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OpenAI stellt Suchbrowser als Herausforderer von Google vor

OpenAI, das Unternehmen hinter dem revolutionären ChatGPT, hat am Dienstag einen bahnbrechenden neuen Webbrowser namens “Atlas” vorgestellt. Dieser AI-gestützte Browser nutzt die fortschrittlichen Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz von OpenAI, um eine ernsthafte Konkurrenz zu Googles etabliertem Chrome-Browser darzustellen. Die Ankündigung erfolgte während einer spannenden Live-Präsentation, die weltweit gestreamt wurde und Tausende von Zuschauern anzog. OpenAI-Chef Sam Altman stand im Mittelpunkt und erklärte detailliert, wie Atlas das Internet-Erlebnis verändern soll. Laut offiziellen Pressemitteilungen von OpenAI, die auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht wurden, ist Atlas darauf ausgelegt, Nutzern eine nahtlose Integration von KI in ihren Alltag zu bieten. Dies passt perfekt in OpenAIs umfassende Strategie, den dominierenden Markt für Suchmaschinen und Browser anzugreifen, in dem Google derzeit einen Marktanteil von über 90 Prozent hält – eine Zahl, die durch unabhängige Analysen von Statista und SimilarWeb aus dem Jahr 2025 bestätigt wird. Die Vorstellung von Atlas markiert einen weiteren Meilenstein in der rasanten Entwicklung der KI-Technologie, die seit dem Launch von ChatGPT im November 2022 die Tech-Branche auf den Kopf gestellt hat. OpenAI, das 2015 als Non-Profit-Organisation gegründet wurde und mittlerweile eine Bewertung von über 150 Milliarden US-Dollar erreicht hat, setzt damit auf seine Kernkompetenz: generative KI, die natürliche Sprache versteht und komplexe Aufgaben übernimmt.

Was ist Atlas genau und wie funktioniert der innovative Agenten-Modus?

Atlas ist kein gewöhnlicher Webbrowser – er ist ein speziell um ChatGPT herum konzipierter AI-gestützter Assistent, der das Surfen im Internet grundlegend vereinfacht und intelligent macht. Sam Altman beschrieb ihn in der Präsentation als “AI-powered web browser built around ChatGPT”, der Nutzern hilft, effizienter durch das endlose Meer an Online-Inhalten zu navigieren. Ein zentrales Feature ist der sogenannte “Agenten-Modus”, der wie ein persönlicher KI-Butler wirkt Ein Chatbot übernimmt Suchen und Interaktionen im Namen des Nutzers. Stellen Sie sich vor, Sie bitten ChatGPT, nach den besten Rezepten für ein veganes Abendessen zu suchen – der Agent öffnet dann automatisch den Browser, navigiert zu relevanten Websites, klickt auf Links, liest Inhalte und fasst alles in einem übersichtlichen Bericht zusammen, ohne dass Sie selbst eine Taste drücken müssen. “Es hat Zugriff auf all deine Sachen und klickt sich durch das Netz”, erklärte Altman lebhaft während der Demo. Er demonstrierte dies mit realen Beispielen: Der Agent recherchierte Flugpreise, verglich Produktbewertungen auf E-Commerce-Seiten und sogar organisierte Kalendereinträge basierend auf gefundenen Terminen. Nutzer haben die Wahl, den gesamten Prozess live zu beobachten – eine Art “Fenster in die KI-Welt” – oder einfach das finale Ergebnis zu erhalten, was Zeit spart und Frustration vermeidet. Diese Autonomie basiert auf OpenAIs neuesten Modellen wie GPT-4o, die multimodale Fähigkeiten besitzen, also Text, Bilder und Web-Inhalte verarbeiten können.

Der Browser wird zunächst kostenlos auf Computern und Geräten mit Apples Betriebssystemen wie macOS und iOS verfügbar sein, was eine breite Zielgruppe anspricht, da Apple weltweit über eine Milliarde aktive Geräte hat, wie in Apples Quartalsberichten aus 2025 angegeben. Allerdings ist der fortschrittliche Agenten-Modus exklusiv für Abonnenten der bezahlten ChatGPT-Pläne reserviert Die Plus-Version kostet monatlich etwa 20 US-Dollar und bietet erweiterte Limits, während die Pro-Version für 200 US-Dollar pro Monat unbegrenzten Zugriff und Prioritätssupport ermöglicht. OpenAI hat betont, dass dies ein Modell ist, um die Entwicklung nachhaltig zu finanzieren, da KI-Rechenleistung enorm teuer ist – Schätzungen von Bloomberg deuten auf jährliche Kosten in Höhe von Milliarden hin. Altman kündigte an “Wir wollen das so schnell wie möglich auf Windows und mobile Geräte bringen”, ohne ein konkretes Datum zu nennen, was auf intensive Testphasen hindeutet. Er räumte ein “Das sind noch die frühen Tage für dieses Projekt.” Viele der gezeigten Funktionen ähneln bereits existierenden Tools in Google Chrome, wie dem integrierten Google Assistant oder den smarte Tabs in Microsoft Edge, die seit 2023 KI-Features wie Zusammenfassungen bieten. Dennoch hebt sich Atlas durch seine tiefe, chatbasierte Integration ab, die auf OpenAIs Expertise in natürlicher Sprachverarbeitung zurückgreift – eine Technologie, die in Studien der MIT Technology Review als überlegen zu herkömmlichen Assistenten bewertet wird. In der Präsentation testeten Executives den Browser mit Szenarien wie der Planung einer Reise: Der Agent buchte nicht nur Flüge, sondern berücksichtigte auch Wettervorhersagen und lokale Empfehlungen, was die Vielseitigkeit unterstreicht.

Der wachsende Druck auf Google im KI-Wettbewerb

Mit Atlas eskaliert OpenAI seinen direkten Angriff auf Google, das in den vergangenen Jahren selbst aggressiv in KI investiert hat, um seine Marktführerschaft zu sichern. Google hat beispielsweise den “AI Overviews”-Modus in seiner Suchmaschine ausgebaut, der seit Mai 2024 wöchentlich Millionen von Nutzern bedient und Inhalte zusammenfasst, sowie KI in Chrome integriert, um personalisierte Empfehlungen zu geben. Trotzdem prognostiziert Jacob Bourne, Technologie-Analyst bei Emarketer, in einem Interview mit AFP “OpenAIs Browser setzt Google unter erheblichen Druck.” Bourne argumentiert, dass dies ein weiterer Schritt im großen AI-Rennen ist, bei dem Tech-Unternehmen darum wetteifern, ihre KI-Oberflächen zum primären Einstiegspunkt für Internetnutzer zu machen. OpenAI profitiert hier von der enormen Beliebtheit von ChatGPT, das derzeit über 800 Millionen wöchentliche Nutzer hat – eine Zahl, die OpenAI in seiner jüngsten Transparenzberichten bestätigt und die es ermöglicht, Nutzer nahtlos in den neuen Browser zu lotsen. Viele ChatGPT-Nutzer sind bereits an die konversationelle Bedienung gewöhnt, was den Wechsel zu Atlas erleichtert, im Gegensatz zu Googles traditioneller Suchleiste.

Google hingegen genießt massive Vorteile durch seine Infrastruktur Es verarbeitet täglich Milliarden von Suchanfragen und hat ein globales Netzwerk aus Servern, das von Unternehmen wie Akamai und Cloudflare unterstützt wird. Bourne warnt: “Eine große Frage ist, wie gut Atlas mit dem Volumen umgeht, das Google bewältigt – von Spitzenzeiten während Events bis hin zu sensiblen Datensuchen.” Diese Bedenken werden durch Berichte von Reuters gestützt, die Googles Dominanz in der Online-Werbung hervorheben Etwa 80 Prozent des Konzernumsatzes, der 2024 über 300 Milliarden US-Dollar betrug, stammen aus zielgerichteter Werbung in der Suche. OpenAIs Initiative trifft Google zu einem kritischen Moment: Nur wenige Wochen zuvor hat das Unternehmen in einem hochkarätigen US-Antitrust-Verfahren überlebt, ohne seinen ikonischen Chrome-Browser abgeben zu müssen. Richter Amit Mehta des Bundesgerichts in Washington urteilte im August 2024, dass Google illegale Monopole in der Online-Suche aufrechterhält, indem es Milliarden für Exklusivdeals mit Apple und anderen zahlt. Statt einer Aufspaltung ordnete Mehta milderere Remedies an, darunter die Pflicht, Suchdaten mit Konkurrenten zu teilen, damit diese eigene Produkte entwickeln können, und ein Verbot exklusiver Vereinbarungen, die Google als Standard-Suchmaschine auf Geräten etablieren. Mehta selbst bemerkte in seiner Urteilsbegründung, dass sich die Landschaft seit dem Start des Verfahrens durch das US-Justizministerium und 11 Staaten im Oktober 2020 dramatisch verändert hat – vor allem durch den KI-Boom, der traditionelle Suchmaschinen herausfordert. Die genaue Wirkung dieser Maßnahmen auf den aufstrebenden KI-Markt bleibt ungewiss, könnte aber OpenAI und Co. Türen öffnen, wie Analysten der New York Times spekulieren.

Der breitere KI-Wettlauf: Milliarden-Investitionen und neue Herausforderer

Der Launch von Atlas ist eingebettet in einen intensiven globalen Wettbewerb um KI-Dominanz, der seit dem sensationellen Debüt der ersten ChatGPT-Version im November 2022 eskaliert ist. Tech-Giganten wie Amazon, Google, Meta, Microsoft und Elon Musks xAI haben seither Milliarden von Dollar in die Entwicklung künstlicher Intelligenz gepumpt – Schätzungen der McKinsey Global Institute sprechen von Investitionen in Höhe von über 200 Milliarden US-Dollar bis 2025. OpenAI selbst hat von Microsofts massiver Unterstützung profitiert, das bis zu 13 Milliarden US-Dollar investiert hat und ChatGPT in Produkte wie Bing und Office integriert. Kürzlich hat OpenAI ChatGPT um eine bahnbrechende Funktion erweitert: Die KI kann nun direkt mit Alltags-Apps wie Spotify, Booking.com oder sogar Kalendertools interagieren. Nutzer können beispielsweise sagen: “Finde mir einen Flug nach Paris und buche ein Hotel mit Meerblick” – ChatGPT koordiniert dann die Schritte über APIs, wählt Musik für die Reise aus und speichert alles. Diese “App-Integration” wurde in OpenAIs Entwickler-Dokumentation detailliert beschrieben und stärkt Atlas als umfassendes Ökosystem.

Andere Player im Markt treiben den Wettbewerb voran Perplexity AI, ein vielversprechendes Startup aus San Francisco, das 2022 gegründet wurde und mittlerweile eine Bewertung von über 3 Milliarden US-Dollar hat, kündigte im August 2025 ein innovatives Revenue-Sharing-Modell für Verlage an. Partner wie Nachrichtenportale erhalten Zahlungen, sobald ihr Inhalt in Perplexitys Comet-Browser oder dem AI-Assistenten für Suchanfragen genutzt wird – eine faire Methode, die auf Quellenangaben basiert und das Problem von KI-generiertem “Halluzinations-Inhalt” angeht. Perplexity positioniert sich als “AI-Suchmaschine mit Zitaten”, die präzise und transparente Ergebnisse liefert, und wird in Berichten von TechCrunch als potenzieller Google-Disruptor gefeiert. Microsofts Bing, das seit 2023 ChatGPT-Technologie einbindet, hat seinen Marktanteil auf 10 Prozent gesteigert, während Amazon mit Alexa-Upgrades und Meta mit Llama-Modellen nachzieht. Elon Musks xAI, das Grok entwickelt, zielt auf ähnliche agentenbasierte Features ab. Nach der Atlas-Ankündigung reagierten die Märkte sensibel Google-Aktien (Alphabet Inc.) fielen in der Nachbörse um leicht mehr als ein Prozent, was auf wachsende Unsicherheit hinweist, wie Bloomberg und CNBC berichteten. Diese Schwankung spiegelt die Volatilität wider, die KI-News in der Tech-Branche auslöst.

Zusammenfassend verändert Atlas die Art, wie wir das Internet nutzen, indem es KI vom bloßen Helfer zum autonomen Navigator macht. OpenAI etabliert sich als Vorreiter, der Nutzern nicht nur Informationen liefert, sondern aktiv für sie arbeitet – sei es beim Einkaufen, Recherchieren oder Planen. Ob dieser Browser Googles Thron wirklich erschüttern kann, hängt von Faktoren wie Nutzerakzeptanz, Datenschutz (OpenAI betont EU-konforme Standards) und Skalierbarkeit ab. Experten wie Bourne von Emarketer raten, den Fortschritt aufmerksam zu verfolgen, da der AI-Wettbewerb die gesamte digitale Welt umkrempeln könnte, von personalisierten Erlebnissen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen in der Werbung.

Informationen wurden von MSN und BBC gesammelt.