Trump verhängt zusätzliche Zölle von 100 % auf Importe aus China und führt Exportkontrollen für „kritische Software“ ein.
Am Freitag kündigte Trump an, dass die Vereinigten Staaten ab dem 1. November 2025 neue Zölle von 100% auf alle Importe aus China erheben werden – zusätzlich zu den bereits bestehenden Tarifen. Diese drastische Maßnahme, erklärte Trump, werde „zusätzlich zu allen derzeit gezahlten Zöllen“ gelten und von einem umfassenden Paket amerikanischer Exportkontrollen begleitet, die auf kritische Software abzielen – ein Schritt, den er als entscheidend betrachtet, um die technologischen und nationalen Sicherheitsinteressen der USA zu schützen.
Die Ankündigung erfolgte nur wenige Stunden, nachdem der Präsident eine scharfe Warnung ausgesprochen hatte, wonach er eine „massive Erhöhung“ der Zölle auf chinesische Produkte durchsetzen werde, falls Peking sich weigere, seine neuen Exportbeschränkungen für seltene Erden zurückzunehmen – kritische Mineralien, die in einer Vielzahl von Hightech-Sektoren verwendet werden, von erneuerbaren Energiesystemen und Elektrofahrzeugen bis hin zur Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und fortgeschrittenen Halbleiterfertigung. Seltene Erden sind außerdem für die Herstellung von Permanentmagneten, Hochleistungssystemen wie Leitsystemen und Spitzenelektronik erforderlich.
Trump kündigt 100‑%‑Zölle auf China an
China stellt derzeit etwa 70% der weltweiten Versorgung mit diesen seltenen Erden bereit, was dem Land einen erheblichen Einfluss in den globalen Lieferketten für Technologie- und Fertigungsprodukte verschafft. Am Donnerstag gab das chinesische Handelsministerium offiziell bekannt, dass ab dem 1.
Dezember 2025 alle ausländischen Unternehmen eine spezielle Exportlizenz benötigen, wenn ein Produkt mehr als 0,1% seltener Erdelemente aus China enthält oder mit chinesischen Technologien zur Förderung, Raffinierung, Magnetherstellung oder zum Recycling hergestellt wurde.
Dieses neue Regelwerk umfasst somit nicht nur Rohstoffe, sondern auch einen großen Teil der Fertigwaren, die in ihrer Produktion auf chinesische seltene Erden angewiesen sind.
Trump reagierte wütend und bezeichnete die chinesische Maßnahme als „außerordentlich aggressiv“ und „beispiellos in der Geschichte des internationalen Handels“. In einer Reihe scharfer Beiträge auf Truth Social warf er Peking vor, „einen äußerst feindseligen Brief an die Welt“ gesendet zu haben, in dem die Restriktionen dargelegt würden, und erklärte, sie stellten eine globale wirtschaftliche Bedrohung dar.
Laut Trump betrifft die neue chinesische Politik „ALLE Länder ohne Ausnahme“ und scheint „ein seit Jahren geplanter Schachzug“ zu sein, der als strategisches Instrument zur geopolitischen Dominanz konzipiert wurde. Er bezeichnete sie als „moralische Schande in den Beziehungen zu anderen Nationen“ und forderte eine entschlossene Reaktion der Vereinigten Staaten.
Praktisch alle aus China in die USA importierten Produkte unterliegen bereits Zöllen, die während Trumps erster Amtszeit eingeführt und in späteren Handelsstreitigkeiten verschärft wurden. Die aktuellen Zollraten variieren je nach Produktkategorie: Stahl- und Aluminiumimporte werden mit etwa 50% besteuert, während viele Konsumgüter Zölle von rund 7,5% tragen.
Analysten von Wells Fargo Economics und der New Yorker Federal Reserve schätzen, dass der durchschnittlich wirksame Zollsatz auf chinesische Importe derzeit bei etwa 40% liegt – was bedeutet, dass der geplante zusätzliche Zoll von 100% diesen Durchschnittssatz über viele Produktkategorien hinweg mehr als verdreifachen würde, was die Kosten sowohl für amerikanische Importeure als auch letztlich für Verbraucher drastisch erhöhen würde.
Trump deutete außerdem an, dass diese zunehmenden Spannungen hochrangige diplomatische Verpflichtungen gefährden könnten. Er erklärte, er könne sein geplantes Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beim nächsten Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Südkorea später in diesem Jahr absagen, da Chinas Handlungen „jede Grundlage für einen konstruktiven Dialog untergraben“ hätten.
Der Präsident stellte seine Entscheidung als Teil einer umfassenderen Verteidigung der wirtschaftlichen Souveränität der USA dar und betonte die Notwendigkeit, amerikanische Industrien, Arbeitsplätze und kritische Technologien gegen das zu schützen, was er als koordinierte wirtschaftliche Aggression bezeichnete.
Die amerikanischen Exportkontrollen für „jede kritische Software“ – die ebenfalls ab dem 1. November in Kraft treten sollen – werden voraussichtlich Software betreffen, die für die fortgeschrittene Fertigung, Verteidigungssysteme, Energieinfrastrukturen, künstliche Intelligenz und industrielle Automatisierung entscheidend ist. Obwohl Trump das gesamte Spektrum der Einschränkungen nicht spezifizierte, vermuten Handelsexperten, dass diese Maßnahmen Unternehmen daran hindern könnten…
