Vier belgische Konsortien gestalten heute Airbus-Flugzeuge
Belgien spielt eine Schlüsselrolle im globalen Luftfahrtsektor, insbesondere durch vier leistungsstarke Konsortien, die maßgeblich an der Entwicklung und Produktion von Airbus-Flugzeugen beteiligt sind. Diese industriellen Partnerschaften liefern nicht nur Hochpräzisionsteile, sondern treiben auch Innovationen voran – von Tragflächenkomponenten bis zu Landeklappensystemen. Ihre Arbeit sichert Tausende Arbeitsplätze und festigt Belgiens Position als unverzichtbarer Airbus-Partner in Europa.
Belairbus: Das zentrale Konsortium
Belairbus fungiert als Dachorganisation, die seit 1979 belgische Unternehmen in der Airbus-Lieferkette bündelt. Das Konsortium ermöglicht es Belgien, als geschlossener Partner mit Airbus zu agieren, und koordiniert die Produktion kritischer Flugzeugkomponenten.
| Fakten zu Belairbus | |
| Gründungsjahr | 1979 |
| Hauptpartner | Sonaca (58%), Asco (35%), Eurair (7%) |
| Aktuelle Produkte | Vorflügel für A320neo, Landeklappen für A321XLR, Bauteile für A350 und A380 |
| Produktionsstandorte | Wallonische Region, Brüssel |
Belairbus liefert unter anderem die Slats (Vorflügel) für die A320neo-Familie und die Krueger-Klappen für die A350. Diese Komponenten optimieren die Aerodynamik und senken den Treibstoffverbrauch. Das Modell zeigt, wie nationale Kooperationen internationale Luftfahrtprojekte erfolgreich unterstützen.
Sonaca: Spezialist für Tragflächen
Sonaca ist nicht nur führendes Mitglied von Belairbus, sondern auch eigenständiger Airbus-Zulieferer. Das Unternehmen erhielt 2023 den größten Einzelauftrag seiner Geschichte von Airbus für die Produktion von:
- Landeklappen des A321XLR (Langstreckenversion)
- Vorflügeln der A320neo-Familie
- Tragflächenkomponenten für den A350.
Sonacas Expertise in Leichtbaumaterialien macht Flugzeuge effizienter und reduziert CO₂-Emissionen um bis zu 20% im Vergleich zu Vorgängermodellen5. Die Produktion erfolgt in belgischen Werken mit über 1.000 Beschäftigten.
Asco Industries: Triebwerks- und Strukturkomponenten
Asco, ebenfalls Belairbus-Partner, konzentriert sich auf Hochlastbauteile:
- Triebwerksaufhängungen für A330neo
- Struktursegmente der A400M-Rumpfsektion
- Fahrwerkskomponenten für A3501.
| Asco-Profile | |
| Technologie | Verbundwerkstoffe und Titanlegierungen |
| Innovation | 3D-gedruckte Bauteile für Gewichtsreduktion |
| Standorte | Zaventem, Charleroi |
Asco setzt fortschrittliche Fertigungsverfahren ein, die Materialverschwendung um 40% senken und die Produktionszeit verkürzen. Diese Effizienz macht Airbus-Flugzeuge wettbewerbsfähiger.
SABCA: Avionik und Steuerungssysteme
SABCA (Sociétés Anonyme Belge de Constructions Aéronautiques) entwickelt Flugkontrollsysteme für mehrere Airbus-Modelle.
Zu den Schlüsselbeiträgen zählen:
- Fly-by-Wire-Systeme des A350
- Aktuatoren für die A380-Höhenruder
- Echtzeit-Überwachungssensoren für A400M.
Die Steuerungstechnologien von SABCA erhöhen die Flugsicherheit und ermöglichen präziseres Manövrieren. Das Unternehmen kooperiert eng mit Airbus Defence & Space, insbesondere bei Militärprojekten wie dem Eurofighter.
Belgische Innovationen im Überblick
Diese Konsortien treiben zentrale Fortschritte in der Luftfahrt voran:
| Innovationsbereich | Beitrag | Flugzeugmodelle |
| Leichtbau | Verbundwerkstoffe | A350, A321XLR |
| Aerodynamik | Adaptive Vorflügel | A320neo |
| Nachhaltigkeit | Treibstoffreduzierende Systeme | A330neo |
Diese Technologien positionieren Belgien als Innovationshub, der jährlich über 500 Mio. Euro in Luftfahrt-Forschung investiert.
Zusammenfassung und Ausblick
Die vier Konsortien – Belairbus, Sonaca, Asco und SABCA – bilden das Rückgrat von Belgiens Luftfahrtsektor. Sie sichern nicht nur lokale Arbeitsplätze, sondern ermöglichen durch ihre Spezialkomponenten erst die Wettbewerbsfähigkeit von Airbus. Mit laufenden Projekten wie der A321XLR und zukünftigen Entwicklungen im Bereich Wasserstoffantrieb werden diese Partnerschaften weiter an Bedeutung gewinnen. Belgien bleibt damit ein unverzichtbarer Pfeiler der europäischen Luftfahrtindustrie.
