5 Vorschriften, auf die sich jedes digitale Unternehmen in Europa vorbereiten muss (nach 2025)
Die zunehmende Digitalisierung in Europa bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue Verantwortlichkeiten mit sich. Seit 2023/2024 treten neue EU-Gesetze in Kraft, die digitale Geschäftsmodelle grundlegend verändern werden. Diese Regulierungswelle zielt darauf ab, fairen Wettbewerb zu stärken, Nutzerrechte zu schützen und Innovationen zu begleiten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihr Unternehmen auf die wichtigsten Vorschriften vorbereiten.
1. Digital Services Act (DSA): Transparenz für Onlineplattformen
Der DSA wirkt wie ein Qualitätssiegel fürOnline-Dienste. Warum? Um Risiken durch Desinformation, Hasskommentare oder manipulative Algorithmen zu begrenzen.
Kernanforderungen im Überblick
| Aspekt | Pflichten | Ziel |
| Risk Management | Regelmäßige Risikoanalysen | Vorbeugung gegen schädliche Inhalte |
| Transparenz | Offenlegung von Moderationskriterien | Vertrauen stärken |
| Kontaktbereitschaft | Einfache Meldewege für Nutzer | Beschwerdemanagement |
| Vermarktung | Kennzeichnung bezahlter Inhalte | Werbetranparenz |
Beispiel: Plattformen mit ab 25 Millionen EU-Nutzern müssen jährliche Risikoaudits vornehmen. Unternehmen wie TikTok oder YouTube müssen automatisierte Inhaltsfilter transparent darlegen.
Tipps zur Umsetzung:
- Nutzen Sie Auditoriumssoftware für automatisierte Risikobewertungen.
- Trainieren Sie Teams im Umgang mit rechtlichen Rahmenbedingungen.
- Gestalten Sie die Nutzer-Rückmeldungsprozesse intuitiv – etwa via Dashboard.
2. Digital Markets Act (DMA): Fairer Wettbewerb für große Konzerne
Der DMA zielt darauf ab, Marktmachtmissbrauch durch „Gatekeeper“ (Großkonzerne wie Meta oder Apple) zu verhindern.
Wichtige Regeln
| Vereinsverbot | Umsetzung | Beispiel |
| Bündelungsverbot | Kostenlose Nutzung Kernservices verboten | Instagram nicht exklusiv für Meta-Nutzer |
| Interoperabilität | Schnittstellen für Drittsoftware | Messenger Apps müssen Chats mit anderen Providern tauschen |
| Data Fairness | Daten nur mit Zustimmung teilen | Nicht ohne Erlaubnis Daten an Tochterunternehmen weitergeben |
Verstöße führen zu Bussen bis 20% des globalen Umsatzes – ein klare Abschreckung.
Checkliste für Gatekeeper-Status:
- Jährlicher Umsatz ≥ 7,5 Mrd. € in EU
- ≥ 45 Millionen monatliche Nutzer/Quartalslieferanten
3. Künstliche-Intelligenz-Verordnung (KI-AI-Act): Grenzen für risikobehaftete Systeme
Die EU KI-Verordnung gliedert Algorithmen nach Risikostufen – von unreguliert (gering) über hoch ( streng beschränkt).
Risikoklassifikation im Detail
| Risikostufe | Anwendungsbeispiele | Verbote |
| Unkontrolliert | Chatbots für Kundensupport | Keine Beschränkungen |
| Hoch | Gesichtserkennung in öffentlichen Räumen | Verboten |
| Extrem | Bewerbungsfilter automatisierte Arbeitsplatzentscheidungen | Einschränkungen |
Umsetzungshinweise:
- Dokumentieren Sie KI-Entwicklungsprozesse nachvollziehbar.
- Integrieren Sie Menschenkontrollen für kritische Entscheidungen.
- Schulung der Belegschaft im ethischen KI-Einsatz.
4. Datenverwaltung durch DGA: Teilen statt besitzen
Die Datenverwaltungsverordnung (DGA) soll Datenbereitstellung zwischen Branchen vereinfachen. Für Unternehmen bedeutet das:
Praxis-Werkzeug – Daten-Pools
| Datentyp | Ziel | Beispiel |
| Öffentliche Daten | Frei zugänglich | EU-weite Ladeinfrastruktur-Karten |
| Teilbare Daten | Vereinbarungen regeln Nutzung | Logistikunternehmen teilen Energieverbrauchdaten |
Neue Rechte der Nutzer:
- Daten bei Drittunternehmen anfordern
- Bereitstellung in maschinenlesbaren Formaten gewährleisten
5. Stärkere Urheberrechtsansprüche
Die EU-Urheberrechtsrichtlinie (DSMR) zwingt Plattformen wie YouTube oder TikTok, Urheberrechtsverstöße aktiv zu filtern.
Konkrete Folgen für Unternehmen
| Maßnahme | Technische Umsetzung | Beispiel |
| Upload-Filter | Automatische Content-Erkennung | Blockierung zweimal hochgeladener Musikvideos |
| Fair-Use-Klärung | Kontextanfrage der Nutzer | Schulfacharbeit als zulässig markieren |
| Entschädigungen | Lizenzsysteme entwickeln | Monetarisierung von Nutzer-Gerade mit Revenue-Sharing |
Tipps gegen rechtliche Risiken:
- Nutzen Sie Content-ID-Werkzeuge wie YouTube Studio.
- Erstellen Sie eine Transparenz-Landseite zu Inhaltsrichtlinien.
Interessante Fakten vs. Mythen
Falsch: “Nur Tech-Riesen unterliegen DSA-Regeln.”
Korrekt: 45 Mio. Nutzer pro Quartal machen auch mittelständische Unternehmen relevant.
Wachstumstreiber: Klare Regeln schaffen Investitionssicherheit – besonders im FinTech-Bereich.
Checkliste für Unternehmen
| Regel | Erste Schritte | Ressourcenbedarf |
| DSA | Risk Reporting-Systeme einrichten | IT/Rechtliche Unterstützung |
| DMA | Partnerschaftsverträge prüfen | Compliance-Teams |
| KI-AI | Audits für bestehende Tools | Ethik-Expertise |
| DGA | Datenverträge aktualisieren | Data Governance Officer |
