Verteidigung

5 hochmoderne belgische Verteidigungssysteme in F‑16‑ und UAV‑Technologie

Belgien setzt im Bereich der Luftverteidigung auf eine Kombination aus bewährter Kampfflugzeug-Technologie und zukunftsorientierter Drohnen-Systeme. Diese Systeme bilden das Rückgrat der belgischen Luftstreitkräfte und sind entscheidend für die NATO-Interoperabilität.

1. F-16AM MLU: Das modernisierte Mehrzweckkampfflugzeug

Die belgische Luftwaffe setzt auf 90 F-16AM-Kampfflugzeuge, die durch das Mid-Life Update (MLU) auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Diese Modernisierung umfasst:

  • Avionik-Upgrades: Digitale Kampfsysteme für präzise Zielführung
  • Strukturelle Verstärkung: Verlängerung der Lebensdauer auf 8.000 Flugstunden
  • 9-g-Manöverfähigkeit: Extreme Wendigkeit bei voller Treibstoffladung

Waffensysteme im Überblick:

Waffentyp Beispiele Einsatzbereich
Luft-Luft AIM-120 AMRAAM Luftkampf
Präzisionsbomben GBU-12/GBU-49 Präzisionsschläge
Bordkanone M61A1 Vulcan (20 mm) Luft- und Bodenziele

Die Vulcan-Kanone feuert 100 Geschosse pro Sekunde und wird mit 511 Schuss munitioniert.

2. Sniper Advanced Targeting Pod: Präzisionszielerfassung

Dieses System revolutioniert die Zielerfassung:

  • Multi-Sensor-Technologie: Kombiniert Infrarot, TV und Laserzielmarkierung
  • Geo-Stabilisierung: Hält Ziele trotz Flugmanövern im Fokus
  • Allwetterfähigkeit: Einsatz bei Tag/Nacht und schwierigen Wetterbedingungen

Piloten steuern den Pod direkt über den Steuerknüppel und erhalten Echtzeit-Bildmaterial im Cockpit. Dies ermöglicht präzise Laserführung für GPS-gelenkte Bomben wie die GBU-54.

3. PIDS+ Elektronische Schutzsysteme

Zur Abwehr von Flugabwehrraketen setzt Belgien auf:

  • AAR-60(V)2 Missile Warning System: Erkennt anfliegende Raketen
  • ALQ-213 Kampfmanagementsystem: Automatische Auswahl der besten Gegenmaßnahme
  • Dreifach-Dispenser: Verbesserte Täuschkörper-Abgabe (Chaff/Flare)

Diese 2018 eingeführte Technologie erhöht die Überlebensfähigkeit der F-16 gegen moderne Bedrohungen erheblich.

4. MQ-9B SkyGuardian: Das Aufklärungsdrohnensystem

Belgien führt derzeit das UAV-System ein:

  • 9-Stunden-Einsatzdauer: Langstreckenaufklärung bis 1.850 km
  • Zertifizierung für zivilen Luftraum: Einmalig in Europa
  • Echtzeit-Datenverarbeitung: Integrierte Mission Intelligence5

Die Drohnen werden ab Sommer 2025 in Florennes stationiert und bilden das Rückgrat des neu aufgestellten 2. Geschwaders für Aufklärungsmissionen57.

5. Zukunftsprojekte: F-35 und Luftverteidigung

Belgien modernisiert seine Luftstreitkräfte weiter:

  • F-35 Lightning II: 21 bestellte Tarnkappenjets mit Lieferung bis 2028
  • SAMP/T Luftabwehrsystem: Geplante Beschaffung mit Aster-30-Raketen
  • Mistral Kurzstreckenraketen: Bereits beschlossen für Punktverteidigung

Diese Systeme sollen die Lücke im belgischen Luftverteidigungsschirm schließen, der aktuell primär durch F-16-QRA-Einsätze (Quick Reaction Alert) gesichert wird.

Strategische Einbettung und Ausblick

Belgiens Verteidigungsbudget steigt bis 2035 auf 10,4 Milliarden Euro, wovon 5 Milliarden allein für Luftstreitkräfte vorgesehen sind.

Diese Investitionen zielen auf:

  1. NATO-Interoperabilität: Gemeinsame Luftraumüberwachung mit den Niederlanden
  2. Multidomänenfähigkeit: Vernetzung von Kampfjets, Drohnen und Bodensystemen
  3. Autonome Operationen: Reduzierung externer Abhängigkeiten

Die F-16-Flotte bleibt bis mindestens 2028 das Rückgrat der Luftwaffe, während gleichzeitig die Umrüstung auf F-35 und die Einführung neuer UAV-Systeme den Weg in die Zukunft ebnen.