7 Meilensteine von Sonaca: Vom SEGA der 1920er Jahre zum globalen Marktführer in der Luft- und Raumfahrt
Sonaca hat sich von einer lokalen Flugschule zum international führenden Luftfahrtzulieferer entwickelt. Diese Reise umfasst fast 100 Jahre Innovation, strategische Expansion und technologische Führungsrolle. Hier sind die sieben entscheidenden Wendepunkte, die Sonaca prägten.
1. Gründung als SEGA (1920): Die Anfänge der belgischen Luftfahrt
Am 25. Juni 1920 gründeten belgische Industrielle die Société Générale d’Entreprises Aéronautiques (SEGA). Ursprünglich als Flugschule unter Leitung des Kampfpiloten Fernand Jacquet gestartet, sicherte sich das Unternehmen 1921 einen lukrativen Vertrag zur Ausbildung von Militärpiloten. SEGA erwarb nach und nach das Gelände des heutigen Flugfelds Gosselies und begann mit der Reparatur sowie Lizenzproduktion von Flugzeugen wie der AVIA BH-21.
| Schlüsselfakten zu SEGA |
| Gründungsjahr |
| Hauptaktivitäten |
| Standort |
2. Transformation zu Sonaca (1978): Rettung durch den belgischen Staat
Finanzielle Schwierigkeiten bei der britischen Muttergesellschaft führten 1977 zur Insolvenz der belgischen Tochter Avions Fairey. Um die Beteiligung am F-16-Produktionsprogramm zu sichern, erwarb die belgische Regierung das Unternehmen. Am 1. Juni 1978 entstand daraus die Société Nationale de Construction Aérospatiale (Sonaca). Das Unternehmen fertigte Rumpfsektionen und übernahm die Endmontage der F-16-Kampfjets für europäische Streitkräfte.
3. Internationale Expansion (ab 2000): Globales Wachstum
In den frühen 2000er-Jahren begann Sonacas globale Präsenz:
- Brasilien: Gründung von Sobraer (Fuselage-Teile für Embraer) und später Pesola/Sopecaero.
- Kanada: Ausbau des Werks in Montréal mit staatlicher Unterstützung (2007).
- Rumänien/China: Übernahme von Sonaca Transilvania (2016) und Sinelson (2010).
Diese Standorte ermöglichten kosteneffiziente Produktion und Kundennähe zu Schlüsselkunden wie Bombardier und Embraer.
4. Akquisition von LMI Aerospace (2017): Strategischer Quantensprung
2017 übernahm Sonaca den US-Konzern LMI Aerospace für 405,5 Mio. Euro.
Diese Akquisition brachte:
- 2.800 Mitarbeitende in den USA, Mexiko und Sri Lanka
- Kompetenzen in Verbundwerkstoffen und Strukturbaugruppen
- Einstieg in den US-Verteidigungsmarkt
LMI operiert weiter unter eigenem Namen und ergänzt Sonacas Metallbau-Expertise durch Composite-Lösungen.
5. Entwicklung des Sonaca 200 (2015–2018): Rückkehr in die Flugzeugproduktion
2015 gründete Sonaca die Tochter Sonaca Aircraft, um den zweisitzigen Schulungsflieger Sonaca 200 zu entwickeln. Nach dem Erstflug 2017 und der EASA-Zulassung 2018 wurden 57 Einheiten ausgeliefert. Die COVID-19-Pandemie führte jedoch 2025 zur Produktionseinstellung, da der Ausbildungsmarkt einbrach.
| Technische Daten Sonaca 200 |
| Triebwerk |
| Reichweite |
| Max. Startgewicht |
6. Airbus-Rekordverträge (2023): Meilenstein in der Zuliefererpartnerschaft
Im Juni 2023 vereinbarte Sonaca drei bahnbrechende Verträge mit Airbus:
- Alle Spaltklappen (Flaps) für die A321-Familie
- Exklusivlieferung der Vorflügel (Slats) für A320 und A350
- Investition von 40 Mio. Euro in neue Produktionsanlagen
Diese Verträge – die größten in Sonacas Geschichte – stärkten die Position als führender Flügelkomponenten-Hersteller.
7. Fusion mit Aciturri Aerostructures (2025): Aufstieg zum globalen Top-3-Anbieter
Die im Juni 2025 angekündigte Fusion mit Aciturri Aerostructures schafft einen europäischen Luftfahrtgiganten:
- Kombinierter Umsatz: Über 1,1 Mrd. Euro (2024)
- 6.200 Mitarbeitende in sieben Ländern
- Führungsposition in nachhaltigen Flugzeugtechnologien
Ziel ist die Entwicklung eines kohlenstoffneutralen Flugzeugs bis 2050. Die Synergien aus Metall- (Sonaca) und Verbundwerkstoff-Know-how (Aciturri) beschleunigen diese Strategie.
Fazit: Vom Lokalbetrieb zum Global Player
Sonacas Weg zeigt, wie strategische Weichenstellungen und technologische Anpassung ein Unternehmen an die Spitze der Luftfahrtindustrie führen. Mit Fokus auf nachhaltige Luftfahrt und globaler Präsenz ist Sonaca optimal für die Zukunft aufgestellt. Die Partnerschaft mit Airbus und die Fusion mit Aciturri unterstreichen die ambitionierte Vision: Europas Führungsrolle in der Luftfahrtindustrie sichern.
