16 KI-Startups, die Belgien (deutschsprachigen Raum) im Jahr 2026 verändern werden
Es ist das Jahr 2026. Künstliche Intelligenz ist längst kein bloßes Schlagwort mehr, sondern der Motor der belgischen Wirtschaft. Von den Hafenstädten Flanderns bis zu den dichten Wäldern der Wallonie und hinein in den deutschsprachigen Raum Ostbelgiens: Innovative Unternehmen formen unseren Alltag neu. Besonders im deutschsprachigen Belgien (Ostbelgien) – einer Region, die traditionell für starkes Handwerk und mittelständische Industrie bekannt ist – sorgen diese Technologien für einen Effizienzschub.
In diesem Artikel stellen wir Ihnen 16 belgische KI-Startups und Scale-ups vor, die in diesem Jahr den Ton angeben. Sie revolutionieren das Gesundheitswesen, optimieren die Industrie 4.0 und machen unsere Daten sicherer.
1. Odoo: Der KI-Gigant aus der Wallonie
Odoo ist zwar längst kein kleines Startup mehr, aber 2026 bleibt es der wichtigste technologische Treiber für KMUs in Belgien. Das in Grand-Rosière ansässige Unternehmen hat seine ERP-Software massiv mit generativer KI aufgerüstet. Für den deutschsprachigen Raum, der reich an kleinen und mittleren Unternehmen ist, ist Odoo das Betriebssystem der Wirtschaft geworden.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Grand-Rosière (Wallonie) |
| Fokus | Unternehmenssoftware (ERP), KI-Automatisierung |
| Relevanz 2026 | Vollautomatische Buchhaltung und Lagerverwaltung für KMUs. |
2. Robovision: Das Auge der Industrie
Die Industrie in Ostbelgien verlässt sich zunehmend auf Robovision. Dieses Genter Unternehmen hat eine Plattform entwickelt, die es Maschinen ermöglicht, zu “sehen”. Ob in der Landwirtschaft bei der automatisierten Ernte oder in der Qualitätskontrolle von Hochpräzisionsbauteilen – Robovision macht Deep Learning ohne Programmierkenntnisse zugänglich.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Gent |
| Fokus | Computer Vision, Industrie 4.0 |
| Relevanz 2026 | No-Code KI-Lösungen für Fabriken und Agrarwirtschaft. |
3. Collibra: Der Wächter der Daten
Im Jahr 2026 ist der EU AI Act voll in Kraft. Hier kommt Collibra ins Spiel. Als eines der ersten belgischen “Einhörner” hilft Collibra Unternehmen, ihre Daten zu verwalten und Governance-Regeln einzuhalten. Für Firmen im deutschsprachigen Raum, die mit sensiblen Kundendaten arbeiten, ist Collibra unverzichtbar geworden.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Brüssel / New York |
| Fokus | Data Intelligence, Data Governance |
| Relevanz 2026 | Sicherstellung der Compliance bei KI-Anwendungen. |
4. Nobi: Der Schutzengel für Senioren
Ostbelgien steht, wie viele Regionen, vor dem demografischen Wandel. Nobi, bekannt für seine intelligenten Lampen, hat sich 2026 als Standard in der Altenpflege etabliert. Die Lampen erkennen Stürze sofort, analysieren Gesundheitsmuster und alarmieren das Pflegepersonal – ganz ohne invasive Kameras, sondern durch diskrete KI-Sensoren.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Antwerpen |
| Fokus | HealthTech, Elderly Care |
| Relevanz 2026 | Entlastung des Pflegesektors durch Sturzerkennung. |
Warum Ostbelgien ein Hotspot für KI-Anwendung wird
Der deutschsprachige Raum mag klein sein, aber seine Lage im Herzen Europas macht ihn zum idealen Testfeld. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Deutschland und den Niederlanden zwingt hiesige Unternehmen dazu, technologisch wettbewerbsfähig zu bleiben. KI ist hier kein Spielzeug, sondern ein Werkzeug für Produktivität.
5. I-care: Vorhersagen statt Reparieren
Aus Mons stammend, hat I-care die Art und Weise verändert, wie Maschinen gewartet werden. Ihre KI analysiert Vibrationen und Temperaturen, um Maschinenausfälle vorherzusagen, bevor sie passieren. Für die verarbeitende Industrie in Eupen und St. Vith bedeutet das: Weniger Stillstand, mehr Produktion.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Mons |
| Fokus | Predictive Maintenance, Industrie 4.0 |
| Relevanz 2026 | KI-gestützte Wartung spart Millionen in der Produktion. |
6. Kantify: KI gegen Krankheiten

Kantify nutzt künstliche Intelligenz, um die Medikamentenentwicklung zu beschleunigen. Besonders im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen leistet das Brüsseler Startup Pionierarbeit. Ihre Algorithmen finden Zusammenhänge in medizinischen Daten, die menschlichen Forschern entgehen würden.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Brüssel |
| Fokus | Biotech, Drug Discovery |
| Relevanz 2026 | Schnellere Diagnosen und Therapien durch KI-Analyse. |
7. Sagacify: Effizienz für Versicherer und Verwaltung
Sagacify hilft Unternehmen, repetitive Aufgaben zu automatisieren. Im Jahr 2026 nutzen viele belgische Versicherer und Behörden ihre Tools, um E-Mails automatisch zu sortieren und Schadensfälle vorzuprüfen. Das beschleunigt die Bürokratie auch in den Amtsstuben der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Brüssel / Charleroi |
| Fokus | Prozessautomatisierung, Dokumentenanalyse |
| Relevanz 2026 | Reduzierung des Verwaltungsaufwands durch KI. |
8. Textgain: KI für eine bessere Gesellschaft
In einer Welt voller Online-Inhalte ist Textgain wichtiger denn je. Das Startup aus Antwerpen nutzt KI, um Hassrede und Desinformation in Echtzeit zu erkennen. Ihre Sprachmodelle sind 2026 so verfeinert, dass sie nuancierte Analysen in mehreren Sprachen liefern – essenziell für die mediale Sicherheit in Belgien.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Antwerpen |
| Fokus | NLP (Natural Language Processing), Soziale KI |
| Relevanz 2026 | Echtzeit-Filterung von toxischen Inhalten im Netz. |
9. Froomle: Personalisierung, die versteht
Haben Sie sich je gefragt, warum Ihr Newsfeed genau das zeigt, was Sie interessiert? Froomle steckt oft dahinter. Das Unternehmen hilft Medienhäusern und E-Commerce-Plattformen, ihre Inhalte hyper-personalisiert auszuspielen, ohne dabei den Datenschutz zu verletzen.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Antwerpen |
| Fokus | Empfehlungssysteme, Medien |
| Relevanz 2026 | Steigerung der Nutzerbindung durch smarte Algorithmen. |
10. ML6: Die KI-Architekten
ML6 ist kein Produktanbieter im klassischen Sinne, sondern ein Partner für maßgeschneiderte KI-Lösungen. Sie bauen die neuronalen Netze, die spezifische Probleme von Unternehmen lösen – sei es in der Logistik oder der Energiebranche. Sie sind der “Enabler” für viele belgische Firmen, die 2026 den Schritt zur KI wagen.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Gent |
| Fokus | Machine Learning Services, Google Cloud Partner |
| Relevanz 2026 | Maßgeschneiderte KI-Entwicklung für komplexe Probleme. |
Der Einfluss auf den Arbeitsmarkt 2026
Die Angst, dass KI Arbeitsplätze vernichtet, ist 2026 einer pragmatischen Sicht gewichen. In Belgien sehen wir eher eine Verschiebung: Startups wie Radix oder NannyML schaffen neue Berufsfelder in der KI-Überwachung und -Ethik.
11. Aerospacelab: Daten aus dem All
Dieses wallonische Scale-up baut Satelliten und nutzt KI, um die gesammelten Daten auszuwerten. Für die Forstwirtschaft in Ostbelgien sind diese Daten goldwert: Sie helfen, den Zustand der Wälder zu überwachen und Borkenkäferbefall frühzeitig per Satellitenbild und KI-Analyse zu erkennen.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Mont-Saint-Guibert |
| Fokus | Raumfahrt, Geospatial Intelligence |
| Relevanz 2026 | Umweltüberwachung und Infrastrukturplanung aus dem All. |
12. NannyML: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Wenn KI Entscheidungen trifft, wer kontrolliert dann die KI? NannyML. Sie haben eine Plattform entwickelt, die “Model Drift” erkennt – also wenn eine KI anfängt, schlechte Entscheidungen zu treffen, weil sich die Realität geändert hat. Ein unverzichtbares Tool für Banken und Versicherungen im Jahr 2026.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Brüssel (Remote-first) |
| Fokus | MLOps, KI-Monitoring |
| Relevanz 2026 | Qualitätssicherung für produktive KI-Systeme. |
13. E-peas: Energie für die KI am Rande
Damit KI überall laufen kann (auch auf kleinen Sensoren ohne ständigen Batteriewechsel), braucht es effiziente Chips. E-peas aus der Wallonie ist Weltmarktführer für “Energy Harvesting”. Ihre Chips ermöglichen es Sensoren in Smart Buildings, Energie aus Licht oder Wärme zu gewinnen – die Basis für das Internet der Dinge (IoT).
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Mont-Saint-Guibert |
| Fokus | Halbleiter, Low-Power KI |
| Relevanz 2026 | Autarke Sensoren für Smart Homes und Industrie. |
14. Relu: Präzision beim Zahnarzt
Relu ist ein hervorragendes Beispiel für Nischen-KI. Das Startup aus Löwen nutzt KI, um dentale Strukturen auf Röntgenbildern automatisch zu erkennen. Zahnärzte und Kieferchirurgen in ganz Belgien nutzen die Software 2026, um Behandlungen schneller und präziser zu planen.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Löwen |
| Fokus | Dental AI, MedTech |
| Relevanz 2026 | Automatisierte 3D-Modellierung für Zahnmedizin. |
15. Sentiance: Verhalten verstehen
Sentiance analysiert Bewegungsdaten (Motion Intelligence), um menschliches Verhalten zu verstehen. Dies wird 2026 stark in der Mobilität und im Versicherungswesen eingesetzt, etwa um sicheres Fahren zu belohnen oder Mobilitätsströme in Städten zu optimieren.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Antwerpen |
| Fokus | Motion Intelligence, Behavioral AI |
| Relevanz 2026 | Datengestützte Mobilitätslösungen und Unfallprävention. |
16. Radix: KI, die Probleme löst
Radix hat sich als eines der führenden KI-Beratungsunternehmen etabliert. Sie helfen Organisationen, die richtigen KI-Tools zu finden und zu implementieren. Besonders ihre Arbeit im Bereich der Generativen KI für den öffentlichen Sektor hat 2026 Vorbildcharakter.
| Merkmal | Detail |
| Hauptsitz | Brüssel |
| Fokus | KI-Consulting, Generative AI |
| Relevanz 2026 | Strategische KI-Implementierung für Unternehmen. |
Fazit: Ein Blick in die Zukunft
Das Jahr 2026 zeigt deutlich: Belgien ist ein fruchtbarer Boden für KI-Innovationen. Für den deutschsprachigen Raum bedeutet dies Zugang zu Weltklasse-Technologie, die direkt vor der Haustür entwickelt wird. Diese 16 Startups sind nicht nur wirtschaftliche Erfolgsgeschichten, sondern Werkzeuge, die helfen, die Herausforderungen unserer Zeit – von der Alterung der Gesellschaft bis zur industriellen Effizienz – zu meistern. Die digitale Transformation ist in Ostbelgien angekommen, und sie spricht (auch) Deutsch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Rolle spielt Ostbelgien in der belgischen KI-Landschaft?
Obwohl Ostbelgien (die Deutschsprachige Gemeinschaft) klein ist, profitiert die Region stark von der Anwendung dieser Technologien. Die starke Industrie und der Mittelstand in Eupen und St. Vith sind ideale Abnehmer für Lösungen wie Predictive Maintenance (I-care) oder Unternehmenssoftware (Odoo).
Sind diese Startups auch für kleine Unternehmen relevant?
Ja, absolut. Unternehmen wie Odoo oder Sagacify bieten skalierbare Lösungen an, die speziell darauf ausgelegt sind, auch kleinen Betrieben (KMUs) Zugang zu KI-gestützter Effizienz zu ermöglichen, ohne dass diese eigene Datenteams einstellen müssen.
Wie sicher sind meine Daten bei diesen belgischen KI-Firmen?
Belgien unterliegt den strengen Datenschutzgesetzen der EU (DSGVO). Zudem sind Firmen wie Collibra und NannyML darauf spezialisiert, genau diese Sicherheit und Compliance zu gewährleisten. Belgische KI gilt 2026 als eine der sichersten und reguliertesten der Welt.
Wo finde ich Unterstützung für KI-Projekte in der Wallonie/Ostbelgien?
Die Agentur “Digital Wallonia” ist der zentrale Ansprechpartner. Sie fördert die digitale Transformation und vernetzt Unternehmen mit den passenden Startups und Experten aus dieser Liste.
