Chinesische Frau wegen Diebstahls von 6 kg Gold im Pariser Museum verhaftet
Eine 24-jährige Frau aus China steht unter Verdacht, in einem spektakulären Einbruch Goldbarren im Wert von Millionen Euro aus dem renommierten Nationalmuseum für Naturgeschichte in Paris gestohlen zu haben. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat sie am 13. Oktober vorläufig angeklagt – unter anderem wegen organisierter Diebstahls und krimineller Verschwörung. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 15. auf den 16. September und hat nicht nur die französischen Behörden, sondern auch internationale Experten in Aufruhr versetzt. Das Museum, das Teil der Sorbonne-Universität ist und eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zu Naturwissenschaften beherbergt, wurde Ziel eines professionell geplanten Raubs, der die Sicherheitslücken in Pariser Kulturinstitutionen offenlegt.
Dieser Fall erinnert an frühere Kunstraube in Frankreich, wie den berühmten Diebstahl von Gemälden aus dem Musée d’Art Moderne in Paris 2010, doch hier geht es um natürliche Schätze mit enormem historischen und wissenschaftlichen Wert. Laut offiziellen Angaben der Staatsanwaltschaft und Berichten der Nachrichtenagentur AFP vom 21. Oktober handelt es sich um eine der teuersten Museumseinbrüche in Frankreich in den letzten Jahren. Die Frau, die seit mehreren Jahren in Europa lebt, wurde nach intensiver internationaler Fahndung festgenommen, doch die Ermittler suchen weiter nach möglichen Komplizen.
Der Einbruch ins Museum: Eine nächtliche Operation
Der Einbruch fand in den frühen Morgenstunden des 16. Septembers statt, als Paris noch in tiefer Nacht lag. Um etwa 1 Uhr morgens betrat die Verdächtige das Gelände des Nationalmuseums für Naturgeschichte im Jardin des Plantes, einem der ältesten botanischen Gärten der Welt. Das Museum, das 1635 gegründet wurde, beherbergt über 68 Millionen Exemplare und zieht jährlich rund 1,5 Millionen Besucher an. Es ist bekannt für seine Ausstellungen zu Mineralogie, Paläontologie und Edelmetallen, die oft als Grundlage für wissenschaftliche Forschung dienen.
Basierend auf den Aufnahmen der Sicherheitskameras drang die Frau allein ein und verließ das Gebäude gegen 4 Uhr morgens, beladen mit ihrer Beute. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus, betont jedoch, dass die Präzision des Einbruchs auf Vorbereitung hindeutet – möglicherweise mit Hilfe von Insiderwissen oder externer Unterstützung. Der Raub wurde erst am Vormittag des 16. Septembers entdeckt, als eine Reinigungskraft im Ausstellungssaal für Mineralien Trümmer und Glasscherben auf dem Boden fand. Sofort wurde der Alarm ausgelöst, und das Museum schloss vorübergehend seine Türen, um eine gründliche Untersuchung zu ermöglichen.
Forensische Experten der französischen Polizei, unterstützt vom Institut de Recherche Criminelle de la Gendarmerie Nationale (IRCGN), analysierten den Tatort detailliert. Sie stellten fest, dass zwei innere Türen mit einem hochpräzisen Schneidwerkzeug – wahrscheinlich einer Plasmaschneider – durchschnitten worden waren, um Zugang zum gesicherten Bereich zu erhalten. Die Vitrine, die die Goldnuggets schützte, wurde mit einer Schweißbrennschneidpistole geöffnet, was auf Fachwissen in der Metallverarbeitung hindeutet. In der Nähe des Tatorts lagen zurückgelassene Werkzeuge ein Schneidbrenner, ein Schraubendreher, drei Gasflaschen mit Brennstoff für Schweißarbeiten, eine Säge und sogar Handschuhe mit Rückständen von Metallspänen. Die Staatsanwaltschaft erklärte in ihrer Pressemitteilung „Die Kameras bestätigen eindeutig, dass eine einzelne Person um 1 Uhr eintrat und um 4 Uhr das Museum verließ, ohne dass Alarme ausgelöst wurden.“
Dieser Vorfall wirft Fragen zur Museumssicherheit auf. Das Nationalmuseum für Naturgeschichte verfügt über moderne Alarmanlagen, Infrarotsensoren und 24-Stunden-Überwachung, doch scheinbar umging die Täterin diese durch eine sorgfältig geplante Route. Experten von Interpol, die in ähnlichen Fällen beraten, weisen darauf hin, dass Kunstraube in Europa zunehmen, mit einem Schaden von über 100 Millionen Euro jährlich. Berichte der BBC und Le Monde vom 21. Oktober unterstreichen, dass der Einbruch keine Spuren von Gewalt zeigte, was auf einen „sauberen“ Raub hinweist, der möglicherweise Teil eines größeren Netzwerks ist.
Die gestohlenen Schätze: Historische Goldnuggets mit einzigartigem Wert
Die Beute umfasst natürliche Goldnuggets mit einem Gesamtgewicht von etwa 6 Kilogramm – keine industriell hergestellten Barren, sondern seltene, geologische Funde, die seit Jahrhunderten in der Wissenschaftsforschung genutzt werden. Die Pariser Staatsanwaltschaft schätzt den materiellen Schaden auf rund 1,5 Millionen Euro, was bei aktuellen Goldpreisen von etwa 2.500 Euro pro Kilogramm den reinen Metallwert bei über 300.000 Euro liegen lässt. Der höhere Betrag ergibt sich aus dem Sammler- und Forschungs wert: Diese Stücke sind einzigartige Zeugnisse der Erdgeschichte und internationaler Gaben. In Umrechnung entspricht das etwa 2,2 Millionen US-Dollar oder über 2 Milliarden südkoreanische Won, wie in Berichten der AFP angegeben.
Die gestohlenen Objekte sind Highlights der Mineraliensammlung des Museums und stammen aus verschiedenen Epochen und Regionen der Welt. Dazu gehören:
- Ein beeindruckendes Goldnugget aus Bolivien, das im 18. Jahrhundert der Französischen Akademie der Wissenschaften als diplomatisches Geschenk überreicht wurde. Es symbolisiert die Kolonialzeit und die Entdeckung neuer Welten, mit einer Oberfläche, die natürliche Adern zeigt, die Geologen faszinieren.
- Ein Nugget aus den Ural-Bergen in Russland, das 1833 vom Zaren Nikolaus I. persönlich dem Museum gespendet wurde. Dieses Stück, gewogen etwa 1 Kilogramm, repräsentiert die imperiale Ära Russlands und wurde in Ausstellungen zur Geologie Osteuropas präsentiert.
- Ein Fund aus dem kalifornischen Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts, der die Ära der Pioniere und des amerikanischen Westens verkörpert. Entdeckt in den 1840er Jahren, trägt es Spuren von Flussablagerungen und war ein Symbol für den Boom, der Millionen nach Kalifornien lockte.
- Das größte Stück: Ein Nugget von über 5 Kilogramm, das 1990 in den australischen Goldfeldern von Kalgoorlie gefunden wurde. Australien ist einer der größten Goldproduzenten weltweit, und dieses Exemplar wurde als eines der massivsten natürlichen Nuggets des 20. Jahrhunderts gefeiert.
Diese Artefakte waren in einer speziellen Vitrine in der Galerie de Minéralogie ausgestellt, die seit 2006 renoviert wurde, um die Exponate besser zu präsentieren. Museumskuratoren, zitiert in Le Monde, betonen ihren wissenschaftlichen Nutzen: Sie dienen als Referenz für Studien zu Goldvorkommen und Mineralbildung. Der Verlust ist daher nicht nur finanziell, sondern auch kulturell gravierend. Die UNESCO, die das Museum als Teil des Weltkulturerbes anerkennt, hat den Fall als „Alarmzeichen für den globalen Kulturschutz“ bezeichnet. Quellen wie die offizielle Museumswebsite und wissenschaftliche Publikationen bestätigen die Authentizität und den historischen Kontext dieser Stücke.
Die Festnahme in Spanien: Von Paris nach Barcelona
Die Verdächtige wurde am 30. September – nur zwei Wochen nach dem Einbruch – in Barcelona, Spanien, festgenommen, dank einer koordinierten Operation zwischen französischen, spanischen und internationalen Behörden. Bei ihrer Verhaftung in einer Vorstadt von Barcelona versuchte sie laut Ermittlern, fast 1 Kilogramm geschmolzene Goldfragmente zu verkaufen oder zu entsorgen. Experten der spanischen Guardia Civil fanden die Reste in ihrem Gepäck, vermischt mit Alltagsgegenständen, was auf einen Versuch hinweist, die Beute unkenntlich zu machen. Genauere Details zu ihrem Käuferkreis oder den Methoden halten die Behörden unter Verschluss, um weitere Verhaftungen nicht zu gefährden.
Am Tag des Raubs hatte die Frau bereits versucht, Frankreich Richtung China zu verlassen. Flughafendaten aus Paris-Charles-de-Gaulle zeigen, dass sie ein Ticket nach Peking buchen wollte, doch der Flug wurde nicht angetreten – möglicherweise durch eine Warnung der Polizei. Ihre Festnahme erfolgte nach einer internationalen Fahndung über Interpol, die ihr Foto und Beschreibungen aus den Museumskameras nutzte. Die Frau, die in Frankreich als Touristin oder Studentin gemeldet war, lebt seit mindestens drei Jahren in Europa, wie Ausweispapiere ergeben. Am 13. Oktober wurde sie per Auslieferungsvertrag an Frankreich überstellt und sofort in Untersuchungshaft genommen.
Die spanischen Behörden kooperierten eng mit der französischen Police Judiciaire, wie in einem Statement der Europol vom 1. Oktober dokumentiert. Reuters berichtet, dass bei der Razzia in Barcelona auch elektronische Geräte sichergestellt wurden, die möglicherweise mit Planung des Einbruchs in Verbindung stehen – darunter Karten des Museums und Online-Recherchen zu Goldpreisen. Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, ob sie Teil eines organisierten Rings ist, der auf asiatischen Märkten für illegales Gold operiert. Solche Netzwerke sind in Europa bekannt, mit Verbindungen nach Südostasien, wo Goldnuggets hoch gehandelt werden.
Offene Fragen und Parallelen zu anderen Fällen: Ein Systemproblem in Pariser Museen
Die Ermittlungen sind in vollem Gange, und französische Behörden jagen weiter nach potenziellen Komplizen. Die Professionalität des Einbruchs – inklusive der Nutzung spezialisierter Werkzeuge – deutet auf ein Team hin, das die Frau unterstützt haben könnte. Parallel dazu bearbeiten die Ermittler den Schmuckraub am Louvre-Museum vom 19. September, bei dem Juwelen im Wert von Hunderttausenden Euro entwendet wurden. Dieser Fall, der in den Räumen des berühmten Museums stattfand, hat die Sicherheitsdebatten angeheizt.
Heute, am 22. Oktober, tritt Laurence des Cars, die Direktorin des Louvre, vor dem Senatsausschuss für Kultur an. Sie wird zu den anhaltenden Sicherheitslücken in Pariser Museen aussagen, einschließlich unzureichender Nachtüberwachung und veralteter Alarmanlagen. Des Cars hat bereits in Interviews mit France Info betont: „Wir müssen unsere Ressourcen aufstocken, um solche Vorfälle zu verhindern.“ Der Senat plant, ein Budget von 50 Millionen Euro für Museumsicherheit freizugeben, inspiriert von EU-Richtlinien.
Dieser Raub unterstreicht breitere Herausforderungen im Kulturbereich. Die UNESCO warnt in ihrem Jahresbericht 2025 vor steigenden Kunstraub-Risiken in Europa, mit einem Fokus auf organisierte Banden aus Asien, die auf hochwertige Artefakte abzielen. In Frankreich, das über 1.200 Museen betreibt, ereignen sich jährlich Dutzende solcher Diebstähle, oft mit internationalem Nachhall. Das Nationalmuseum für Naturgeschichte plant nun umfassende Upgrades: Neue biometrische Systeme, verstärkte Vitrinen und KI-gestützte Kameras sollen ab 2026 installiert werden.
Informationen wurden von MSN und BBC gesammelt.
