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10 Kreislaufwirtschaft und fortschrittliches Recycling in Österreich im Jahr 2026

Österreich steht 2026 an einem Wendepunkt der Ressourcenwirtschaft. Die 10 Circular Economy & Advanced Recycling in Austria in 2026 zeigen, wie das Land seine ehrgeizigen Klimaziele durch innovative Recyclingtechnologien und zirkuläre Wirtschaftsmodelle umsetzt. Mit einem Budget von 130 Millionen Euro aus dem EU-Aufbau- und Resilienzplan bis 2026 investiert Österreich massiv in die Transformation.

Die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie zielt darauf ab, den Materialverbrauch drastisch zu reduzieren und die Recyclingrate auf 18 Prozent bis 2030 zu steigern. Diese Entwicklungen positionieren Österreich als Vorreiter in Europa.​

Warum Kreislaufwirtschaft für Österreich 2026 entscheidend ist

Österreichs lineares Wirtschaftsmodell verbraucht derzeit Ressourcen von vier Planeten. Die Kreislaufwirtschaftsstrategie, die 2022 beschlossen wurde, soll diese Verschwendung beenden. Das Ziel ist klar: bis 2050 eine vollständig nachhaltige und zirkuläre Gesellschaft schaffen. Österreich produziert jährlich 800 Kilogramm Abfall pro Kopf und liegt damit EU-weit an der Spitze, recycelt aber bereits 60 Prozent davon.​

Der EU Circular Economy Act, der 2026 in Kraft tritt, verschärft die Anforderungen zusätzlich. Die europäische Sekundärrohstoffrate liegt aktuell bei nur 11,8 Prozent, was den enormen Handlungsbedarf verdeutlicht. Österreichs fortschrittliche Ansätze in der chemischen und mechanischen Wiederverwertung können Lösungen für ganz Europa bieten.​

10 Circular Economy & Advanced Recycling in Austria in 2026

1. ReOil-Technologie: Chemisches Recycling von Kunststoffabfällen

OMV Austria entwickelt mit der ReOil-Technologie ein bahnbrechendes chemisches Recyclingverfahren. Die Technologie wandelt Kunststoffabfälle unter moderatem Druck und normalen Raffinerie-Temperaturen in synthetische Rohstoffe um. Eine Demonstrationsanlage mit 16.000 Tonnen Jahreskapazität wurde in Schwechat gebaut, und eine industrielle Großanlage ist für 2026 geplant. Das Verfahren zielt auf Plastikabfälle ab, die mechanisch nicht recycelbar sind, wie Lebensmittelverpackungen und Coffee-to-go-Deckel.​

Aspekt Details
Technologie Thermisches Cracken bei Raffinerie-Temperaturen
Kapazität 2026 16.000 Tonnen pro Jahr
Zielmaterial Polyolefine, nicht mechanisch recycelbar
Produkt Synthetischer Rohstoff für neue Hochqualitätskunststoffe
Standort Schwechat, Österreich

2. Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie bis 2050

Die österreichische Bundesregierung hat 2022 eine umfassende Kreislaufwirtschaftsstrategie verabschiedet. Sie definiert konkrete Ziele: Reduzierung des inländischen Materialverbrauchs auf maximal 14 Tonnen pro Kopf bis 2030 und 7 Tonnen bis 2050. Die Strategie fokussiert sieben Transformationsprioritäten, darunter Bauindustrie, Mobilität, Kunststoffe und Verpackungen sowie Elektro- und Elektronikgeräte. Ein interdisziplinärer Ansatz bindet Bund, Länder, Unternehmen und Bürger ein.​

Ziele Zeitrahmen Kennzahlen
Materialverbrauch 2030 14 Tonnen pro Kopf/Jahr
Material Footprint 2050 7 Tonnen pro Kopf/Jahr
Ressourcenproduktivität 2030 +50% Steigerung
Zirkularitätsrate 2030 18%
Haushaltskonsum 2030 -10% Reduktion

3. Pfandsystem für Getränkeverpackungen

Österreich hat 2025 ein Einwegpfandsystem eingeführt, das 2026 voll operativ ist. Das System umfasst PET-Flaschen und Metalldosen von 0,1 bis 3 Litern Größe mit einem Pfand von 0,25 Euro. Bis 2027 strebt Österreich eine Rückgabequote von 90 Prozent an, zwei Jahre vor der EU-Vorgabe für 2029. Dies bedeutet, dass rund 2,2 Milliarden Getränkeverpackungen recycelt werden. Die EWP (Einweg-Pfand Österreich) erwartet bereits im ersten Jahr eine Rückgabequote von 80 Prozent.​

Parameter Spezifikation
Pfandhöhe €0,25
Abgedeckte Größen 0,1 bis 3 Liter
Materialien PET-Flaschen, Metalldosen
Zielquote 2027 90% Rückgabe
Erwartete Menge 2,2 Milliarden Behälter/Jahr

4. Hochmoderne Sortieranlage PreZero in Sollenau

Die PreZero-Anlage in Sollenau, die Ende 2025 in Betrieb ging, verarbeitet jährlich fast 105.000 Tonnen Leichtverpackungen. Stadler stattete die Anlage mit zwei Modulen aus, die hohe Automatisierung und KI-basierte Brandschutzsysteme kombinieren. Die Anlage sortiert Material in bis zu 20 Fraktionen durch mehrere NIR-Sortierstufen und Recovery-Einheiten von Steinert. Ein BatterySort-System von WeSort.AI erkennt und entfernt brandgefährliche Batterien frühzeitig. Redundante Sortierlinien und vollautomatische Ballenkontrolle gewährleisten kontinuierlichen Betrieb.​

Merkmal Beschreibung
Kapazität 105.000 Tonnen/Jahr
Sortierfraktionen Bis zu 20 Materialfraktionen
Technologie NIR-Sortierung, KI-Brandschutz
Besonderheit Redundante Linien, Puffersysteme
Inbetriebnahme Sommer 2025

5. FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft und Produktionstechnologien

Das österreichische Bundesministerium hat Kreislaufwirtschaft als zentralen FTI-Schwerpunkt (Forschung, Technologie und Innovation) definiert. Mit 74 Millionen Euro aus nationalen Mitteln werden zusätzlich zu EU-Geldern Projekte gefördert. Die Initiative verfolgt fünf zentrale Ziele: Ressourceneinsatz optimieren, Produktnutzung intensivieren, Stoffkreisläufe schließen, technologische Souveränität erhöhen und resiliente Unternehmen sicherstellen. Drei Ausschreibungen mit 36,5 Millionen Euro sind bereits verfügbar.​

Ziel Maßnahmen
Ressourcenoptimierung Effizienzsteigerung in Produktion
Produktnutzung Sharing-Modelle, Lebensdauerverlängerung
Stoffkreisläufe Sekundärrohstoffnutzung
Technologie-Souveränität Eigenentwicklung von Schlüsseltechnologien
Resilienz Krisenfeste Lieferketten

6. Recyclingziele für Verpackungen übertreffen EU-Standards

Österreich erreicht bei Papierverpackungen eine Recyclingrate von 80 Prozent und übertrifft damit das EU-Ziel von 75 Prozent deutlich. Bei Metallverpackungen liegt die Quote bei 75 Prozent, über dem EU-Standard von 50 bis 70 Prozent. Bis 2030 plant Österreich, die Gesamtrecyclingrate auf 65 Prozent zu steigern. Das nationale Abfallwirtschaftsgesetz setzt verbindliche Ziele für Abfallreduktion um 10 Prozent im Vergleich zu 2010.​

Verpackungsart Österreich Rate EU-Ziel 2025
Papier 80% 75%
Metall 75% 50-70%
Gesamt (Ziel 2030) 65% 60%
Siedlungsabfall 60% 55%

7. Masterplan Rohstoffe 2030 für Sekundärrohstoffe

Der Masterplan Rohstoffe 2030 des österreichischen Finanzministeriums stärkt die Gewinnung von Sekundärrohstoffen aus recycelbaren Produkten. Er schafft Rahmenbedingungen für den Ausbau der Sekundärrohstoffextraktion und fördert Forschung und Innovation. Das Ziel ist, Versorgungsrisiken zu reduzieren und die Resilienz von Wertschöpfungsketten zu erhöhen. Der Plan ergänzt die Kreislaufwirtschaftsstrategie durch Fokus auf mineralische Rohstoffe und kritische Materialien.​

Handlungsfeld Strategie
Sekundärrohstoffe Ausbau der Extraktion aus Recyclaten
Versorgungssicherheit Reduzierung von Importabhängigkeiten
Innovation Förderprogramme für neue Technologien
Standards Weiterentwicklung hoher Qualitätsstandards

8. EU Circular Economy Act 2026

Der EU Circular Economy Act tritt 2026 in Kraft und verschärft die Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft in ganz Europa. Das Gesetz zielt darauf ab, einen einheitlichen Markt für recycelte Materialien zu schaffen und die Nutzung von Sekundärrohstoffen zu stärken. Trotz Fortschritten liegt die europäische Sekundärrohstoffrate bei nur 11,8 Prozent. Der Act adressiert Herausforderungen wie geringe Nachfrage nach recycelten Materialien und billige Plastikimporte aus Nicht-EU-Ländern.​

Element Ziel
Binnenmarkt Einheitlicher Markt für Sekundärmaterialien
Sekundärrohstoffrate Steigerung von 11,8%
Abfallrecycling EU 48% (Stand 2023)
Neue Regelungen Bauwirtschaft, Bergbau einbeziehen

9. Bioökonomie und nachwachsende Ressourcen

Die Bioökonomie spielt eine zentrale Rolle in Österreichs Kreislaufwirtschaftsstrategie. Sie bietet großes Potenzial für die Substitution fossiler Rohstoffe durch nachwachsende, biobasierte Ressourcen. Der effiziente Umgang mit biologischen Materialien und die Nutzung von Sekundärrohstoffen aus Reststoffen stehen im Fokus. Dies unterstützt die Mission “Österreich auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zirkulären Gesellschaft”.​

Bereich Maßnahmen
Biobasierte Rohstoffe Ersatz für fossile Materialien
Reststoffnutzung Kaskaden-Nutzung biologischer Materialien
Land- und Forstwirtschaft Nachhaltige Ressourcengewinnung
Verpackungen Biobasierte, kompostierbare Alternativen

10. Partnerschaft OMV-Borealis für geschlossene Kunststoffkreisläufe

OMV und Borealis arbeiten gemeinsam daran, eine führende Rolle im Recyclingmanagement von Kunststoffen zu übernehmen. Die Kombination aus mechanischen und chemischen Recyclingaktivitäten ermöglicht ein vollständiges Portfolio nachhaltiger Polyolefin-Lösungen. Die ReOil-Technologie liefert reine Rohstoffe, die für alle Anwendungen geeignet sind, einschließlich Lebensmittelverpackungen und medizinischer Produkte mit höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Diese Partnerschaft schließt den Kunststoffkreislauf und reduziert CO2-Emissionen erheblich.​

Aspekt Details
Partner OMV und Borealis
Technologien Mechanisch + Chemisch (ReOil)
Produktqualität Lebensmittel- und Medizinstandards
Umweltwirkung CO2-Reduktion durch Kreislaufschließung
Zielmarkt Europa-weite Polyolefin-Lösungen

Die Zukunft der österreichischen Kreislaufwirtschaft

Österreich investiert massiv in die Transformation zu einer zirkulären Wirtschaft. Die Kombination aus gesetzlichen Rahmenbedingungen, technologischen Innovationen und finanziellen Anreizen schafft ein robustes Ökosystem. Das Land steht vor der Herausforderung, die Recyclingkapazitäten weiter auszubauen und die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu stimulieren.

Die 10 Circular Economy & Advanced Recycling in Austria in 2026 zeigen konkrete Wege auf, wie Ressourceneffizienz und Umweltschutz wirtschaftlich erfolgreich kombiniert werden können. Von chemischem Recycling über hochautomatisierte Sortieranlagen bis zu nationalen Strategien – Österreich nimmt eine Vorreiterrolle ein. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen und den Materialverbrauch nachhaltig zu senken.

Fazit

Die 10 Circular Economy & Advanced Recycling in Austria in 2026 demonstrieren Österreichs Engagement für eine nachhaltige Zukunft. Mit einem Investitionsvolumen von über 200 Millionen Euro, innovativen Technologien wie ReOil und einem ambitionierten Pfandsystem setzt das Land neue Maßstäbe. Die Kreislaufwirtschaftsstrategie mit klaren Zielen bis 2050 bietet einen konkreten Fahrplan zur Ressourcenschonung. Österreich zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können. Die Herausforderung besteht nun darin, die Recyclinginfrastruktur weiter auszubauen und alle Stakeholder – von Unternehmen bis zu Verbrauchern – aktiv einzubinden.​