Web3

6 Wege, wie Web3 das traditionelle Finanzwesen in den DACH-Ländern revolutioniert

Das Finanzwesen steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Web3 – die nächste Generation des Internets mit Blockchain, Smart Contracts und dezentralen Technologien – wird zum Game-Changer für Banken, Versicherungen und Investmentfirmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). Doch wie genau verändert Web3 die Spielregeln? Hier sind sechs Schlüsselbereiche, in denen die Revolution bereits läuft.

1. Dezentralisierte Finanzdienstleistungen (DeFi)

DeFi (Decentralized Finance) ersetzt traditionelle Banken durch offene Blockchain-Protokolle. In der DACH-Region nutzen bereits Startups wie Swarm Markets oder Bitwala diese Technologie, um Dienstleistungen wie Kreditvergabe oder Zinskonten ohne Banken anzubieten.

Traditionelles Finanzwesen DeFi-Lösungen
Hohe Gebühren durch Intermediäre Geringe Transaktionskosten
Langsame Abwicklung (2–5 Tage) Echtzeit-Transaktionen
Begrenzte Zugänglichkeit Globaler Zugang ohne Konto

Beispiel: Ein Schweizer Investor kann via DeFi-Plattform innerhalb von Minuten Kryptowährungen verleihen und automatisch Zinsen verdienen – ohne Papierkram oder Wartezeiten.

2. Tokenisierung von Vermögenswerten

Immobilien, Kunstwerke oder Unternehmensanteile werden als digitale Token auf der Blockchain handelbar. Die DACH-Länder setzen hier Pilotprojekte um:

  • Die Deutsche Börse testet tokenisierte Aktien.
  • In Zürich ermöglicht Tokenestate Investitionen in Gewerbeimmobilien ab 100 CHF.

Vorteile der Tokenisierung:

  • Liquidität: Auch kleinste Beträge investierbar.
  • Transparenz: Jede Transaktion ist auf der Blockchain nachvollziehbar.
  • Kostensenkung: Keine Notargebühren bei Eigentumsübertragung.

3. Schnelle und kostengünstige grenzüberschreitende Transaktionen

Überweisungen in die Schweiz oder nach Österreich kosten Privatkunden bei herkömmlichen Banken bis zu 25 € – und dauern Tage. Web3-Lösungen wie Stellar oder Ripple reduzieren dies auf:

  • Kosten: Unter 0,01 € pro Transaktion.
  • Geschwindigkeit: < 5 Sekunden.

Praxisbeispiel: Ein deutscher Exporteur bezahlt Lieferanten in Österreich via Blockchain. Die Gebühren sinken um 98 %, und die Zahlung erfolgt sekundenschnell.

4. Smart Contracts für automatisierte Prozesse

Smart Contracts – selbstausführende Verträge auf der Blockchain – eliminieren manuelle Arbeit. Versicherungen wie Allianz nutzen sie bereits für:

  • Automatische Schadensregulierung: Bei Flugverspätung wird die Entschädigung sofort ausgelöst.
  • Hypotheken: Kreditprüfung und Freigabe in Minuten statt Wochen.
Anwendung Einsparungspotenzial
Versicherungen Bis zu 30 % geringere Betriebskosten
Banken 50 % schnellere Kreditvergabe

5. Dezentralisierte Identitätsprüfung

Web3 ermöglicht selbstverwaltete digitale Identitäten (Self-Sovereign Identity). Statt Passkopien an Banken zu schicken, speichern Nutzer ihre Daten in einer Wallet und geben selektiv Zugriff. Pilotprojekte in der DACH-Region:

  • SwissID in der Schweiz.
  • Bundesblock in Deutschland.

Vorteile:

  • Höhere Sicherheit vor Datenlecks.
  • Compliance (KYC) wird um 70 % beschleunigt.

6. Regulatorische Anpassungen und institutionelle Akzeptanz

Die DACH-Region geht pragmatisch vor:

  • Schweiz: Der «Crypto Valley» in Zug bietet klare Richtlinien für Blockchain-Firmen.
  • Deutschland: BaFin reguliert Kryptoverwahrung seit 2020.
  • EU: MiCA-Regulierung ab 2026 schafft europaweite Standards.

Institutionelle Projekte:

  • UBS lancierte 2024 einen digitalen Anleihen auf Blockchain.
  • Deutsche Bank testet CBDCs (digitale Zentralbankwährungen).

Fazit: Web3 als Chance für die DACH-Region

Die Revolution läuft – doch noch nutzen weniger als 1 % der DACH-Unternehmen Blockchain1. Frühstarter profitieren jetzt von Kostensenkungen, neuen Kundengruppen und Effizienzsprüngen. Für Banken und Finanzdienstleister heißt es: Umdenken, experimentieren und Partnerschaften mit Web3-Startups eingehen. Die Zukunft gehört denen, die dezentrale Technologien heute in ihre Strategie integrieren.