5 wichtige Investitionszonen: Warum Flandern und Brüssel Drehkreuze für die Luft- und Raumfahrt sind
Flandern und Brüssel haben sich zu dynamischen Zentren der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie entwickelt. Mit strategischen Clustern, weltweit führenden Forschungseinrichtungen und jüngsten Großinvestitionen bieten sie einzigartige Standortvorteile. Dieser Artikel beleuchtet die fünf wichtigsten Investitionszonen, die diese Region zu einem globalen Drehkreuz machen.
1. Flanderns Luftfahrtcluster: FLAG und strategische Infrastruktur
Flandern baut auf ein dichtes Netzwerk aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Flemish Aerospace Group (FLAG) vereint rund 70 Unternehmen, die in nahezu allen Bereichen der Luftfahrt tätig sind – von Design und Zertifizierung bis hin zu Fertigung und Kundenservice. Mitglieder wie ASCO, BARCO und Sabca Limburg sind globale Schlüsselplayer. Die flämische Regierung unterstützt den Sektor aktiv durch Agenturen wie Flanders Investment & Trade (FIT).
Forschung bildet das Rückgrat:
- imec: Entwickelt Sensoren, optische Transceiver und strahlungsgeschützte Elektronik für Satelliten.
- VITO: Spezialisiert auf Fernerkundungstechnologie und Auswertung von Erdbeobachtungsdaten.
- SCK CEN: Erforscht Strahlenschutz, Astronautenbiologie und Lebensmittelproduktion für Raumfahrtmissionen.
Die jüngste Milliardeninvestition der flämischen Regierung in den Brüsseler Flughafen (39% Beteiligung via PMV) unterstreicht die strategische Bedeutung. Ziel ist die Steuerung von Flugrouten, Frachtoperationen und nachhaltiger Luftfahrt, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Zentrale Akteure in Flandern
| Akteur | Schwerpunkt | Beitrag zur Wertschöpfung |
| FLAG | Unternehmensnetzwerk | Exportorientierte Produktion |
| imec | Satellitentechnologie | Next-Gen-Satellitenkomponenten |
| VITO | Erdbeobachtung | Umweltmonitoring-Lösungen |
| Flandern (via PMV) | Flughafen Brüssel | Strategische Steuerung der Luftfahrtinfrastruktur |
2. Brüssel: Drehscheibe für Luftfahrtkonzerne und Verteidigung
Brüssel ist nicht nur politisches Zentrum Europas, sondern auch Heimat großer Luftfahrtkonzerne. Die Brussels Aerospace & Defence Group (BAG) fördert die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und öffentlichen Institutionen in der Hauptstadtregion. Unternehmen wie Boeing, Airbus, Lockheed Martin und Northrop Grumman unterhalten hier bedeutende Niederlassungen – begünstigt durch die Nähe zu EU-Institutionen und NATO-Hauptquartieren.
Der Brüsseler Flughafen ist wirtschaftliches Herzstück: Mit über 62.500 direkten und indirekten Arbeitsplätzen generiert er 6 Milliarden Euro Wertschöpfung (1,5% des belgischen BIP). Die Expansion von Gewerbeimmobilien (Büros, Hotels, Eventflächen) schafft zusätzliche Anreize – insbesondere dank niedrigerer Grundsteuern im Vergleich zu Brüssel.
3. Wallonie: Raumfahrtkompetenz und Innovationscluster SKYWIN
Die Wallonie beherbergt die meisten Luftfahrtunternehmen Belgiens. Der Cluster SKYWIN vereint 158 Mitglieder – darunter Schwergewichte wie Safran Aero Boosters, SABCA, Sonaca und Thales. Mit einem Umsatz von 1,75 Milliarden Euro (90% Export) und 7.500 Beschäftigten ist er ein globaler Innovationstreiber.
Forschungsexzellenz zeigt sich im Liège Space Center (CSL), Europas führendem Institut für Weltrauminstrumente.
Weitere Highlights:
- Galaxia Business Park: Hostet das Galileo-Kontrollzentrum für Europas Satellitennavigationssystem.
- Drone-Testzone: Einmaliges Gelände für Nacht- und Höhenflüge (3,8 km Durchmesser).
- Einstein-Teleskop-Projekt: Zukunftsweisende Forschungsinfrastruktur für Gravitationswellen.
Wallonies Raumfahrt-Ökosystem im Überblick
| Bereich | Institutionen/Projekte | Internationale Bedeutung |
| Industrielle Produktion | Safran, SABCA, Sonaca, Thales | Lieferketten für Airbus & Boeing |
| Forschung | Liège Space Center, CENAERO | ESA-Partner, Satellitenkalibrierung |
| Infrastruktur | Galileo-Kontrollzentrum, Drone-Testzone | EU-Referenzstandort für Navigation |
4. Forschungs- und Entwicklungszentren: Triebkräfte der Innovation
Belgien punktet mit einzigartigen Forschungssynergien zwischen Regionen:
- KU Leuven (LASA): Entwickelt numerische Simulationen für Raumfahrtmissionen und Luftfahrtanwendungen.
- Von Karman Institut (VKI): Bietet Windkanäle, Plasmaanlagen und Aeroakustik-Labore für Triebwerkstests.
- BIRA-IASB: Führend in Atmosphärenphysik und Weltraumwetter.
Diese Einrichtungen ermöglichen Public-Private-Partnerships wie das Projekt “Space4Relaunch”, das KMU bei ESA-Ausschreibungen unterstützt. Bis 2025 plant die Branche, über 1.000 neue Arbeitsplätze im Drohnensektor zu schaffen – getrieben durch rechtliche Erleichterungen.
5. Logistische Knotenpunkte: Flughäfen und Frachtcorridore
Neben dem Brüsseler Flughafen bildet Liège Airport das Rückgrat für Frachtoperationen. Als europäischer Hub für Expressdienste und pharmazeutische Luftfracht profitiert er von zollfreien Zonen und Nachtflugerlaubnis.
Die Region setzt auf multimodale Vernetzung:
- Straßen: Anbindung an A4/E40 und A3/E25.
- Schiene: Direkte Güterverbindungen nach Antwerpen und Rotterdam.
- Wasserstraße: Maas-Rhein-Korridor für Schwerlasttransport.
Diese Infrastruktur erklärt, warum Amazon hier sein europäisches Luftfracht-Drehkreuz aufbaut. Die Kombination aus Flughafenspezialisierung und regionaler Verkehrsanbindung schafft wettbewerbsfähige Logistikkosten.
Fazit: Drei Erfolgsfaktoren für Investoren
Flandern und Brüssel bieten ein einzigartiges Ökosystem für Luft- und Raumfahrt:
- Politische Unterstützung: Flämische Beteiligung am Brüsseler Flughafen sichert langfristige Planbarkeit.
- Forschungsdichte: Weltklasse-Institute wie imec und CSL beschleunigen Technologietransfer.
- Globale Vernetzung: Exportquote von 90% bei wallonischen Unternehmen unterstreicht internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Mit strategischen Investitionen in nachhaltige Luftfahrt, Satellitentechnologie und Drohnenanwendungen positioniert sich die Region als europäischer Innovation Leader. Für Investoren bieten sich Chancen in Hochtechnologie, Logistik und nachhaltiger Luftfahrt – gestützt auf belgisches Engineering-Know-how und europäische Förderprogramme.
