Neues Kapitel in Trumps Zollpolitik: 25 % Zoll auf mittelschwere und schwere Lkw, gültig ab 1. November
Am Montag, dem 6. Oktober 2025, kündigte US-Präsident Donald Trump einen Zollsatz von 25 % auf alle Importe von mittelschweren und schweren Lastkraftwagen in die Vereinigten Staaten an, der am 1. November 2025 in Kraft treten soll. Diese Maßnahme stellt einen bedeutenden Schritt in Trumps protektionistischer Agenda dar, die darauf abzielt, die amerikanische Industrie vor unlauterem ausländischen Wettbewerb zu schützen und die inländische Produktion in einem für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit wichtigen Sektor zu stärken.
Ankündigungsdetails
In einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social erklärte Trump ausdrücklich: „Ab dem 1. November 2025 werden alle mittleren und schweren Lastkraftwagen, die aus anderen Ländern in die Vereinigten Staaten gelangen, einem Zollsatz von 25 % unterliegen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“ Diese offizielle Erklärung stellt die Erfüllung eines früheren Versprechens dar, allerdings mit zeitlicher Verzögerung: Der Präsident hatte ursprünglich angegeben, dass die Zölle am 1. Oktober in Kraft treten würden, nachdem Ende September erste Signale gesendet worden waren. Die Verschiebung auf November erfolgte als Reaktion auf intensive Bitten von Lobbyisten der Automobilindustrie in Detroit, die sich über die sofortigen Auswirkungen auf Betriebskosten und Lieferketten besorgt zeigten.
Die der Entscheidung zugrunde liegende Untersuchung wurde im April 2025 vom US-Handelsministerium gemäß Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962 eingeleitet. Diese Gesetzgebung erlaubt die Verhängung von Zöllen auf Importe, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, und konzentrierte sich auf mittelschwere und schwere Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht (GVW) von über 10.000 Pfund (etwa 4.536 Kilogramm). Dazu zählen auch kritische Komponenten wie Motoren, Getriebe, Antriebssysteme und elektrische Bauteile. Der Abschlussbericht hob hervor, dass eine kleine Zahl ausländischer Lieferanten den US-Markt aufgrund von Praktiken wie staatlichen Subventionen und Überproduktion dominiere, was die heimische Produktionskapazität gefährde und die USA in Krisenszenarien wie globalen Lieferkettenstörungen Risiken aussetze.
Laut einer Analyse des Handelsministeriums beeinträchtigt die Importabhängigkeit nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Unternehmen, sondern auch die Mobilität der Truppen und den Transport lebenswichtiger Güter. Dies rechtfertigt die Einstufung als Sicherheitsfrage. Der Zoll betrifft Lastwagen, die in Sektoren wie Gütertransport, Bauwesen und kommunalen Diensten eingesetzt werden, schließt jedoch Leichtlastfahrzeuge oder leichte Nutzfahrzeuge aus und erlaubt keine automatischen Ausnahmen gemäß Abkommen wie dem USMCA (Vereinigte Staaten–Mexiko–Kanada-Abkommen).
Kontext von Trumps protektionistischen Maßnahmen
Der Zollsatz von 25 % ist Teil einer Welle von handelspolitischen Maßnahmen, die Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 umgesetzt hat, um den globalen Handel zugunsten der Vereinigten Staaten neu auszubalancieren. Bereits im Vormonat hatte der Präsident eine Reihe von drastischen Zollerhöhungen in verschiedenen Branchen angekündigt: 100 % für patentierte Arzneimittel (mit Ausnahmen für diejenigen, die Fabriken in den USA bauen), 50 % für Küchenmöbel und Badezimmerspülen (beginnend bei 25 % und schrittweise ansteigend) sowie 30 % für gepolsterte Möbel. Diese Maßnahmen, die teilweise für Oktober geplant waren, spiegeln Trumps Strategie wider, sektorspezifische Zölle zu erheben, um der sogenannten „unfairen Konkurrenz“ entgegenzuwirken und Investitionen in die USA zurückzuholen.
Insbesondere für den Lkw-Sektor hat Trump sich für den Schutz großer US-Hersteller wie PACCAR (Eigentümer der Marken Peterbilt und Kenworth), Freightliner (Teil von Daimler) und Mack Trucks (Teil der Volvo-Gruppe) eingesetzt. In früheren Beiträgen auf Truth Social erklärte er: „Zum Schutz unserer großartigen Hersteller von Schwerlastfahrzeugen vor unfairem ausländischem Wettbewerb werde ich einen 25 %-Zoll erheben.“ Der Präsident argumentiert, dass diese Initiative entscheidend sei, um die finanzielle Stabilität von Truckern und Logistikunternehmen zu gewährleisten, zumal der Sektor Hunderttausende von Arbeitsplätzen bietet und über 70 % der Waren in den Vereinigten Staaten transportiert, was jährlich Milliarden von Dollar zur Wirtschaft beiträgt.
Darüber hinaus stehen die Zölle im Einklang mit früheren Untersuchungen gemäß Abschnitt 232, wie jenen zu Stahl und Aluminium (2025 auf 50 % erhöht), Halbleitern und Leichtfahrzeugen (mit 25 % auf Teile). Die Trump-Regierung hat diese Verfahren beschleunigt, sie in weniger als den gesetzlich vorgesehenen 270 Tagen abgeschlossen und auf Bereiche wie Robotik, medizinische Geräte und kritische Mineralien ausgeweitet, was auf einen sektorbezogenen Fokus hinweist.
