6 belgische Startups bauen nachhaltige Satelliteninfrastruktur
Belgien etabliert sich als dynamischer Hub für innovative Raumfahrttechnologie. Sechs vielversprechende Startups treiben hier nachhaltige Satelliteninfrastrukturen voran – mit Fokus auf Umweltmonitoring, Ressourceneffizienz und skalierbare Lösungen.
SPACEBEL: Software-Pionier für Erdbeobachtung
SPACEBEL entwickelt seit 1988 maßgeschneiderte Softwaresysteme für Satellitenmissionen.
Das Unternehmen liefert:
- On-Board-Software für Satellitensteuerung
- Bodensegment-Lösungen zur Datenverarbeitung
- Geoinformationsdienste für Landwirtschaft und Katastrophenschutz
Schlüsselprojekt:
Die Altius-Mission (Start 2023) überwacht stratosphärisches Ozon mit einem Mikrosatelliten. SPACEBEL verantwortet hier die gesamte Bodendateninfrastruktur.
| Kennzahlen | Wert |
| Beteiligung an Missionen | >50 Weltraummissionen |
| ESA-Vertragswert (2020) | Multi-Millionen-Euro-Auftrag |
| Standorte | Lüttich, Hoeilaart, Toulouse |
Simera Sense: Optische Nutzlasten für Kleinsatelliten
Simera Sense revolutioniert die Erdbeobachtung mit kostengünstigen Hochleistungskameras für Nanosatelliten.
Innovationen:
- xScape-Serie: Modulare Teleskope für verschiedene Auflösungen
- KI-gestützte Datenverarbeitung direkt im Orbit
- Nachhaltiger Ansatz: Reduziert Masse und Energieverbrauch
Expansion:
2020 eröffnete das Unternehmen ein Büro in Löwen (Belgien), um europäische Kunden wie Aerospacelab zu bedienen. Aktuell sind 19 Nutzlasten im All, 43 weitere startbereit .
Aerospacelab: Industrielle Satellitenfertigung
Aerospacelab baut Europas drittgrößte Satellitenfabrik in Charleroi. Ab 2026 sollen hier jährlich 500 Satelliten produziert werden – mit Fokus auf Nachhaltigkeit:
Umweltmerkmale:
- 700 Solarpanels für Energieautarkie
- Wiederverwendbare Plattformdesigns
- COTS-Komponenten (Commercial Off-The-Shelf) reduzieren Elektroschrott
Missionen:
- Vyoma-Auftrag: Weltraumüberwachung gegen Schrottteile (2025)
- Eigene Konstellation: Erdbeobachtung für Landwirtschaft und Klimaforschung
| Produktionsdaten | Werte |
| Satellitengewicht | 150–1.000 kg |
| Flächenausstattung | 4.000 m² Reinraum |
| US-Expansion (2024) | Fabrik in Los Angeles |
Weitere Schlüsselplayer
1. QinetiQ Space
- Entwickelt Satellitenplattformen für Altius und andere ESA-Missionen
- Spezialisiert auf kompakte, langlebige Designs
2. Open Cosmos Belgium
- Partner von Simera Sense in der Phi-Sat-2 KI-Mission
- Setzt auf modulare Cubesat-Lösungen
3. SONACA Group
- Liefert Leichtbaustrukturen aus Verbundwerkstoffen
- Reduziert Treibstoffverbrauch durch Gewichtsersparnis
Belgische Rahmenbedingungen
Förderung durch BELSPO:
- 94% der Altius-Mission durch Belgien finanziert
- 232 Unternehmen erhielten ESA-Verträge (2015–2020)
- Gesamtvolumen: 746 Mio. Euro
Branchenverbände:
- BAG: Brussels Aerospace & Defence Group
- VRI: Flämische Raumfahrtindustrie
- Wallonie Espace: Wallonisches Netzwerk
Nachhaltigkeit im Fokus
Diese Startups priorisieren ökologische Verantwortung:
- Präzisionslandwirtschaft: Simera-Sense-Daten reduzieren Düngemitteleinsatz um bis zu 30%
- Klimamonitoring: Altius trackt Ozonabbau in Echtzeit
- Ressourcenschonung: Aerospacelabs Fabrik nutzt Kreislaufwasserwirtschaft
Zukunftsperspektiven
Bis 2030 plant Belgien:
- Verdreifachung der Satellitenproduktion
- Aufbau einer europäischen Daten-Hub für Erdbeobachtung
- 40% weniger Startemissionen durch wiederverwendbare Träger
„Belgien beweist, dass kleine Nationen Großes im All leisten können – besonders durch nachhaltige Innovation.“ – Jean-Christophe Schyns, BELSPO
Mit ihrer Kombination aus technischer Präzision und ökologischem Bewusstsein setzen diese sechs Startups globale Maßstäbe für verantwortungsvolle Raumfahrt.
