und nachhaltigen Baupraktiken verändert die Art und Weise, wie Immobilien entwickelt, verwaltet und gehandelt werden.
Top 12 Real Estate, PropTech & Infrastructure in Switzerland in 2026
1: Swissbau 2026 – Impulsgeber für die Bauindustrie
Die Swissbau findet vom 20. bis 23. Januar 2026 in Basel statt und vereint die gesamte Schweizer Bauindustrie. Die führende Fachmesse erweitert ihr Angebot um neue Fachbereiche wie Putz, Farbe und Trockenbau. Mit strategischen Partnern wie SIA und buildingSMART Switzerland bietet die Messe eine Plattform für interdisziplinären Dialog über aktuelle Herausforderungen und Zukunftstrends.
| Aspekt | Details |
| Datum | 20.-23. Januar 2026 |
| Ort | Messe Basel |
| Schwerpunkte | Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Innovation |
| Neue Bereiche | Putz, Farbe, Trockenbau, Boden-Wand-Decke |
| Partner | SIA, buildingSMART Switzerland, SMGV |
2: PriceHubble – KI-gestützte Immobilienbewertung revolutioniert den Markt
Das Zürcher PropTech-Unternehmen PriceHubble nutzt künstliche Intelligenz und Big Data für präzise Immobilienbewertungen in Sekundenschnelle. Die Plattform analysiert Marktdaten, vergleicht Immobilien und erstellt Trendprognosen mit maschinellem Lernen. Automated Valuation Models (AVMs) ermöglichen Bewertungen, die traditionell mehrere Tage oder Wochen dauern würden.
| Merkmal | Nutzen |
| Technologie | Big Data, Machine Learning, Computer Vision |
| Bewertungszeit | Wenige Minuten statt Tage |
| Datenbasis | Vergleichsverkäufe, Markttrends, makroökonomischer Kontext |
| Anwendung | Kreditvergabe, Investitionssicherheit, Preisfindung |
| Standort | Zürich, Schweiz |
3: MehrSpur Zürich-Winterthur – Milliardenprojekt für Mobilität
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vergaben im Januar 2026 Aufträge im Wert von rund CHF 1,7 Milliarden für das MehrSpur-Projekt. Die Arbeitsgemeinschaft Implenia-Marti baut fünf der sechs Hauptlose, darunter den 8,3 Kilometer langen Brüttener-Tunnel. Das Projekt schafft eine neue zweigleisige Bahnlinie und erweitert die Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf, Wallisellen und Winterthur Töss.
| Projektdetail | Spezifikation |
| Gesamtwert | CHF 1,7 Milliarden |
| Hauptbauwerk | Brüttener-Tunnel (8,3 km) |
| Bauzeit | Circa 10 Jahre |
| Technologie | Tunnelbohrmaschine (TBM), BIM |
| Tunnelbeginn | August 2029 |
4: Bausektor-Erholung – Schweiz führt Europa an
Der Schweizer Bausektor verzeichnet eine deutliche Erholung vor den Erwartungen. Der Bauindex des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) stieg Ende 2025 erstmals seit zwei Jahren über 100 Punkte. Die Branchenumsätze erreichten CHF 6,7 Milliarden im dritten Quartal 2025, ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wohnungsbau expandierte besonders stark mit einem Wachstum von über 9 Prozent.
| Kennzahl | Wert |
| Bauindex | Über 100 Punkte (Ende 2025) |
| Quartalsumsatz | CHF 6,7 Milliarden (Q3 2025) |
| Wachstum gesamt | +4,8% |
| Wohnungsbau | +9% auf CHF 3,4 Milliarden |
| Fertigstellungen 2025 | Rund 44.000 Wohneinheiten |
5: Sustainable Buildings Summit 2026 – Globale Plattform in Lausanne
Vom 20. bis 22. April 2026 findet der Sustainable Buildings and Construction Summit im SwissTech Convention Center in Lausanne statt. Die EPFL und das UN-Umweltprogramm organisieren gemeinsam dieses internationale Forum. Der Gipfel bringt Stakeholder aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammen, um den Bausektor als Treiber ökologischer Nachhaltigkeit zu etablieren.
| Information | Detail |
| Datum | 20.-22. April 2026 |
| Ort | SwissTech Convention Center, Lausanne |
| Organisatoren | EPFL, UNEP, GlobalABC |
| Fokus | Entwicklungsländer, Netto-Null bis 2050 |
| Teilnehmer | 380+ GlobalABC-Mitglieder |
6: Digitale Immobilienplattformen transformieren den Markt
Plattformen wie Neho, Homegate, ImmoScout24 und Comparis revolutionieren den Schweizer Immobilienmarkt. Neho etabliert sich als führender Hybrid-Makler mit einem Flatrate-Preismodell und digitalem Ansatz. Die Plattformen bieten detaillierte Objektbeschreibungen, hochwertige Fotos, virtuelle Touren und Preisvergleichstools. Käufer und Mieter können tausende Inserate von zu Hause durchsuchen.
| Plattform | Besonderheit |
| Neho | Hybrid-Makler, lokale Expertise, digitale Tools |
| Homegate | Führend, breite Reichweite, Hypothekenrechner |
| ImmoScout24 | Große Auswahl, intuitive Bedienung |
| Comparis | Preisvergleich, Marktanalyse |
| Newhome | Regional, Zusammenarbeit mit Kantonalbanken |
7: SwissPropTech – Das Ökosystem für Innovation wächst
SwissPropTech fungiert als zentrale Netzwerkplattform zwischen Immobiliensektor und PropTech-Startups. Die 2016 gegründete Organisation zählt über 140 beteiligte Mitglieder. Der Swiss PropTech Report 2025 zeigt solides Wachstum bei Personal und jährlich wiederkehrenden Umsätzen (ARR). Die Hälfte aller PropTechs befindet sich in der Skalierungsphase.
| Merkmal | Status |
| Gründungsjahr | 2016 |
| Mitglieder | 140+ |
| Unternehmensgröße | 1-10 Mitarbeiter |
| Hauptfokus | Networking, Investment, Innovation |
| Skalierungsphase | 50% der PropTechs |
8: Zürich als Smart City Leader international anerkannt
Zürich belegt den ersten Platz im IMD Smart City Index 2025 und wird diese Führungsposition 2026 ausbauen. Die Stadt überzeugt durch urbane Infrastruktur, Gesundheitswesen, Governance, Transport und öffentliche Dienstleistungen. Zu den Schlüsselfaktoren zählen 5G-Netze, IoT-Sensoren, digitale Zwillinge und nachhaltige Mobilität. Der Fokus auf die 15-Minuten-Stadt reduziert Wege und verbessert die Lebensqualität.
| Kategorie | Zürichs Stärken |
| Ranking | Platz 1 IMD Index 2025 |
| Infrastruktur | 5G, IoT, Urban Sensors, Digital Twins |
| Mobilität | Öffentlicher Verkehr, E-Mobilität, Multimodal-Apps |
| Governance | Digitale Dienste, Transparenz |
| Nachhaltigkeit | Klimapolitik, grüne Infrastruktur |
9: KI-gesteuerte Immobilienverwaltung automatisiert Prozesse
Künstliche Intelligenz transformiert die Immobilienverwaltung in der Schweiz durch Automatisierung repetitiver Prozesse. Swiss Prime Site wählte im November 2025 vier KI-getriebene Innovatoren für ihr 27. Accelerator-Programm aus. Von 95 Bewerbern präsentierten 21 Startups ihre Vision, acht erreichten die Finalphase. Die Technologien unterstützen Immobilienoperationen sowie HR-, Rechts- und Finanzabteilungen.
| Aspekt | Detail |
| Programm | Swiss Prime Site Accelerator #27 |
| Fokus | Artificial Intelligence |
| Bewerbungen | 95 Startups |
| Finalisten | 4 ausgewählte KI-Innovatoren |
| Anwendung | Prozessautomatisierung, HR, Legal, Finance |
10: Renovations- und Mehrfamilienhausboom dominiert den Wohnbau
Rund 82 Prozent der geplanten Wohneinheiten in den Jahren 2024 und 2025 fallen in die Kategorie Mehrfamilien- und Wohnungsbau. Der Anteil von Einfamilienhäusern sinkt kontinuierlich aufgrund von Zonierungsvorschriften, begrenzter Landverfügbarkeit und hohen Grundstückspreisen. Diese Entwicklung spiegelt langfristige Urbanisierungstrends und die Notwendigkeit effizienter Wohndichte in wachsenden Metropolregionen wider.
| Kategorie | Anteil/Wert |
| Mehrfamilienhäuser | 82% der geplanten Einheiten |
| Umsatzwachstum | +9% auf CHF 3,4 Milliarden |
| Fertigstellungen | 44.000 Einheiten 2025 |
| Trend | Urbanisierung, Dichteverdichtung |
| Renovationen | Stark expandierender Sektor |
11: PropTech-Startups treiben Brancheninnovation voran
Die Schweizer PropTech-Szene zeigt beträchtliches Wachstum mit innovativen Lösungen. Zu den vielversprechendsten Startups 2025/2026 zählen irmos technologies (Sensorik und KI für Gebäude und Brücken), Evorest (digitale, investierbare Mietdepots) und Tayo Software (digitale Immobilienverwaltungsplattform). Die Top100 Swiss Startup Awards zeichneten vier PropTech-Unternehmen als besonders vielversprechend aus.
| Startup | Innovation |
| irmos technologies | Sensorik & KI für sichere Gebäudelebensdauer |
| Evorest | Digitale, investierbare Mietdepots |
| Tayo Software | Plattform für Immobilienverwaltung |
| PropTechMarket | Beratung, strategische Digitalisierung |
| Top100 Awards | 4 PropTech-Vertreter 2025 |
12: BIM und Digital Twins optimieren Bauprojekte
Building Information Modeling (BIM) wird zunehmend zum Standard in der Schweizer Bauindustrie. Das MehrSpur-Projekt nutzt BIM für Planung und Ausführung des Brüttener-Tunnels. Digitale Zwillinge ermöglichen die Simulation von Klima- oder Mobilitätsszenarien für fundierte Entscheidungsfindung. ETH Zürich und EPFL verstärken ihre Führungsrolle im Bereich Deep-Tech mit Schwerpunkt auf Robotik und KI.
| Technologie | Anwendung |
| BIM | Planung, Ausführung großer Infrastruktur |
| Digital Twins | Simulationen, Szenarioanalysen |
| Anwendungsprojekt | MehrSpur Zürich-Winterthur |
| Forschung | ETH Zürich, EPFL führend |
| Symposium | Future of Construction, Mai 2026 |
Real Estate, PropTech & Infrastructure in Switzerland in 2026 im Überblick
Die zwölf vorgestellten Trends zeigen, dass die Schweiz 2026 eine Vorreiterrolle in der Transformation der Immobilien- und Baubranche einnimmt. Die Kombination aus etablierten Fachmessen wie der Swissbau, milliardenschweren Infrastrukturprojekten und einem florierenden PropTech-Ökosystem schafft optimale Bedingungen für Innovation. Künstliche Intelligenz revolutioniert Bewertung und Verwaltung, während nachhaltige Baupraktiken international Maßstäbe setzen.
Strukturelle Nachfrage und langfristige Perspektiven
Die langfristigen Treiber der Schweizer Wohnungsnachfrage bleiben intakt. Die Schweiz gewann 2024 rund 74.000 neue Einwohner, hauptsächlich durch Nettomigration. Schrumpfende Haushaltsgrößen erhöhen die benötigte Anzahl von Wohneinheiten, selbst wenn das Bevölkerungswachstum verlangsamen sollte. Landknappheit, restriktive Zonierung und komplexe Genehmigungsverfahren halten das Angebot knapp.
Die bundesstaatlichen Ausgaben für Infrastruktur erreichen zwischen 2025 und 2028 jährlich etwa CHF 11,9 Milliarden. Diese Investitionen bieten der Industrie langfristige Planungssicherheit und unterstützen Unternehmen, die auf große, technisch anspruchsvolle Projekte spezialisiert sind. Die strukturelle Nachfrage erklärt, warum die Schweiz ausgeprägte Immobilienmarktkorrekturen vermieden hat, die einige europäische Länder erlebten.
Fazit
Die 12 Real Estate, PropTech & Infrastructure in Switzerland in 2026 demonstrieren eine Branche im Wandel, die Tradition mit Innovation verbindet. Von KI-gestützten Bewertungstools über milliardenschwere Verkehrsprojekte bis hin zu nachhaltigen Baugipfeln zeigt sich die Schweiz als dynamischer Markt mit struktureller Stärke. Die frühe Erholung des Bausektors, gepaart mit einem vitalen PropTech-Ökosystem und Zürichs Smart-City-Leadership, positioniert das Land als europäischen Vorreiter. Investoren, Entwickler und Technologieunternehmen finden 2026 in der Schweiz ein Umfeld vor, das nachhaltiges Wachstum mit digitaler Transformation vereint.
