10 grüne Finanzierungs- und ESG-Deals, die Österreich im Jahr 2026 prägen
Österreich positioniert sich als Vorreiter im nachhaltigen Finanzwesen. Die 10 Green Finance & ESG Deals Shaping Austria in 2026 zeigen, wie das Land sein ambitioniertes Ziel der Klimaneutralität bis 2040 durch konkrete Investitionen und Partnerschaften umsetzt. Von milliardenschweren Energieprojekten bis zu innovativen Finanzierungsinstrumenten transformieren diese Deals die österreichische Wirtschaft. Die folgende Analyse beleuchtet die wichtigsten Initiativen, die Österreichs grüne Transformation vorantreiben.
Warum Green Finance für Österreich entscheidend ist
Österreich strebt Klimaneutralität bis 2040 an, ein Jahrzehnt früher als die übrige EU. Diese ambitionierte Zielsetzung erfordert massive Investitionen in nachhaltige Infrastruktur und Technologien. Studien der Technischen Universität Wien beziffern die notwendigen zusätzlichen Investitionen zur Dekarbonisierung auf kumulativ 36 Milliarden Euro bis 2030. Der österreichische Finanzsektor spielt dabei eine Schlüsselrolle bei der Mobilisierung privater Kapitalströme.
90 Prozent der österreichischen Unternehmen investierten 2025 aktiv, eine Rate über dem EU-Durchschnitt. Fast alle Firmen haben Maßnahmen zur Emissionsreduktion ergriffen, mehr als die Hälfte investierte in Energieeffizienz. Diese Dynamik schafft erhebliches Potenzial für Green Finance und ESG-konforme Finanzprodukte im österreichischen Markt.
Die 10 Green Finance & ESG Deals Shaping Austria in 2026
1. Burgenlands Rekord-Windkraft- und Solarportfolio: 500 Millionen Euro
Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert gemeinsam mit Österreichs größten Banken das bisher umfangreichste Portfolio für Wind- und Solarkraftwerke in Österreich. Das “Project Tomorrow” umfasst Investitionen von rund 500 Millionen Euro in Fremdkapital bis 2026, ergänzt durch 200 Millionen Euro Eigenkapital. Das Portfolio umfasst etwa 2.000 MW Wind- und Solarerzeugungskapazität in Burgenland.
Die EIB stellt 250 Millionen Euro bereit, während Erste Bank und Landesbank Baden-Württemberg weitere 100 Millionen Euro beisteuern. Zu den Finanzierungspartnern gehören UniCredit Bank Austria, Raiffeisen Bank International, Erste Bank und Wiener Städtische. Das Projekt soll eine Wertschöpfung von 3,6 Milliarden Euro generieren und 12.000 Vollzeitarbeitsplätze schaffen.
| Merkmal | Details |
| Gesamtinvestition | 500 Mio. € Fremdkapital + 200 Mio. € Eigenkapital |
| Kapazität | 2.000 MW Wind- und Solarenergie |
| CO₂-Einsparung | 7 Millionen Tonnen |
| Arbeitsplätze | 12.000 Vollzeitäquivalente |
2. OMVs 140-MW-Grünwasserstoffanlage: Mehrere hundert Millionen Euro
OMV investiert einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich in eine 140-MW-Grünwasserstoffanlage in Bruck an der Leitha. Die Anlage soll Ende 2027 in Betrieb gehen und jährlich bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Das Projekt wurde von der Europäischen Wasserstoffbank positiv für eine Förderung bewertet, die Vereinbarung soll bis Ende 2025 unterzeichnet werden.
Die Anlage wird die OMV-Raffinerie in Schwechat über eine 22 Kilometer lange Wasserstoffpipeline versorgen. OMV erwartet eine Reduktion der Kohlenstoffemissionen am Standort um bis zu 150.000 Tonnen pro Jahr, was etwa 10 Prozent der aktuellen direkten produktionsbezogenen Emissionen entspricht. Betriebs- und Baugenehmigungen wurden bereits erteilt.
| Projektdetail | Spezifikation |
| Investitionssumme | Mittlerer dreistelliger Millionenbetrag |
| Leistung | 140 MW Elektrolysekapazität |
| Produktion | 23.000 Tonnen H₂/Jahr |
| CO₂-Reduktion | 150.000 Tonnen/Jahr |
| Inbetriebnahme | Ende 2027 |
3. UniCredit Bank Austria: 360 Millionen Euro für Innovation und Nachhaltigkeit
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) und UniCredit Bank Austria vereinbarten eine umfassende Erweiterung ihrer Zusammenarbeit zur Unterstützung von 360 Millionen Euro an neuen Finanzierungen für Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsinvestitionen. Die neue EIF-Garantie von insgesamt 250 Millionen Euro ermöglicht UniCredit Bank Austria, über 200 KMU und kleine Midcaps günstige Finanzierungen anzubieten.
Die neue Zuweisung umfasst 150 Millionen Euro für Innovation und Digitalisierung sowie 100 Millionen Euro für Nachhaltigkeit. Damit erhöht sich die gesamte InvestEU-gestützte Garantiefazilität mit UniCredit Bank Austria auf 340 Millionen Euro. Das Portfolio soll voraussichtlich 486 Millionen Euro für bis zu 270 Unternehmen erreichen.
| Förderbereich | Volumen |
| Innovation & Digitalisierung | 150 Mio. € |
| Nachhaltigkeit | 100 Mio. € |
| Zusätzliche Finanzierung | 110 Mio. € |
| Gesamtgarantie | 340 Mio. € |
| Begünstigte Unternehmen | Bis zu 270 |
4. Österreichische Bundesfinanzierungsagentur: Grüne Staatsanleihen-Programm
Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) hat ihr grünes Anleihenprogramm erfolgreich ausgebaut. Die sechsjährige Laufzeit ermöglichte es Österreich, der ESG-Investorenbasis einen neuen Punkt auf der grünen Kurve anzubieten. Das Programm zielt darauf ab, private Kapitalströme für klimafreundliche und umweltfreundliche Investitionen zu mobilisieren.
Die Green Finance Agenda der Republik Österreich strebt an, private Kapitalströme gezielt in nachhaltige Projekte zu lenken. Im Rahmen der EU Sustainable Finance Strategy arbeitet Österreich daran, den Finanzmarkt für die grüne Transformation zu mobilisieren. Das Programm unterstützt Österreichs Ziel, bis 2030 zu 100 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen.
| Programmmerkmal | Beschreibung |
| Instrumente | Grüne Bundesanleihen |
| Laufzeiten | 6 Jahre und länger |
| Zielgruppe | ESG-fokussierte Investoren |
| Verwendungszweck | Klimafreundliche Projekte |
5. UBM Development: Grüne Anleihe 2025-2030
UBM hat erfolgreich eine neue grüne Anleihe 2025-2030 platziert. Das breit akzeptierte Umtauschangebot reduziert das Rückzahlungsvolumen von UBMs Anleihen deutlich auf 76 Millionen Euro am 13. November 2025 und 72 Millionen Euro am 21. Mai 2026. Die Gesamtumtauschquote von 45 Prozent liegt am oberen Ende der historisch realisierten Werte.
Die UBM Green Bond 2025 wurde in Österreich, Deutschland und Luxemburg durch ein öffentliches Angebot zur Zeichnung angeboten. Der geplante Valutatermin war der 30. Oktober 2025. Die Notierung der UBM Green Bond 2025 im Official Market der Wiener Börse und im Open Market Segment der Frankfurter Börse ist vorgesehen.
| Anleihedetail | Information |
| ISIN | AT0000A3PGY9 |
| Laufzeit | 2025-2030 |
| Umtauschquote | 45% |
| Börsenplätze | Wien, Frankfurt |
6. Kreislaufwirtschaftsstrategie: 204 Millionen Euro EU- und nationale Mittel
Österreich stellt im Rahmen der Kreislaufwirtschaftsstrategie insgesamt 130 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbau- und Resilienzplan bis 2026 zur Verfügung. Zusätzlich werden 74 Millionen Euro aus nationalen Ressourcen im Förderbereich Kreislaufwirtschaft bereitgestellt. Bislang stehen 36,5 Millionen Euro für drei Ausschreibungen der RTI-Initiative zur Verfügung.
Die Strategie zielt darauf ab, Österreichs Wirtschaft in Richtung Kreislaufmodell zu transformieren. Investitionen fließen in Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich nachhaltiger Materialien und Prozesse. Das Programm ergänzt Österreichs umfassende Green Finance Agenda zur Erreichung der Klimaziele.
| Finanzierungsquelle | Betrag |
| EU Recovery & Resilience Plan | 130 Mio. € |
| Nationale Ressourcen | 74 Mio. € |
| RTI-Initiative | 36,5 Mio. € |
| Laufzeit | Bis 2026 |
7. Klimaschutzministerium: Green Finance Agenda für Klimaneutralität 2040
Das Bundesministerium für Klimaschutz implementiert eine ambitionierte Green Finance Agenda zur Mobilisierung privater Investitionen. Die Agenda ist ein zentraler Baustein zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2040. Der Finanzdienstleistungssektor leistet einen erheblichen Beitrag zur schnellen Transformation der Energie- und Wirtschaftssysteme.
Ein Ziel des European Green Deal ist die Mobilisierung privater Investitionen für den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Die EU strebt an, der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Österreich kann dieses politische Ziel nur durch schnelle Transformation seiner Energie- und Wirtschaftssysteme erreichen.
| Strategieelement | Zielsetzung |
| Zieljahr | Klimaneutralität 2040 |
| Fokus | Mobilisierung privater Kapitalströme |
| Instrumente | Regulatorischer Rahmen, Anreize |
| Integration | EU Sustainable Finance Strategy |
8. Europäische Investitionsbank: 89 Milliarden Euro Klimafinanzierung
Die EIB Group unterzeichnete 2024 fast 89 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für über 900 Projekte mit hoher Wirkung. Alle von der EIB Group finanzierten Projekte stehen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Fast 60 Prozent der jährlichen Finanzierung der EIB Group unterstützen Projekte, die direkt zur Eindämmung des Klimawandels beitragen.
Die EIB Group unterstützte 2024 Investitionen von über 100 Milliarden Euro für Europas Energiesicherheit. Das Engagement des EIF mit österreichischen Finanzpartnern hat in den letzten 26 Jahren über 13 Milliarden Euro an neuen Investitionen von Unternehmen in ganz Österreich ermöglicht. Die EIB wird bis 2027 zusätzliche 45 Milliarden Euro für REPowerEU bereitstellen.
| Finanzierungsbereich | Volumen |
| Gesamtfinanzierung 2024 | 89 Mrd. € |
| Klimaprojekte Anteil | 60% |
| REPowerEU bis 2027 | 45 Mrd. € |
| Energiesicherheit 2024 | 100 Mrd. € |
9. Nationales CO₂-Preissystem: Marktbasierte Transformation ab 2026
Österreich führte ein nationales CO₂-Preissystem ein, das bei 30 Euro im Jahr 2022 startete und schrittweise auf 55 Euro im Jahr 2025 angehoben wurde. Ab 2026 erfolgt eine marktbasierte Preisbildung, die Investitionen in klimafreundliche Technologien weiter incentiviert. Das System umfasst Steuererleichterungen im Wert von 18 Milliarden Euro bis 2025 für Menschen und Unternehmen.
Ein “Regionaler Klimabonus” dient dazu, die Auswirkungen der CO₂-Bepreisung auf Einzelpersonen abzumildern. Die Reform beinhaltet niedrigere Einkommensteuersätze für Personen und Unternehmen sowie einen höheren “Familienbonus Plus”. Das System unterstützt Österreichs Ziel von 100 Prozent erneuerbarer Energie bis 2030.
| Phase | CO₂-Preis | Mechanismus |
| 2022 | 30 € | Fixpreis |
| 2025 | 55 € | Fixpreis |
| Ab 2026 | Marktbasiert | Freie Preisbildung |
| Kompensation | 18 Mrd. € | Steuererleichterungen |
10. Austrian Green Finance Alliance: Branchenweite ESG-Transformation
Die Austrian Green Finance Alliance ist eine Initiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, die Finanzunternehmen bei der Klimafreundlichkeit ihrer Geschäftsmodelle unterstützt. Die Allianz umfasst Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und andere Finanzinstitute. Mitglieder haben sich verpflichtet, ihre Finanzströme an den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten.
Österreichische Banken erwarten zusätzliche jährliche Einnahmen von rund 0,7 Milliarden Euro im Firmenkundengeschäft durch ESG-Integration. Im Privatkundengeschäft schaffen Kredite für Sanierung und Modernisierung von Immobilien zusätzliches Potenzial von rund 0,1 Milliarden Euro pro Jahr. Das zusätzliche Potenzial im traditionellen KMU-Geschäft wird auf rund 0,3 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
| Sektor | Jährliches Potenzial |
| Firmenkundengeschäft | 0,7 Mrd. € |
| Privatkundengeschäft | 0,1 Mrd. € |
| KMU-Geschäft | 0,3 Mrd. € |
| Gesamtpotenzial | 1,1 Mrd. € |
10 Green Finance & ESG Deals Shaping Austria in 2026: Schlüsselfaktoren
Die zehn vorgestellten Deals demonstrieren Österreichs ganzheitlichen Ansatz zur nachhaltigen Transformation. Von großskaligen Infrastrukturprojekten über innovative Finanzierungsinstrumente bis zu regulatorischen Rahmenbedingungen decken diese Initiativen alle wesentlichen Bereiche ab. Österreichische Unternehmen investieren zunehmend in Energieeffizienz, wobei drei Viertel von Klimaauswirkungen betroffen sind.
Ein höherer Anteil österreichischer Firmen (33 Prozent gegenüber 27 Prozent EU-Durchschnitt) sieht den Übergang zu Netto-Null als Geschäftschance. Die Finanzierungsbedingungen bleiben vergleichsweise günstig, nur etwa 4 Prozent der österreichischen Firmen gelten als finanzierungsbeschränkt. Diese Kombination aus Investitionsbereitschaft und günstigen Rahmenbedingungen positioniert Österreich als Vorreiter in der grünen Transformation.
Regulatorische Entwicklungen und Berichtspflichten
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat spezifische Richtlinien zur Bewertung und Verwaltung von ESG-Risiken etabliert. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erweitert die Berichtspflichten ab 2026 auf große Unternehmen und Kreditinstitute. Österreichische Banken müssen ESG-Risiken regelmäßig und umfassend bewerten.
Eine solide ESG-Datenbasis und geeignete Bewertungsmethoden sind erforderlich. ESG-Risiken müssen in übliche Prozesse wie Risikoappetit, internes Kontrollsystem, ICAAP und Risikoberichterstattung integriert werden. Die Implementierung der EBA-Richtlinien wird den Druck zur umfassenden Integration und transparenten Verwaltung von ESG-Risiken weiter erhöhen.
Fazit
Die 10 Green Finance & ESG Deals Shaping Austria in 2026 zeigen einen klaren Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Mit Gesamtinvestitionen im mehrstelligen Milliardenbereich transformieren diese Initiativen Österreichs Energie-, Finanz- und Wirtschaftssysteme. Von Burgenlander Windparks über OMVs Wasserstoffanlage bis zu innovativen Bankfinanzierungen decken die Deals alle relevanten Sektoren ab. Die Kombination aus öffentlicher Förderung, privaten Investitionen und regulatorischen Anreizen schafft ein robustes Ökosystem für nachhaltiges Wachstum. Österreichische Unternehmen und Finanzinstitute positionieren sich damit als europäische Vorreiter in der grünen Transformation.
