6 belgische Firmen, die Europas 6G-Satellitenkommunikation vorantreiben
Die nächste Mobilfunkgeneration 6G wird nicht nur terrestrische Netze revolutionieren, sondern auch die Raumfahrttechnologie fundamental verändern. Belgische Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle bei der Entwicklung satellitengestützter Kommunikationslösungen. Diese Pioniere treiben Europas digitale Souveränität voran und ermöglichen zukünftig nahtlose weltweite Konnektivität – selbst in entlegenen Regionen oder Katastrophengebieten. Dieser Artikel stellt sechs innovative belgische Firmen vor, die mit wegweisenden Projekten die 6G-Satellitenkommunikation Europas gestalten.
1. Aerospacelab: Präzisionsplattformen für Orbit-Experimente
Aerospacelab entwickelt maßgeschneiderte Satellitenplattformen für 6G-Tests im Weltraum. Das Unternehmen liefert die Hardware für das ESMS-Spektrumüberwachungsprojekt und nutzt dabei grüne Wasserstoffantriebstechnologie von ArianeGroup.
| Projekt | Besonderheiten | Zeitplan |
| ESMS-RF-Spektrummonitoring | 400MHz–24GHz Abdeckung | Start 2027 |
| 6GStarLab-Payloadträger | Kompatibel mit optischen/RF-Nutzlasten | In Entwicklung |
Die modularen Versatile Satellite Platforms (VSP) ermöglichen flexible Nutzlastkonfigurationen. Diese Kleinsatelliten (100x60x60 cm) sind speziell für 6G-Experimente in niedrigen Umlaufbahnen optimiert. Aerospacelab arbeitet eng mit Starion zusammen, um belgische Weltraumtechnologie weltweit zu positionieren.
2. Starion Technologies: Intelligente Spektrumüberwachung
Als führender Anbieter von RF-Monitoring-Lösungen entwickelt Starion Technologies NV ein innovatives System zur Überwachung des Funkspektrums. Das ESA-unterstützte Projekt nutzt KI-gestützte Analysen für die dynamische Ressourcenzuteilung in 6G-Netzen.
Schlüsselinnovationen:
- Echtzeit-Erkennung von Frequenzkonflikten
- Cloud-basierte Verarbeitung in europäischen Rechenzentren
- Sichere Web-App für Behörden und Netzbetreiber
Das System gewährleistet stabile 5G/6G-Verbindungen durch kontinuierliche Spektrumüberwachung – eine Grundvoraussetzung für kritische Infrastrukturen und militärische Anwendungen.
3. imec: Forschungsmotor für 6G-Architekturen
Das belgische Forschungszentrum imec koordiniert die nationale 6G-Strategie durch das BEL6GICA-Projekt. Mit Unterstützung des FPS Economy bündelt imec Expertise aus Industrie und Wissenschaft für Europas 6G-Roadmap.
| Forschungsfokus | Zielsetzung | Partner |
| KI-optimierte Netze | Selbstorganisierende Funkzugänge | Telekom-Anbieter |
| Terahertz-Übertragung | Ultrahohe Datenraten | Universitäten |
| Sicherheitsprotokolle | Quantenresistente Verschlüsselung | Endnutzerunternehmen |
Durch die Zusammenarbeit mit dem Public-Private Advisory Board (PPAB) stellt imec sicher, dass industrielle Anforderungen in die 6G-Standardisierung einfließen.
4. ST Engineering iDirect Europe: Sichere Wellenformen für Verteidigung
Das in Sint-Niklaas ansässige Unternehmen leitet das EPW-Konsortium zur Entwicklung der European Protected Waveform. Diese militärische Wellenform ermöglicht abhörsichere Satellitenkommunikation für EU-Verteidigungsanwendungen.
Schlüsselanforderungen:
- Vier-Säulen-Ansatz: agil, sicher, kosteneffizient, interoperabel
- Unterstützung mobiler Plattformen (Land, Luft, See)
- Kompatibilität mit GEO- und Mehrfachorbit-Konstellationen
Die Technologie wird gemeinsam mit 19 Partnern aus 12 Ländern entwickelt und stärkt Europas strategische Autonomie in der Satellitenkommunikation.
5. Antwerp Space: Hochleistungskomponenten für Satelliten
Als Spezialist für Raumfahrt-Elektronik entwickelt Antwerp Space kritische Subsysteme für 6G-Satelliten. Das Unternehmen ist Kernmitglied im EPW-Konsortium und liefert Hochfrequenzkomponenten für sicheres Militärfunk.
Technologiebeiträge:
- Energieeffiziente Sende-/Empfangsmodule
- Miniaturisierte Antennensysteme
- Strahlungsresistente Elektronik für LEO-Umgebungen
Diese Komponenten sind essenziell für die Robustheit satellitengestützter 6G-Netzwerke unter extremen Weltraumbedingungen.
6. Belgische Königliche Militärakademie: Sicherheitsforschung für 6G
Die Militärakademie forscht an resilienten Kommunikationsprotokollen für nationale Sicherheitsanwendungen. Als Mitglied des EPW-Konsortiums entwickelt sie Verschlüsselungsstandards für satellitengestützte 6G-Netze.
Forschungsziele:
- Quantensichere Kryptographie
- Störungsresistente Signalübertragung
- AI-basierte Erkennung von Cyberangriffen
Diese Arbeit bildet die Grundlage für abhörsichere Regierungskommunikation über Satellitennetze.
Zusammenfassung: Belgien als europäischer Innovation Hub
Diese sechs Unternehmen und Institutionen positionieren Belgien als Schlüsselakteur in Europas 6G-Satellitenökosystem. Ihre Innovationen – von Aerospacelabs Satellitenplattformen bis zu imecs Forschungsroadmap – schaffen die technologische Basis für:
- Nahtlose globalen Konnektivität
- Europäische digitale Souveränität
- Sichere Satellitenkommunikation für Verteidigung
Mit Projekten wie dem 6GStarLab-CubeSat und dem ESMS-Spektrummonitoring treiben belgische Firmen die Integration von Weltraum- und terrestrischen Netzen voran. Diese Initiativen werden entscheidend zur europäischen 6G-Roadmap beitragen und Europas Führungsposition in der Satellitenkommunikation stärken.
