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10 Kreislaufwirtschaft und fortschrittliches Recycling in Belgien (deutschsprachig) im Jahr 2026

Belgien ist ein Vorreiter in Europa, wenn es um Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft geht. Die deutschsprachige Gemeinschaft des Landes, mit etwa 77.000 Einwohnern in Ostbelgien, spielt dabei eine wichtige Rolle. Diese Region umfasst neun Gemeinden rund um Eupen und St. Vith. Im Jahr 2026 wird Belgien seine Position als führendes Land im Recycling weiter ausbauen und innovative Technologien implementieren.

Die deutschsprachige Gemeinschaft hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Sie entwickelt innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft. Die Region kombiniert traditionelle Recyclingmethoden mit modernsten Technologien. Dies schafft ein umfassendes System für Abfallwirtschaft. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Unternehmen und sozialen Einrichtungen ist dabei entscheidend. Dieser Artikel zeigt zehn wichtige Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft und beim fortgeschrittenen Recycling in der deutschsprachigen Region Belgiens. Jede dieser Entwicklungen trägt dazu bei, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig wirtschaftliche Chancen zu schaffen.

1. RCYCL-Initiative in der deutschsprachigen Gemeinschaft

Die RCYCL-Initiative ist ein Leuchtturmprojekt in Belgiens deutschsprachiger Gemeinschaft. Das Projekt startete 1999 als LIFE-Projekt der Europäischen Union und sammelt sperrigen Abfall in den Gemeinden. RCYCL ist mehr als nur ein Recyclingunternehmen. Es ist ein soziales Unternehmen, das Menschen eine zweite Chance gibt. Das Unternehmen arbeitet mit Menschen zusammen, die Schwierigkeiten haben, in den regulären Arbeitsmarkt einzutreten. Dies schafft soziale Integration und wirtschaftliche Stabilität für benachteiligte Gruppen.

RCYCL bietet verschiedene Dienste für die Bevölkerung an. Das Unternehmen sammelt Möbel, Elektrogeräte und Haushaltsartikel direkt von den Bürgern. Die gesammelten Gegenstände werden sorgfältig sortiert und bewertet. Viele Artikel können repariert werden. Das Unternehmen beschäftigt qualifizierte Handwerker, die defekte Möbel reparieren. Elektrogeräte werden von Technikern geprüft und instandgesetzt. Haushaltsartikel werden gereinigt und aufbereitet. Diese reparierten Gegenstände werden dann zu erschwinglichen Preisen verkauft. Dies ermöglicht es Menschen mit geringerem Einkommen, qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen.

Im Jahr 2023 sammelte RCYCL über 3.000 Tonnen Abfall von fast 17.000 Kunden. Das Unternehmen arbeitet mit 15 Gemeinden in der Region zusammen. Etwa 75 Prozent des gesammelten Abfalls wird wiederverwertet oder recycelt. Dies ist eine außergewöhnlich hohe Rate. RCYCL beschäftigt derzeit 32 Mitarbeiter am Sortierzentrum. Diese Mitarbeiter arbeiten in verschiedenen Bereichen wie Sammlung, Sortierung, Reparatur und Verwaltung. Das Unternehmen bietet auch Schulungen an, damit die Mitarbeiter neue Fähigkeiten entwickeln können.

Merkmal Details
Gegründet 1999 als EU-LIFE-Projekt ​
Gesammelte Menge (2023) 3.049 Tonnen sperrigen Abfall ​
Kunden bedient 16.896 Haushalte ​
Mitarbeiter 32 Personen am Sortierzentrum ​
Wiederverwendungsrate 75% des Materials ​
Partnergemeinden 15 in der Region ​

Der Erfolg von RCYCL zeigt, dass Kreislaufwirtschaft funktioniert. Das Modell verbindet soziale und ökologische Ziele. Es reduziert Abfall und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze. Andere Regionen in Europa schauen auf RCYCL als Vorbild. Das Unternehmen plant, seine Dienstleistungen in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

2. Fost Plus Recycling-System

Fost Plus ist die treibende Kraft hinter dem Recycling von Haushaltsverpackungen in ganz Belgien, einschließlich der deutschsprachigen Gemeinschaft. Die Organisation wurde als gemeinnützige Vereinigung gegründet und wird vollständig von der Verpackungsindustrie finanziert. Fost Plus koordiniert die Sammlung, Sortierung und das Recycling von Verpackungsabfällen im gesamten Land. Das System ist hocheffizient und deckt alle Arten von Verpackungen ab.

Das Recycling-System umfasst verschiedene Materialien. Glas wird separat in farblich gekennzeichneten Containern gesammelt. Papier und Pappe werden direkt an der Haustür abgeholt. Das PMD-System sammelt Plastikflaschen, Metallverpackungen und Getränkekartons in blauen Beuteln. Diese Beutel werden regelmäßig von den Haushalten abgeholt. Die gesammelten Materialien werden zu spezialisierten Sortieranlagen transportiert. Dort werden sie nach Materialtyp und Qualität getrennt.

Im Jahr 2023 erreichte Fost Plus einen historischen Rekord. Die Organisation recycelte 97 Prozent aller Haushaltsverpackungen auf dem belgischen Markt. Dies ist eine der höchsten Raten weltweit. Fast 80 Prozent der Materialien werden direkt in Belgien verarbeitet. Dies reduziert Transportkosten und CO2-Emissionen. Weitere 20 Prozent werden in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und den Niederlanden recycelt. Diese Länder haben spezialisierte Anlagen für bestimmte Materialien.

Sammelsystem Methode und Details
PMD-Beutel Abholung an der Haustür in blauen Beuteln, alle 2-4 Wochen ​
Papier & Karton Abholung an der Haustür, wöchentlich oder zweiwöchentlich ​
Glas Containersammlung mit Trennung nach Farben ​
Recyclingrate 2023 97% aller Haushaltsverpackungen ​
Verarbeitung in Belgien 80% der Materialien ​
Partnerunternehmen Über 4.500 in ganz Belgien ​

Fost Plus arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen. Das Unternehmen investiert in neue Technologien für die Sortierung. Optische Sortiersysteme können verschiedene Kunststoffarten erkennen und trennen. Dies verbessert die Qualität der recycelten Materialien. Fost Plus führt auch Informationskampagnen durch. Diese Kampagnen erklären den Bürgern, wie sie ihren Abfall richtig trennen können.

3. EU-Kreislaufwirtschaftsgesetz 2026

Die Europäische Union plant für 2026 ein wichtiges Gesetz, das die Kreislaufwirtschaft revolutionieren wird. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz wird einen vollständig integrierten Binnenmarkt für sekundäre Rohstoffe schaffen. Dies bedeutet, dass recycelte Materialien genauso einfach gehandelt werden können wie neue Rohstoffe. Das Gesetz erhöht das Angebot an hochwertigen recycelten Materialien in der gesamten EU. Es stimuliert auch die Nachfrage nach diesen Materialien in verschiedenen Industrien.

Das Ziel der EU ist ehrgeizig und weitreichend. Die Union möchte bis 2030 Weltmarktführer in der Kreislaufwirtschaft werden. Dies erfordert massive Investitionen in Infrastruktur und Technologie. Belgien ist bereits gut positioniert, um von diesem Gesetz zu profitieren. Das Land hat schon jetzt einige der höchsten Recyclingraten in Europa. Die Infrastruktur ist vorhanden und funktioniert effizient. Die deutschsprachige Gemeinschaft kann ihre Führungsrolle in diesem Bereich weiter ausbauen und von neuen EU-Fördermitteln profitieren.

Gesetzesmerkmal Beschreibung und Auswirkungen
Verabschiedung 2026 geplant durch EU-Parlament ​
Hauptziel Binnenmarkt für Sekundärrohstoffe schaffen ​
EU-Ziel Weltmarktführer Kreislaufwirtschaft bis 2030 ​
Fokus Hochwertige recycelte Materialien fördern ​
Vorteile für Belgien Stärkung bestehender Systeme ​

Das Gesetz wird auch Mindeststandards für Recycling in allen EU-Ländern festlegen. Dies schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen. Unternehmen müssen in Produktdesign investieren, das Recycling erleichtert. Dies nennt man Ökodesign. Produkte sollen von Anfang an so gestaltet werden, dass ihre Materialien später leicht recycelt werden können.

4. Fortgeschrittene chemische Recycling-Technologie

Indaver, ein führendes europäisches Abfallmanagement-Unternehmen, hat in Belgien eine bahnbrechende Anlage gebaut. Die Plastics2Chemicals-Anlage nutzt fortgeschrittene Technologie, um Kunststoffabfälle in wertvolle chemische Grundstoffe zu recyceln. Diese Anlage startete ihren Betrieb im Jahr 2025 mit einer Anfangskapazität von 26.000 Tonnen pro Jahr. Dies ist erst der Anfang. Bis 2028 soll die Kapazität auf beeindruckende 65.000 Tonnen pro Jahr erweitert werden. Bei voller Kapazität wird dies die größte Depolymerisationsanlage in ganz Europa sein.

Die Technologie hinter dieser Anlage ist hochinnovativ. Sie nutzt chemische Prozesse, um End-of-Life-Kunststoffe in ihre Grundbausteine zu zerlegen. Dieser Prozess wird Depolymerisation genannt. Die Anlage kann verschiedene Arten von Kunststoffen verarbeiten, die mit traditionellen mechanischen Methoden nicht recycelt werden können. Die gewonnenen Chemikalien haben die gleiche Qualität wie neu produzierte Chemikalien. Diese können wieder in der chemischen Industrie verwendet werden, um neue Produkte herzustellen.

Anlagendetails Information und Spezifikationen
Standort Hafen von Antwerpen-Brügge ​
Betriebsstart
Anfangskapazität 26.000 Tonnen Kunststoff/Jahr ​
Zielkapazität (2028) 65.000 Tonnen/Jahr ​
Direkte Arbeitsplätze 50 hochqualifizierte Stellen ​
Technologie Chemische Depolymerisation ​
Status Größte Anlage Europas bei Vollausbau ​

Die Anlage befindet sich strategisch im Hafen von Antwerpen. Dieser Standort bietet hervorragende Transportverbindungen. Kunststoffabfälle können leicht per Schiff oder LKW angeliefert werden. Die Anlage schafft etwa 50 direkte Arbeitsplätze in hochqualifizierten Bereichen. Zusätzlich entstehen indirekte Arbeitsplätze in der Logistik und Zulieferindustrie. Die Investition zeigt, dass fortgeschrittenes Recycling wirtschaftlich rentabel sein kann.

5. Pyrolyse-Technologie für Plastikabfälle

Renewi, ein großes Abfallmanagement-Unternehmen, und Freepoint Eco-Systems entwickeln gemeinsam eine hochmoderne Anlage in Gent. Diese Anlage wird Plastikabfälle sortieren, aufbereiten und mit Pyrolyse-Technologie behandeln. Pyrolyse ist ein thermochemischer Prozess, bei dem Materialien in einer sauerstofffreien Umgebung erhitzt werden. Die Kunststoffe werden bei hohen Temperaturen ohne Verbrennung in kleinere Moleküle zerlegt. Diese Moleküle können als wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden.

Die neue Anlage am Standort Kluizendok in Gent wird jährlich 80.000 Tonnen Kunststoffabfälle verarbeiten. Dies sind Kunststoffe, die sonst in Verbrennungsanlagen enden würden. Jetzt können sie als Rohstoff für fortgeschrittenes Recycling dienen. Die Pyrolyse wandelt die Kunststoffe in Pyrolyseöl um. Dieses Öl kann in der petrochemischen Industrie verwendet werden. Es dient als Ausgangsmaterial für neue Kunststoffe oder andere chemische Produkte. Der gesamte Prozess ist nachhaltiger als die Verbrennung, weil die Materialien im Kreislauf bleiben.

Pyrolyse-Projekt Details und Spezifikationen
Projektpartner Renewi & Freepoint Eco-Systems ​
Standort Kluizendok, Gent, Flandern ​
Jahreskapazität 80.000 Tonnen Kunststoffabfälle ​
Technologie Thermische Pyrolyse ohne Sauerstoff ​
Hauptnutzen Vermeidung von Verbrennung, Rohstoffgewinnung ​
Produkt Pyrolyseöl für Industrie ​

Die Investition in Pyrolyse-Technologie zeigt einen wichtigen Trend. Belgien bewegt sich von einfacher Abfallverbrennung zu echtem Recycling. Die Technologie ist eine wichtige Innovation für die Kreislaufwirtschaft. Sie ermöglicht es, Kunststoffe zu recyceln, die bisher als nicht recycelbar galten. Dies erhöht die Gesamtrecyclingrate und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen für neue Kunststoffproduktion.

6. Hohe Recyclingraten in Belgien

Belgien hat in den letzten Jahren beeindruckende Recyclingraten erreicht, die international anerkannt werden. Über 80 Prozent der Verpackungsabfälle werden erfolgreich recycelt. Dies ist eine der höchsten Raten in ganz Europa und weltweit. Nur wenige Länder können mit dieser Leistung mithalten. Das Land nutzt ein strenges und gut organisiertes Sortiersystem. Haushalte und Unternehmen müssen ihren Abfall nach verschiedenen Materialien trennen. Dies macht das Recycling effizienter und die recycelten Materialien hochwertiger.

Die Wallonische Region, die an die deutschsprachige Gemeinschaft angrenzt, hat besonders innovative Prozesse entwickelt. Etwa 80 Prozent aller sperrigen Kunststoffe werden in speziellen Recyclinghöfen sortiert und recycelt. Forscher haben umfangreiche Studien durchgeführt. Sie schätzen, dass jährlich etwa 4.500 Tonnen sperrige Kunststoffabfälle allein in Wallonien recycelt werden können. Das System wird kontinuierlich verbessert und optimiert. Neue Sortiertechnologien werden eingeführt, um noch mehr Materialien zu recyceln.

Recycling-Kennzahlen Wert und Details
Verpackungsabfälle gesamt 80%+ recycelt ​
Sperrige Kunststoffe 80% Recyclingrate in Wallonien ​
Jährliches Potenzial Wallonien 4.500 Tonnen sperrige Kunststoffe ​
Rang in Europa Unter den Top 3 Ländern ​
Entwicklung Kontinuierliche Verbesserung seit 2010 ​

Der Erfolg basiert auf mehreren Faktoren. Erstens gibt es klare gesetzliche Vorgaben für Abfalltrennung. Zweitens ist die Infrastruktur hervorragend ausgebaut. Jede Gemeinde hat Zugang zu Recyclinghöfen. Drittens gibt es umfassende Bildungskampagnen. Bürger werden von klein auf über die Wichtigkeit von Recycling informiert. Viertens arbeitet der öffentliche Sektor eng mit privaten Unternehmen zusammen.

7. Elektronikschrott-Recycling

Renewi E-Waste ist ein wichtiger Akteur in Europas Kreislaufwirtschaft für elektronische Geräte. Das Unternehmen hat eine strategische Partnerschaft mit Recydel SA in Belgien entwickelt. Die Hauptanlage in Wandre liegt strategisch günstig an wichtigen europäischen Transportwegen. Diese Lage ermöglicht effiziente Logistik. Die Anlage verarbeitet jährlich bis zu 65.000 Tonnen Kühlgeräte und andere Haushaltsgeräte. Die Abfallströme kommen aus mehreren Ländern: Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland.

Die Verarbeitung von Elektronikschrott ist komplex und erfordert Fachwissen. Kühlgeräte enthalten gefährliche Substanzen wie FCKW und andere Kältemittel. Diese müssen sicher entfernt und behandelt werden. Die Geräte werden zerlegt und ihre Komponenten getrennt. Metalle wie Kupfer, Aluminium und Stahl werden zurückgewonnen. Kunststoffe werden separat gesammelt. Sogar die Isolationsmaterialien werden recycelt.

In Waalwijk in den Niederlanden betreibt Renewi Europas größte Kunststoff-Recyclinganlage speziell für WEEE-Materialien (Waste Electrical and Electronic Equipment). Die hochmoderne Anlage verfügt über vier fortgeschrittene Produktionslinien. Jährlich werden etwa 50 Millionen Kilogramm ausrangierte Kunststoffe aus Elektrogeräten verarbeitet. Diese werden in hochwertige Kreislaufmaterialien umgewandelt. Die recycelten Kunststoffe können wieder in neuen Elektrogeräten verwendet werden.

E-Waste Recycling Information und Kapazitäten
Hauptstandort Belgien Wandre, nahe Lüttich ​
Jahreskapazität 65.000 Tonnen Kühl- und Haushaltsgeräte ​
Herkunftsländer Abfall Belgien, Niederlande, Frankreich, Deutschland ​
Kunststoffverarbeitung 50 Millionen kg/Jahr in Waalwijk ​
Produktionslinien 4 fortgeschrittene Linien ​
Status Größte WEEE-Kunststoff-Anlage Europas ​

Das Recycling von Elektronikschrott ist besonders wichtig. Diese Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie seltene Erden und Edelmetalle. Gleichzeitig enthalten sie gefährliche Substanzen, die nicht in die Umwelt gelangen dürfen. Professionelles Recycling schützt die Umwelt und gewinnt wertvolle Materialien zurück.

8. Plastikverpackungs-Recycling

Belgien baut seine Recyclingkapazität für Kunststoffverpackungen schnell und systematisch aus. Vor nur fünf Jahren wurden lediglich 9 Prozent der Haushaltskunststoffverpackungen im Land selbst recycelt. Der Rest wurde exportiert oder verbrannt. Heute ist die Rate deutlich höher und steigt kontinuierlich. Morssinkhof-Rymoplast Group, ein führendes Recyclingunternehmen, hat im Jahr 2025 den Grundstein für eine hochmoderne neue Anlage gelegt. Es ist bereits ihre dritte Anlage in Belgien. Dies zeigt das starke Engagement des Unternehmens für den belgischen Markt.

Die neue Anlage wird eine breite Palette von Haushaltsabfällen recyceln. Dazu gehören Milchflaschen aus HDPE, Butterdosen aus PP, Shampoo-Behälter aus PET und viele andere Kunststoffverpackungen. Die gesammelten Materialien durchlaufen mehrere Verarbeitungsschritte. Zuerst werden sie sortiert und gereinigt. Dann werden sie zerkleinert und zu Granulat verarbeitet. Dieses Granulat wird zu hochwertigen recycelten Rohstoffen aufbereitet. Diese können direkt in der Verpackungsindustrie wiederverwendet werden. Einige Kunststoffe erreichen sogar Lebensmittelqualität.

Plastikverpackungen Details und Entwicklung
Frühere Rate vor 5 Jahren 9% inländisch recycelt ​
Neue Anlage Betreiber Morssinkhof-Rymoplast Group ​
Neue Arbeitsplätze 65 qualifizierte Stellen ​
Sammelsystem PMD-Sammlung an der Haustür ​
Verarbeitete Materialien HDPE, PP, PET, weitere Kunststoffe ​
Produktqualität Bis zu Lebensmittelqualität ​

Die Anlage schafft 65 neue Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen. Es gibt Jobs für Maschinenbediener, Techniker, Qualitätskontrolleure und Verwaltungspersonal. Sie arbeitet eng mit dem nationalen PMD-System zusammen. Die Investition zeigt, dass das Recycling von Kunststoffen wirtschaftlich attraktiv geworden ist. Die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen steigt kontinuierlich.

9. Regionale Abfallwirtschaft

Belgien arbeitet mit einem dezentralen System für Abfallwirtschaft, das Flexibilität und Effizienz ermöglicht. Jede Region – Flandern, Wallonien und Brüssel – entwickelt eigene Strategien und Programme. Die deutschsprachige Gemeinschaft hat innerhalb dieses Systems ihre eigenen klaren Prioritäten. Dies ermöglicht es, die Politik an die spezifischen Bedürfnisse der Region anzupassen. Die kleinere Größe der deutschsprachigen Gemeinschaft erlaubt schnellere Entscheidungen und flexiblere Umsetzungen.

Die deutschsprachige Gemeinschaft hat für die Jahre 2025 und 2026 ausgeglichene Budgets vorgelegt. Dies ist bemerkenswert, da die anderen belgischen Regionen Defizite haben. Minister-Präsident Oliver Paasch betonte in seiner Haushaltsrede, dass die Gemeinschaft trotz wirtschaftlicher Herausforderungen finanziell stabil bleibt. Die Regierung investiert strategisch in wichtige Bereiche. Bildung erhält zusätzliche Mittel für moderne Ausstattung. Die Gesundheitsversorgung wird gestärkt. Die Investitionen in die Kinderbetreuung werden deutlich erhöht, um Familien zu unterstützen.

Regionale Verwaltung Merkmale und Organisation
Verwaltungssystem Dezentral mit regionaler Autonomie ​
Hauptregionen Flandern, Wallonien, Brüssel ​
Deutschsprachige Gemeinschaft Ausgeglichenes Budget 2025-2026 ​
Bevölkerung Etwa 77.000 Einwohner ​
Hauptinvestitionsbereiche Bildung, Gesundheit, Kinderbetreuung ​
Finanzstatus Einzige Region mit Budgetüberschuss ​

Das dezentrale System hat Vorteile. Jede Region kann Lösungen entwickeln, die zu ihrer Bevölkerung passen. Die deutschsprachige Gemeinschaft kann mit den wallonischen und flämischen Nachbarn zusammenarbeiten. Gleichzeitig behält sie ihre eigene Identität und Autonomie. Dies fördert Innovation und effizienten Ressourceneinsatz.

10. Zukunftsausblick für 2026

Im Jahr 2026 wird die Kreislaufwirtschaft in Belgien und besonders in der deutschsprachigen Gemeinschaft weiter wachsen und sich entwickeln. Das neue EU-Kreislaufwirtschaftsgesetz wird europaweit neue Standards setzen. Belgien ist dank seiner jahrelangen Investitionen und Erfahrungen gut positioniert, um diese neuen Standards nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Die deutschsprachige Gemeinschaft wird ihre Rolle als regionaler Vorreiter weiter ausbauen. Neue Recyclinganlagen werden ihren Betrieb aufnehmen oder ihre Kapazitäten erweitern.

Die wirtschaftliche Entwicklung Belgiens wird sich 2026 positiv fortsetzen, trotz globaler Unsicherheiten. Wirtschaftsexperten prognostizieren ein Wachstum von 1,1 Prozent für das Jahr. Es werden schätzungsweise 38.000 neue Arbeitsplätze in verschiedenen Sektoren geschaffen. Viele dieser neuen Jobs entstehen im Bereich der grünen Wirtschaft und Kreislaufwirtschaft. Dies schließt Recyclingunternehmen, Reparaturbetriebe, Abfallwirtschaft und Umwelttechnologie ein. Die Kreislaufwirtschaft bietet große Chancen für Innovation, Unternehmertum und qualifizierte Beschäftigung.

Prognose 2026 Wert und Erwartungen
Wirtschaftswachstum Belgien 1,1% BIP-Wachstum erwartet ​
Neue Arbeitsplätze 38.000 zusätzliche Jobs ​
EU-Gesetz Verabschiedung geplant ​
Neue Recyclinganlagen Mehrere gehen in Betrieb ​
Investitionen Fortsetzung in grüne Technologien ​
Recyclingrate Ziel Weitere Steigerung über 85% ​

Die Digitalisierung wird die Abfallwirtschaft weiter verbessern. Intelligente Sammelsysteme mit Sensoren können Füllstände überwachen. Dies optimiert Sammelrouten und reduziert Kosten. Künstliche Intelligenz wird in Sortieranlagen eingesetzt, um verschiedene Materialien noch präziser zu trennen. Blockchain-Technologie könnte die Nachverfolgbarkeit von Materialien verbessern. Bürger könnten über Apps sehen, was mit ihrem recycelten Abfall passiert.

Zusammenfassung und Ausblick

Die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens zeigt eindrucksvoll und beispielhaft, wie moderne Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert. Von sozialen Unternehmen wie RCYCL über das hocheffiziente Fost Plus System bis zu modernsten chemischen Recyclinganlagen entwickelt die Region kontinuierlich innovative Lösungen. Die außergewöhnlich hohen Recyclingraten von über 80 Prozent und die fortgeschrittenen Technologien sind international vorbildlich. Im Jahr 2026 wird Belgien seine Position als europäischer Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft weiter festigen und ausbauen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Einrichtungen, privaten Unternehmen und sozialen Unternehmen ist der Schlüssel zum bisherigen Erfolg. Jeder Akteur bringt seine Stärken ein. Die Regierung schafft den rechtlichen Rahmen und Anreize. Private Unternehmen investieren in Technologie und Infrastruktur. Soziale Unternehmen verbinden ökologische mit sozialen Zielen. Das neue EU-Kreislaufwirtschaftsgesetz wird zusätzliche Impulse geben und neue Möglichkeiten eröffnen.

Die deutschsprachige Gemeinschaft hat bereits bewiesen, dass wirtschaftliche Stabilität und ambitionierter Umweltschutz nicht im Widerspruch stehen. Im Gegenteil: Sie verstärken sich gegenseitig. Investitionen in Kreislaufwirtschaft schaffen Arbeitsplätze, reduzieren Kosten und schützen die Umwelt. Die Region ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie eine nachhaltige Wirtschaft funktionieren kann. Die Zukunft der Kreislaufwirtschaft in der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ist nicht nur vielversprechend, sondern wird aktiv gestaltet. Mit Innovation, Engagement und der Zusammenarbeit aller Beteiligten wird die Region ihren Weg zu einer vollständigen Kreislaufwirtschaft fortsetzen.