12 Dynamik in der Automobil-, Elektrofahrzeug- und Lieferkettenbranche in Belgien (deutschsprachiger Raum) im Jahr 2026
Belgien erlebt 2026 einen bemerkenswerten Aufschwung in der Elektromobilität und Automobilproduktion. Mit 145.170 verkauften Elektrofahrzeugen im Jahr 2025 und einem Wachstum von 13,6 Prozent entwickelt sich das Land zu einem wichtigen Standort für 12 Automotive, EV & Supply-Chain Momentum in Belgium (German-speaking) in 2026. Die deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgien spielt dabei eine wachsende Rolle in der regionalen Automobilwirtschaft.
Warum Belgiens Automotive-Sektor 2026 wichtig ist
Belgien kombiniert strategische geografische Lage, moderne Produktionsanlagen und fortschrittliche Infrastruktur. Die Nähe zu Deutschland, den Niederlanden und Frankreich macht das Land zu einem idealen Logistik-Hub. Volvo Cars produziert in Gent elektrische SUVs, während VDL in Roeselare Elektrobusse fertigt. Die föderale Regierung bietet 35 Prozent Steuerabzug für Investitionen in Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur.
Die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, bekannt als Ostbelgien, umfasst etwa 78.000 Einwohner und liegt an der Grenze zu Deutschland. Im Bereich Automotive sind grenzüberschreitende Ausbildungsprogramme etabliert, die belgische und deutsche Zertifikate ermöglichen.
12 Automotive, EV & Supply-Chain Momentum in Belgium (German-speaking) in 2026
Die folgenden zwölf Faktoren zeigen, wie Belgien die Transformation zur Elektromobilität vorantreibt und welche Rolle die deutschsprachige Region dabei spielt.
1. Rekordwachstum bei Elektrofahrzeug-Verkäufen
Belgien verzeichnete 2025 einen Anstieg der EV-Verkäufe auf 145.170 Einheiten, was einem Plus von 13,6 Prozent entspricht. Der Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge erreichte 35 Prozent, während 23 Prozent der belgischen Haushalte nun ein elektrifiziertes Fahrzeug besitzen. Diese Dynamik setzt sich 2026 fort, da europaweit jedes sechste Neufahrzeug vollelektrisch ist.
Die Akzeptanz steigt durch verbesserte Modellauswahl, Steuervorteile für emissionsfreie Firmenwagen und wachsende Ladeinfrastruktur. Flotten-Manager planen zunehmend den Ersatz konventioneller Fahrzeuge durch elektrische Alternativen für den Zeitraum 2026-2028.
| Kennzahl | 2024 | 2025 | Wachstum |
| EV-Verkäufe | 127.759 | 145.170 | +13,6% |
| Marktanteil elektrifiziert | 32% | 35% | +3 Punkte |
| Haushalte mit EV | 16% | 23% | +7 Punkte |
2. Volvo EX30 Produktion im Werk Gent
Volvo Cars startete im Mai 2025 die Serienproduktion des vollelektrischen EX30 in Gent. Die Investition von rund 200 Millionen Euro umfasste die Integration einer neuen Fahrzeugplattform, 600 neue oder modernisierte Roboter und eine erweiterte Batteriehalle. Die Produktionszeit wurde durch neue Technologien halbiert.
Das Werk in Gent, Belgiens drittgrößter Stadt nahe dem Nordseehafen, ist seit 1965 in Betrieb und beschäftigt nun fast 6.600 Mitarbeiter – 350 neue Arbeitsplätze wurden durch die EX30-Produktion geschaffen. Die Anlage ist Belgiens einzige vollständige Automobilproduktionsstätte und fertigt auch die Modelle XC40 Recharge und C40.
| EX30 Gent Projekt | Details |
| Investitionssumme | 200 Mio. EUR |
| Neue Arbeitsplätze | 350 |
| Roboter installiert | 600 |
| Produktionsstart | Mai 2025 |
3. VDL Elektrobus-Werk in Roeselare
VDL Bus & Coach eröffnete im April 2024 ein hochmodernes Werk in Roeselare, Flandern, für die Serienproduktion der neuen Citea Elektrobus-Generation. Die Anlage umfasst 27.000 Quadratmeter Produktionsfläche auf einem 77.000 Quadratmeter großen Gelände mit einer Kapazität von 800 Bussen pro Jahr.
Das Werk gilt als modernste Busfabrik Europas und beschäftigt hochqualifizierte Mitarbeiter mit modernster Technologie. VDL entschied bewusst für Produktion in Europa, nah bei Kunden und mit zuverlässigen Produktionsnetzwerken. Die Produktion teilt sich mit dem Standort Valkenswaard in den Niederlanden, um Kapazitäten optimal zu nutzen.
| VDL Roeselare | Spezifikationen |
| Fläche gesamt | 77.000 m² |
| Produktionsfläche | 27.000 m² |
| Kapazität | 800 Busse/Jahr |
| Eröffnung | April 2024 |
4. Nachhaltige Battery-Logistik per Bahn
Audi etablierte ein wegweisendes Logistikkonzept für Batteriemodule zwischen Ungarn und Belgien. Seit Mai 2022 werden Batteriekomponenten über 1.300 Kilometer per Bahn statt per LKW transportiert, was 2.600 Tonnen CO₂ jährlich einspart. DB Cargo betreibt ein Logistikzentrum in Győr für den witterungsgeschützten Umschlag.
Die Batteriemodule werden per LKW zum Logistikzentrum gebracht und dann per Bahn direkt zum Audi-Werk in Brüssel transportiert. Spezielle Sensoren überwachen Temperatur und Erschütterungen während des Transports über eine digitale Plattform. Audi plant, bis 2025 alle hochvolumigen Komponenten wie Batterien ausschließlich per Bahn zu transportieren.
| Rail-Logistik Kennzahlen | Werte |
| Strecke | 1.300 km |
| CO₂-Einsparung | 2.600 t/Jahr |
| LKW-Fahrten ersetzt | 12-15/Tag |
| Transportmodus | Bahn (DB Cargo) |
5. Ziel: 220.000 Smart Charging Points bis 2030
Belgien hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 insgesamt 220.000 intelligente Ladepunkte zu installieren. Dies erfordert erhebliche Investitionen und enge Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Netzbetreibern und Unternehmen. Der Kongress “Charging Infrastructure Belgium ’26” bringt alle Stakeholder zusammen, um den Ausbau zu koordinieren.
Flandern erreichte bereits sein Ziel, alle 25 Kilometer entlang Hauptverkehrsachsen einen Schnelllader zu installieren. Bis 2025 sollen alle 130 Autobahnraststätten mit Schnellladern ausgestattet sein. Unternehmen wie Wereldhave Belgium planen, bis Ende 2026 etwa 350 Ladepunkte an Einkaufs- und Arbeitszentren zu installieren.
| Ladeinfrastruktur-Ziele | Timeline |
| Smart Charging Points | 220.000 (2030) |
| Schnelllader Flandern | alle 25 km |
| Autobahnraststätten | 130 (bis 2025) |
| Weltdhave Belgium | 350 (bis 2026) |
6. Flottenelektrifizierung beschleunigt
Eine BNP Paribas Studie von Januar 2026 zeigt, dass 23 Prozent der belgischen Haushalte ein elektrifiziertes Fahrzeug besitzen, wobei 9 Prozent rein elektrische Autos fahren. Dies entspricht einem Anstieg von 7 Prozentpunkten gegenüber 2024. Wenn dieser Trend anhält, könnten bis Ende 2027 etwa 30 Prozent der Haushalte elektrifiziert sein.
Flottenmanager profitieren von kürzeren Lieferzeiten, besserer Modellauswahl und günstigen Finanzierungskonditionen bei frühzeitiger Planung. Die Studie empfiehlt, Fahrzeuge mit städtischer Nutzung und vorhersehbaren Kilometerleistungen prioritär zu elektrifizieren. 50 Prozent der Befragten finden ausreichend Ladepunkte in ihrer Umgebung.
| Flotten-Elektrifizierung | 2024 | 2026 |
| Elektrifizierte Haushalte | 16% | 23% |
| Rein elektrisch | 7% | 9% |
| Genug Ladepunkte | 45% | 50% |
7. Steuerliche Anreize für EV-Investitionen
Die belgische Bundesregierung bietet einen erheblichen Steuerabzug von 35 Prozent für Investitionen in neue Elektrofahrzeuge und zugehörige Ladeinfrastruktur. Dieses unbefristete Angebot sichert dauerhafte Vorteile für EV-Stakeholder und fördert den Ausbau von Ladenetzen. Firmenwagen mit Nullemissionen genießen besondere Steuervorteile.
Für öffentliche Ladestationen und Smart-Charging-Infrastruktur bot Belgien bis August 2024 eine Steuerermäßigung von bis zu 200 Prozent. Die flämische Regierung vergab 2024 über 18.000 Anreize im Wert von 70 Millionen Euro, bevor das Programm ausgesetzt wurde. Neue Regelungen für 2026 fokussieren auf Ladeplatzierung und intelligente Ladestrategien.
| Steueranreize | Details |
| EV-Investitionsabzug | 35% (Bund) |
| Ladeinfrastruktur | bis 200% (historisch) |
| Flämische Prämien 2024 | 18.000 Anträge |
| Fördersumme | 70 Mio. EUR |
8. Supply Chain Innovations Konferenz 2026
Am 19. März 2026 findet in Antwerpen die Konferenz “Supply Chain Innovations 2026” statt. Die Veranstaltung bringt Fachleute zusammen, die Supply Chains modernisieren und vernetzen wollen. Themen umfassen Digitalisierung, Omnichannel-Orchestrierung, Geschäftsleistung und Innovation in vernetzten Lieferketten.
Die Konferenz bietet ein mehrstufiges Seminarprogramm, Aussteller mit neuesten Tools zur Optimierung von Waren-, Daten- und Kostenflüssen sowie Networking-Möglichkeiten. Praktische Fallstudien demonstrieren, wie integrierte Prozesse Fehler reduzieren, Supply-Chain-Zyklen beschleunigen und die Zusammenarbeit mit Partnern stärken. SEEBURGER präsentiert EDI-, API- und MFT-Konnektivität.
| Supply Chain Innovations | Informationen |
| Datum | 19. März 2026 |
| Ort | Antwerp Expo, Halle 1 |
| Fokus | Digitalisierung, Integration |
| Zielgruppe | Logistik, IT, Operations |
9. Grenzüberschreitende Automotive-Ausbildung
Die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens hat grenzüberschreitende Berufsausbildungsprogramme mit Deutschland etabliert. Seit 2007 können Auszubildende als Kfz-Mechatroniker mit einer einzigen Lehre und Abschlussprüfung sowohl deutsche als auch belgische Gesellenbriefe erwerben. Dies schafft optimale Beschäftigungsbedingungen auf beiden Seiten der Grenze.
Ab 2010 wurde diese Doppelzertifizierung auf Einzelhandelskaufleute und ab 2013 auf Friseure ausgeweitet. Weitere Berufsfelder sollen folgen. Die Region arbeitet eng mit der Städteregion Aachen zusammen. Das verarbeitende Gewerbe macht 21 Prozent aller Arbeitsplätze in der deutschsprachigen Gemeinschaft aus.
| Ausbildungs-Kooperation | Details |
| Start Kfz-Mechatroniker | 2007 |
| Zertifikate | Deutsch + Belgisch |
| Weitere Berufe | ab 2010/2013 |
| Partner | Städteregion Aachen |
10. Automotive Aftermarket und Networking
Die Fachmesse AutoTechnica findet im März 2026 auf dem Brussels Expo statt. Als führende Messe für Automotive und Aftermarket in der Benelux-Region ist sie Treffpunkt für Fachleute aus Karosseriebetrieben, freien Werkstätten, Markenhändlern, Großhändlern, Lieferanten, Reifenspezialisten, Transportunternehmen und Flottenbesitzern.
Die Veranstaltung konzentriert sich auf aktuelle Entwicklungen, Informationsaustausch und Networking im Aftermarket- und Mobilitätssektor. Nach dem Erfolg der Ausgabe 2024 bietet die Messe Einblicke in neue Technologien und Servicelösungen für den wachsenden Elektrofahrzeugmarkt. Der Aftermarket entwickelt spezielle Kompetenzen für EV-Wartung und -Reparatur.
| AutoTechnica 2026 | Informationen |
| Zeitpunkt | März 2026 |
| Ort | Brussels Expo |
| Zielgruppe | Aftermarket-Profis |
| Fokus | Technologie, Networking |
11. Lokale Content-Anforderungen für EU-Produktion
Brüssel erwägt Mindestanforderungen für EU-Inhalte, um chinesische Importwettbewerb zu regulieren. Frankreich und Zulieferer fordern bis zu 75 Prozent lokale Inhalte, während deutsche Premium-Marken vor zu starren Regeln warnen. Diskussionen über Berechnungsmethoden und erforderliche industrielle Anreize dauern an.
Diese Entwicklung beeinflusst die strategische Positionierung belgischer Produktionsstandorte innerhalb europäischer Lieferketten. Volvo verlagerte EV-Produktion von China nach Belgien, um EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu antizipieren. Die Stärkung inländischer Fertigung und sauberer Lieferketten entspricht EU-Zielen zur industriellen Transformation.
| EU Content Diskussion | Positionen |
| Frankreich/Zulieferer | bis 75% lokal |
| Deutsche Premium-Marken | Flexibilität |
| Belgiens Rolle | Produktionsstandort |
| Trend | Reshoring nach EU |
12. Smart Charging und Energiemanagement
Intelligentes Laden ist entscheidend für die Integration von Elektrofahrzeugen ins Stromnetz. Belgien entwickelt Strategien für optimierte Energieverteilung und strategische Nutzung von Energiespeichern zur Netzstabilität. Unternehmen wie DATS 24 und Alfen haben über 1.000 intelligente Ladepunkte an Supermärkten, Büros und Wohnungen installiert.
Die 6. European EV Charging Infrastructure Konferenz 2026 legt besonderen Schwerpunkt auf Smart-Charging-Systeme. Neue Regelungen fokussieren auf Ladeplatzierungsstrategien und intelligente Lademanagement-Konzepte. Eine Studie von BBL und Fluvius untersuchte das Potenzial für Ladehubs in Flandern, mit Vorbereitungen für neue öffentliche Konzessionen.
| Smart Charging Initiativen | Details |
| DATS 24/Alfen Ladepunkte | 1.000+ |
| Ziel intelligente Ladepunkte | 220.000 (2030) |
| Netzintegration | Energiespeicher |
| Fokus | Optimierte Verteilung |
Ausblick für Belgiens Automotive-Zukunft
Die 12 Automotive, EV & Supply-Chain Momentum in Belgium (German-speaking) in 2026 zeigen, dass das Land eine zentrale Rolle in Europas Elektrifizierung spielt. Von Produktionsstandorten in Gent und Roeselare über nachhaltige Logistikkonzepte bis zu ambitionierten Ladeinfrastruktur-Zielen schafft Belgien ein umfassendes Ökosystem für Elektromobilität.
Die deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgien trägt durch grenzüberschreitende Ausbildungsprogramme und regionale Wirtschaftsentwicklung zur Automotive-Kompetenz bei. Mit kontinuierlichen Investitionen, steuerlichen Anreizen und technologischer Innovation positioniert sich Belgien als attraktiver Standort für Elektrofahrzeugproduktion und nachhaltige Supply Chains in Europa.
