12 Halbleiter und fortgeschrittene Elektronik in Österreich im Jahr 2026
Österreich hat sich längst von einem Geheimtipp zu einem zentralen Knotenpunkt im europäischen Tech-Sektor entwickelt. Im Jahr 2026 steht die Alpenrepublik im Zentrum massiver Investitionen und technologischer Durchbrüche. Halbleiter & Fortschrittliche Elektronik sind nicht nur Schlagworte, sondern der Motor für Österreichs wirtschaftliche Zukunft. Mit der Umsetzung des European Chips Act und Milliardeninvestitionen von Global Playern wie Infineon und AT&S, positioniert sich das Land neu.
Dieser Artikel beleuchtet die 12 wichtigsten Akteure, Trends und Projekte, die Österreichs Elektroniklandschaft in diesem Jahr prägen.
Warum dieses Thema wichtig ist
Die globale Abhängigkeit von Mikrochips hat Regierungen und Unternehmen zum Handeln gezwungen. Österreich spielt hierbei eine Schlüsselrolle in der europäischen Strategie für technologische Souveränität.
- Wirtschaftskraft: Der Sektor trägt massiv zum BIP bei und schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze.
- Innovation: Von “Physical AI” bis zu grünen Technologien – hier entstehen die Lösungen für die Klimakrise.
- Unabhängigkeit: Durch lokale Produktion (z.B. in Kärnten und der Steiermark) wird Europa unabhängiger von asiatischen Lieferketten.
Top 12 Halbleiter & Fortschrittliche Elektronik in Österreich
Hier sind die zwölf entscheidenden Entwicklungen, Unternehmen und Technologien, die 2026 den Takt angeben.
1. Infineon Austria: Vorreiter bei Leistungselektronik & “Physical AI”
Infineon bleibt das Zugpferd der österreichischen Halbleiterindustrie. Im Jahr 2026 liegt der Fokus verstärkt auf der Verbindung von KI mit physischer Hardware (“Physical AI”). Besonders hervorzuheben ist die “WinterSchool 2026”, die sich voll der Robotik und Automatisierung widmet. Infineon treibt zudem die Entwicklung von Energiesparchips voran, die für die globale Energiewende essenziell sind.
| Merkmal | Detail |
| Hauptstandort | Villach (Kärnten) |
| Fokus 2026 | Robotik, Physical AI, Leistungselektronik (SiC/GaN) |
| Bedeutung | Marktführer bei Chips für Energiemanagement |
2. AT&S: Massive Expansion in Leoben
Der Leiterplattenhersteller AT&S schließt 2026 wichtige Phasen seiner massiven Standort-Erweiterung ab. Mit einer Verdreifachung der Reinraumflächen im Werk Leoben reagiert das Unternehmen auf den Boom bei IC-Substraten. Diese Komponenten sind das unverzichtbare Bindeglied zwischen dem Mikrochip und der Leiterplatte, essenziell für Hochleistungsrechner und KI-Server.
| Merkmal | Detail |
| Investition | Verdreifachung der Reinraumfläche bis Sommer 2026 |
| Technologie | IC-Substrate für Cloud-Computing & KI |
| Ziel | Technologische Souveränität Europas stärken |
3. Silicon Austria Labs (SAL): Die CHAMP-ION Pilotlinie
Das Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) startet 2026 in die Implementierungsphase des “CHAMP-ION” Projekts. Dies ist eine europäische Pilotlinie für industrielle Leistungselektronik. SAL fungiert als Brücke zwischen akademischer Forschung und industrieller Fertigung, insbesondere im Bereich der Photonik und Leistungselektronik.
| Merkmal | Detail |
| Projekt | CHAMP-ION (Start Implementierung 2026) |
| Partner | EU-weites Konsortium |
| Fokus | Leistungselektronik und Photonik-Integration |
4. ams OSRAM: Next-Gen Optoelektronik
ams OSRAM setzt in seinem Werk in Premstätten auf die nächste Generation von Sensoren. Unterstützt durch Mittel des European Chips Act, investiert das Unternehmen hunderte Millionen Euro. Der Fokus liegt 2026 auf hochpräzisen optoelektronischen Sensoren, die in der Medizintechnik (z.B. bei der Blutanalyse) und im autonomen Fahren unverzichtbar sind.
| Merkmal | Detail |
| Finanzierung | European Chips Act & Eigeninvestitionen |
| Produkte | Mikro-LEDs, Opto-Sensoren |
| Anwendung | Automotive, Medizintechnik, Consumer Electronics |
5. NXP Austria: Sicherheit durch Post-Quanten-Kryptografie
Mit dem Aufkommen von Quantencomputern werden herkömmliche Verschlüsselungen unsicher. NXP Austria in Gratkorn ist 2026 ein globales Kompetenzzentrum für Sicherheit. Hier werden Chips entwickelt, die gegen Angriffe durch Quantencomputer resistent sind (Post-Quantum Cryptography). Zudem treibt NXP die Ultra-Wideband (UWB) Technologie für sichere digitale Autoschlüssel voran.
| Merkmal | Detail |
| Standort | Gratkorn (Steiermark) |
| Kernkompetenz | NFC, Secure Elements, UWB |
| Trend 2026 | Post-Quanten-Sicherheit & sichere IoT-Identitäten |
6. Der Aufstieg von RISC-V in Österreich
Die offene Chip-Architektur RISC-V gewinnt 2026 massiv an Bedeutung, um Abhängigkeiten von großen Lizenzgebern zu verringern. Österreichische Forschungseinrichtungen und Firmen sind stark in EU-Projekten wie “TRISTAN” und “ISOLDE” involviert. Ziel ist es, europäische Prozessoren auf Basis dieses offenen Standards zu entwickeln, die in Industriesteuerungen und Automobilen zum Einsatz kommen.

| Merkmal | Detail |
| Technologie | Open-Source Hardware-Architektur (RISC-V) |
| Projekte | ISOLDE, TRISTAN |
| Vorteil | Keine Lizenzgebühren, hohe Anpassbarkeit |
7. Green Tech: Das Projekt “PowerizeD”
Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr, sondern ein Design-Prinzip. Das von Österreich aus koordinierte EU-Projekt “PowerizeD” erreicht 2026 wichtige Meilensteine. Es geht um die Digitalisierung der Leistungselektronik, um Energieverluste um bis zu 25% zu senken. Intelligente Chips steuern den Stromfluss in Solaranlagen und E-Autos effizienter denn je.
| Merkmal | Detail |
| Ziel | 25% weniger Energieverlust in der Übertragung |
| Methode | Digitalisierte Leistungselektronik |
| Impact | Massiver Beitrag zum Green Deal |
8. AVL List: Software-Defined Vehicles & Wasserstoff
Das Grazer Unternehmen AVL List verbindet 2026 klassische Fahrzeugentwicklung mit modernster Elektronik. Der Fokus liegt auf Testsystemen für “Software-Defined Vehicles” und Brennstoffzellen. AVL integriert Halbleiterlösungen, die Wasserstoffantriebe effizienter machen, und präsentiert diese Technologien auf globalen Expos.
| Merkmal | Detail |
| Bereich | Mobility Technology & Testing |
| Trend | Wasserstoff-Elektronik & Fahrzeug-Software |
| Rolle | Bindeglied zwischen Chip und fertigem Auto |
9. Photonik-Revolution: Licht statt Strom
Die Datenübertragung mit Licht (Photonik) statt Elektronen ist der Schlüssel für schnellere Rechenzentren. 2026 werden in Österreich erste 8-Zoll-Wafer für integrierte Photonik (basierend auf Lithiumniobat) für Pilotanwendungen bereitgestellt. Diese Technologie ermöglicht drastisch höhere Datengeschwindigkeiten bei geringerem Energieverbrauch.
| Merkmal | Detail |
| Material | Lithiumniobat auf Isolator (LNOI) |
| Vorteil | Höhere Bandbreite, weniger Hitze |
| Status 2026 | Übergang von Forschung zu Pilotfertigung |
10. Ausbildungsoffensive: MINT & Fachkräfte
Der Erfolg von Halbleiter & Fortschrittliche Elektronik steht und fällt mit dem Personal. 2026 greifen neue Initiativen der Regierung und der Industrie. Programme wie die “Smart Learning” Initiativen an der TU Graz oder neue Lehrberufe in der Reinraumtechnik sollen den Fachkräftemangel von ca. 12.000 fehlenden Technikern in der Branche lindern.
| Merkmal | Detail |
| Problem | Fachkräftemangel |
| Lösung 2026 | Gezielte MINT-Förderung, neue Curricula |
| Partner | Universitäten & Industrie (z.B. Infineon) |
11. Edge AI: Intelligenz direkt am Sensor
Im Jahr 2026 verlagert sich die Künstliche Intelligenz von der Cloud direkt auf den Chip (“Edge AI”). Österreichische KMUs integrieren KI-Beschleuniger in Sensoren für Industrieanlagen. Das bedeutet: Eine Maschine erkennt einen Fehler selbstständig in Millisekunden, ohne Daten erst an einen Server senden zu müssen. Dies spart Energie und erhöht den Datenschutz.
| Merkmal | Detail |
| Technologie | Dezentrale KI-Verarbeitung |
| Anwendung | Predictive Maintenance in der Industrie |
| Vorteil | Echtzeitfähigkeit & Datensicherheit |
12. Strategie 2035 & European Chips Act
Die österreichische Bundesregierung setzt 2026 ihre “Industriestrategie 2035” aktiv um. Mit einem Budget von 2,6 Milliarden Euro für Schlüsseltechnologien (2026-2029) wird der Standort massiv gefördert. Dies flankiert den European Chips Act, der darauf abzielt, den europäischen Marktanteil an der Chipproduktion bis 2030 auf 20% zu verdoppeln.
| Merkmal | Detail |
| Budget | 2,6 Mrd. € (2026-2029) für Tech-Förderung |
| Strategie | Ausbau der Produktion & F&E |
| Ziel | Stärkung des Standorts Österreich in der EU |
Fazit
Das Jahr 2026 markiert für Halbleiter & Fortschrittliche Elektronik in Österreich einen Wendepunkt. Durch die Kombination aus staatlicher Förderung (“Chips Act”), massiven privaten Investitionen (AT&S, Infineon) und exzellenter Forschung (SAL), festigt das Land seine Position als High-Tech-Standort in Europa. Die Trends gehen klar in Richtung Nachhaltigkeit, Sicherheit und die Verschmelzung von KI mit Hardware.
