Raum

5 Erkenntnisse aus den ESA-Verträgen Belgiens im Wert von 746 Millionen Euro (2015–2020)

Belgien spielt eine zentrale Rolle in der europäischen Raumfahrt – als fünfgrößter ESA-Beitraggeber und mit einer leistungsstarken Industrie. Zwischen 2015 und 2020 erhielten belgische Unternehmen ESA-Verträge im Wert von 746 Millionen Euro. Diese Verträge prägten nicht nur die nationale Raumfahrt, sondern auch die Wirtschaft und Technologieentwicklung des Landes.

1. Wirtschaftliche Auswirkungen: Mehrwert durch Raumfahrtinvestitionen

Die ESA-Verträge lösten eine Kettenreaktion aus:

  • 642 Millionen Euro Mehrwert entstanden durch direkte und indirekte Effekte.
  • 1,566 Milliarden Euro Umsatz generierten die beteiligten Unternehmen.
  • 6.473 Vollzeitjobs wurden geschaffen – direkt in Unternehmen, indirekt in Zulieferbetrieben und durch Spin-offs.
Kennzahl Wert
Investitionen (ESA) 559 Mio. Euro
Mehrwert 642 Mio. Euro
Umsatz 1,566 Mrd. Euro
Beschäftigte 6.473 Vollzeitjobs

2. Technologische Innovationen: PROBA-Satelliten als Flaggschiff

Belgien setzt auf kleine Satelliten zur Technologievalidierung:

  • PROBA-1 (seit 2001 im Orbit): Längste Mission der ESA-Geschichte für Erdbeobachtung.
  • PROBA-V (2013): Überwachung von Vegetationsmuster und Umweltveränderungen.
  • PROBA-3 (geplant): 144 Meter langer Solar-Korona-Teleskop durch präzise Formation.
Satellit Startjahr Hauptaufgabe
PROBA-1 2001 Technologievalidierung, Erdbeobachtung
PROBA-V 2013 Vegetationsmonitoring, Klimaforschung
PROBA-3 Geplant Solare Korona-Forschung

3. Strukturelle Vorteile: „Fair Return“ der ESA

Belgien profitiert vom Gegenleistungsprinzip der ESA:

  • Jeder Euro im ESA-Budget löst Aufträge in gleichem Umfang aus.
  • 68% des Copernicus-Space-Components-Budgets stammen von der ESA.
  • Belgien erhält als 5. größter Beitraggeber verhältnismäßig viele Aufträge zu.

Beispiel: Copernicus-Programm (2014–2021)

Komponente Budget (Mio. Euro) ESA-Anteil
Space Component 3.394 68%
Services 897 32%

4. Branchenverteilung: Vom Start-up zum Großunternehmen

232 belgische Unternehmen sicherten sich Verträge zwischen 2015–2020.

Dazu zählen:

  • SMEs (kleine und mittlere Unternehmen): Oft in Nischenfunktionen wie Sensorik oder Datenanalyse.
  • Großunternehmen: Führend in Satellitenbau und Systemintegration (z. B. PROBA-Plattform).
  • Forschungseinrichtungen: Universitäten und Institute als Ideengeber für neue Technologien.
Branche Beispiele
Raumfahrtindustrie PROBA-Hardware, Satellitensysteme
IT/Datenanalyse Erdbeobachtungsdatenverarbeitung
Umwelttechnik Vegetationsmonitoring, Klimamodelle

5. Zukunftsprognosen: Belgische Strategien bis 2025

Die belgische Raumfahrtstrategie fokussiert auf:

  1. Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit durch F&E-Förderung.
  2. Ausweitung der Copernicus-Nutzung für Klimawandel und Landmanagement.
  3. Internationale Kooperationen – z. B. PROBA-3 mit europäischen Partnern.

Ziel: Belgien will bis 2025 57% Rückfluss der ESA-Investitionen in Steuereinnahmen erreichen.