7 Projekte zur Kreislaufwirtschaft, die deutsche Städte grüner machen 🇦🇹 Österreich
Deutschland und Österreich setzen auf innovative Ansätze, um Ressourcen zu schonen und Städte zirkulärer zu gestalten. Diese sieben Projekte zeigen, wie Kommunen durch Kreislaufwirtschaft nachhaltiger werden.
1. Kreislaufstadt: Modellansätze für Kommunen
Das Projekt „Kreislaufstadt“ des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) entwickelt gemeinsam mit 12 Städten Strategien zur Transformation hin zu zirkulären Wirtschaftsmodellen.
| Ziel | Umsetzung |
| Reduktion von Abfällen | Müll wird als Rohstoff genutzt, z.B. durch Reparatur- und Wiederverwendungsangebote |
| Förderung regionaler Wertschöpfung | Entwicklung von Aktionsplänen mit lokalen Unternehmen und Zivilgesellschaft |
| Erfolgsmessung | Erstellung von Indikatoren zur Überwachung der Kreislaufwirtschaft |
Beispiel: In Pilotstädten werden konkrete Strategien erarbeitet, etwa die Einrichtung von Repair-Cafés oder die Nutzung von Bauschutt als Sekundärrohstoff.
2. DU.zirkulär in Aachen
Das Projekt „DU.zirkulär“ in Aachen schafft ein interaktives Zentrum zur Kreislaufwirtschaft. Hier entsteht die „Kreislauf-WIRK-Statt“ mit Workshops und Ausstellungen.
| Schwerpunkte | Aktionen |
| Wiederverwendung von Sperrgut | „Bau-WIRKStatt“-Initiative: Nutzung gebrauchter Bauteile für neue Projekte |
| Digitale Vernetzung | Entwicklung von Plattformen für Ressourcentausch |
Förderung: Das Projekt erhält Mittel aus dem EFRE- und JTF-Fonds (16 Mio. Euro Gesamtbudget für NRW-Projekte).
3. Smart Circular Wuppertal
In Wuppertal testet die digitale Plattform „Smart Circular“ die Umsetzung höherer R-Strategien (Refuse, ReUse).
| Pilotbereiche | Ziele |
| Reparaturdienste | Erhöhung der Reparaturquote durch transparente Preise und Verfügbarkeit |
| Unverpackt-Läden | Reduktion von Einwegverpackungen in der Lebensmittelbranche |
Technologie: Echtzeit-Daten zeigen, wie sehr die Nutzung von Kreislaufmaterialien die CO₂-Emissionen senkt.
4. Berlin: Behandlung gefährlicher Abfälle
Berlins Projekte zur Abfallbehandlung zielen darauf ab, Ressourcen sparsamer zu nutzen.
Dazu zählen:
- Biotonne-Ausweitung: Mehr Lebensmittelreste werden recycelt.
- Sonderabfallmanagement: Gefährliche Stoffe werden sicher entsorgt und verwertet.
Fakten:
- 68% der Siedlungsabfälle werden in Deutschland bereits recycelt (Stand 2021).
- 16 Tonnen Rohstoffe pro Kopf/Jahr – doppelt so viel wie der globale Durchschnitt.
5. Wien: CO₂-Recycling in der Bauindustrie
Im Pilotprojekt „Wir recyclen CO2“ bindet Wien CO₂ aus Müllverbrennungsanlagen in Streumittel um.
| Ablauf | Ergebnis |
| CO₂-Abscheidung aus Abgasen | Umwandlung in mineralische Stoffe für den Straßenbau |
| Pilotphase | 330 kg CO₂ gebunden (äquivalent zum Ausstoß eines PKWs auf 1.000 km) |
Zukunft: Die Technologie könnte den Bau von klimaneutralen Straßen ermöglichen.
6. Österreichs Kreislaufwirtschaftskompass
Der Kompass Kreislaufwirtschaft unterstützt österreichische KMU bei der Umstellung auf zirkuläre Modelle.
| Ziel | Maßnahmen |
| Reduktion des Materialverbrauchs | Entwicklung ressourcenschonender Geschäftsmodelle |
| Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit | Schulungen und Tools für effizientere Produktion |
Zeitrahmen: Das Projekt läuft bis 2024 und kooperiert mit der TU Wien.
7. SUBTRACT: Re-Use-Zentren in der Steiermark
Das EU-Projekt SUBTRACT fördert dauerhafte Re-Use-Geschäftsmodelle, etwa für Möbel oder Baumaterialien.
| Aktivitäten | Beispiele |
| Interregionaler Wissensaustausch | Vernetzung von KMUs aus sieben EU-Ländern |
| Entwicklung von Aktionsplänen | Förderung der Re-Use-Branche in der Steiermark |
Partner: Amt der steiermärkischen Landesregierung und internationale NGOs.
Fazit: Kreislaufwirtschaft als Chance
Die Projekte zeigen: Städte werden durch Kreislaufwirtschaft ressourcenschonender, schaffen Arbeitsplätze und senken CO₂-Emissionen. Zahlen wie der Umsatz von 105 Mrd. Euro (2021) oder 310.000 Beschäftigte in Deutschland belegen die Bedeutung des Sektors. Österreich strebt mit seiner Strategie bis 2030 einen Materialverbrauch von 14 Tonnen pro Kopf an.
