Architektur

5 Beispiele für geothermische Kühlung in intelligenten österreichischen Gebäuden

Geothermische Kühlung nutzt die konstante Temperatur des Untergrunds, um Gebäude effizient zu kühlen. In Österreich setzen innovative Projekte diese Technologie kombiniert mit smarten Steuerungen ein, um Energie zu sparen und Komfort zu steigern. Hier sind fünf herausragende Beispiele:

1. Aspern Seestadt (Wien)

Das Projekt: In Wiens neuer Stadtteilentwicklung Aspern Seestadt kommen geothermische Systeme in mehreren Gebäuden zum Einsatz. Erdwärmesonden in 150 Metern Tiefe liefern die Grundlage für die Kühlung über Betonkerntemperierung.

Intelligente Steuerung: Sensoren messen Raumtemperatur, Außenklima und Energiebedarf. Die Gebäudeautomation regelt dann den Kühlbedarf automatisch und vermeidet Überkühlung.

Energieeffizienz: Bis zu 40% weniger Kühlenergiebedarf im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen.

Kennzahl Wert
Tiefe der Sonden 150 m
Energieeinsparung 30-40%
Primäre Kühltechnik Betonkerntemperierung

2. Wohnanlage Mühlgrundgasse (Wien)

Innovation im sozialen Wohnbau: Diese 155-Wohnungen-Anlage kombiniert Geothermie mit Windstrom für eine CO₂-neutrale Kühlung und Heizung.

Funktionsweise: Wasser durchströmt Rohre in den Betondecken – im Sommer mit 18°C für natürliche Kühlung, im Winter mit 28°C zum Heizen.

Smart Grid-Anbindung: Überschüssiger Windstrom wird für die Wärmepumpe genutzt, Lastspitzen werden durch die thermische Speichermasse des Betons abgefedert.

3. Projekt SMART Block_Geblergasse (Wien)

Kalte Nahwärme: Ein dezentrales Netz verbindet 8 Gebäude über Erdwärmesonden (150 m tief). Wärmepumpen entziehen im Sommer Wärme aus den Räumen und speichern sie im Boden für den Winter.

Intelligente Regelung: Ein Algorithmus optimiert den Energieaustausch zwischen den Gebäuden – wer Überschuss an Kälte hat, speist das Netz.

Kühlkomfort: Die Fußbodenheizung wird im Sommer zur Kühlung genutzt, was 50% weniger Energie als Klimaanlagen benötigt.

Vorteil Wirkung
Saisaler Speicher Sommerwärme → Winterheizung
Netzoptimierung Lastausgleich zwischen Gebäuden
Kühlmethode Flächenkühlung über Fußboden

4. solSPONGEhigh (Vorarlberg)

Plusenergie-Gebäude: Dieses Wohnhaus produziert mehr Energie als es verbraucht. Geothermische Kühlung via Erdsonden und Bauteilaktivierung ist Kern des Konzepts.

Smart Home-Integration: Bewohner steuern Kühlleistung per App. Das System lernt Nutzungsverhalten und passt die Vorlauftemperaturen automatisch an.

Ergebnis: Selbst an Hitzetagen (>30°C) bleibt die Raumtemperatur unter 24°C ohne konventionelle Klimatisierung.

5. COOLSKIN-Bürogebäude (Salzburg)

Fassadenintegration: Hier dient die thermoaktive Gebäudehülle zur Kühlung. Wasserführende Rohre in der Fassade entziehen Wärme direkt nach außen.

Geothermie als Puffer: Ein Erdsondenspeicher (300 m tief) nimmt Überschusswärme auf und stellt im Winter Heizenergie bereit.

Steuerung: Sensoren an der Fassade messen solare Einstrahlung und leiten bei Bedarf Kühlwasser – reduziert den Kühlbedarf um 35%.

Warum diese Systeme intelligent sind

  • Selbstlernende Algorithmen optimieren Kühlleistung basierend auf Wetterprognose und Nutzerverhalten.
  • Energierückgewinnung: Abwärme aus Kühlprozessen wird gespeichert und im Winter genutzt.
  • Vernetzung: Gebäude tauschen Energie in Echtzeit aus (z.B. SMART Block), was lokale Stromnetze entlastet.

Vorteile geothermischer Kühlung

  • Kosteneffizienz: Bis zu 50% weniger Betriebskosten gegenüber Klimaanlagen.
  • Ökobilanz: CO₂-Einsparungen von 4-8 Tonnen pro Jahr für ein mittleres Bürogebäude.
  • Komfort: Gleichmäßige, zugfreie Kühlung ohne Temperaturschocks.

Zukunftspotenzial

Österreichs geologische Gegebenheiten – besonders das Molassebecken und Steirische Becken – bieten ideale Voraussetzungen für hydrothermale Systeme. Projekte wie urban pv+geotherm erforschen die Kombination mit Photovoltaik, um ganze Stadtquartiere energieautark zu kühlen und zu heizen.

Geothermische Kühlung in smarten Gebäuden zeigt: Nachhaltigkeit und Komfort schließen sich nicht aus. Die Technologie macht Österreich weniger abhängig von fossilen Energieträgern und ist ein Schlüssel für klimaneutrale Städte.