14 Smart Cities, IoT & Mobilität in Belgien [Deutschsprachig] Im Jahr 2026
Wir schreiben das Jahr 2026. Wenn du heute durch belgische Städte läufst, spürst du eine Veränderung. Es ist nicht mehr die laute, verstopfte Atmosphäre von vor zehn Jahren. Die Luft ist sauberer, der Verkehr fließt intelligenter, und die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, hat sich grundlegend gewandelt.
Belgien hat sich still und heimlich zu einem der spannendsten Reallabore für Smart Cities und Mobilität in Europa entwickelt. Was 2023 noch als Pilotprojekt in Powerpoint-Präsentationen stand, ist heute, im Februar 2026, oft schon gelebter Alltag.
Es geht dabei längst nicht mehr nur um technologische Spielereien oder “Gadgets” für Besserverdiener. Die Digitalisierung ist demokratisch geworden. Vom Hafenarbeiter in Antwerpen, dessen Sicherheit durch IoT-Westen gewährleistet wird, bis zum Pendler aus der Eifel, der per App seinen Rufbus bestellt – die Technologie dient dem Menschen. In diesem umfassenden Guide werfen wir einen detaillierten Blick auf die 14 Akteure, die Belgien 2026 prägen. Wir schauen uns an, wie Metropolen und ländliche Regionen wie Ostbelgien die Herausforderungen der Zeit meistern.
Warum Smart Cities 2026 unverzichtbar sind
Der Druck auf die urbane Infrastruktur war nie größer, aber die Lösungen waren auch nie greifbarer. Mit der flächendeckenden Einführung von 5G-Standalone-Netzen und der massiven Veränderung der belgischen Dienstwagenbesteuerung (die seit diesem Jahr fast ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge begünstigt), mussten Städte radikal umdenken. Es reicht nicht mehr, einfach nur Daten zu sammeln. Die Kunst im Jahr 2026 besteht darin, diese Daten in Echtzeit zu nutzen, um Staus zu verhindern, bevor sie entstehen, und Energie genau dorthin zu leiten, wo sie gerade gebraucht wird. Wir sehen eine Verschmelzung von physischer Infrastruktur und digitaler Steuerung, die unsere Lebensqualität spürbar erhöht.
Das Ranking: 14 Smart Cities & Regionen in Belgien (2026)
Hier sind die 14 Vorreiter, die zeigen, wie Smart Cities und Mobilität in Belgien heute funktionieren.
1. Leuven: Der europäische Champion für Innovation
Leuven hat seinen Ruf als “European Capital of Innovation” nicht nur verteidigt, sondern 2026 weiter ausgebaut. Die Stadt ist das perfekte Beispiel dafür, wie eine mittelgroße Stadt durch die enge Zusammenarbeit mit einer Weltklasse-Universität (KU Leuven) und dem Forschungszentrum imec Berge versetzen kann. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung im Bereich der autonomen Mobilität. Während andere Städte noch Teststrecken bauen, fahren in Leuven autonome Shuttles im regulären Mischverkehr und verbinden den Wissenschaftspark Arenberg nahtlos mit dem Stadtzentrum und dem Bahnhof.
Die Bürger haben die Technologie akzeptiert, weil sie zuverlässig ist und Lücken im Fahrplan schließt, die früher aufgrund von Personalmangel beim ÖPNV entstanden. Zudem nutzt die Stadt “Digital Twins” (digitale Zwillinge), um Bauvorhaben und deren Auswirkungen auf den Verkehr zu simulieren, noch bevor der erste Bagger anrollt.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Lidar-gestützte autonome Navigation (Level 4), V2X-Kommunikation. |
| Mobilitäts-Highlight | Autonome Shuttle-Flotte im Regelbetrieb (kein Sicherheitsfahrer mehr an Bord). |
| Bürger-Nutzen | Höhere Taktung im ÖPNV, weniger Stau durch KI-Ampelsteuerung. |
| Partner | KU Leuven, imec, lokale Tech-Startups. |
2. Antwerpen: Das Internet der Dinge (IoT) im Megamaßstab
Antwerpen ist 2026 weit mehr als nur Diamanten und Mode; es ist das digitale Nervenzentrum Flanderns. Der Hafen von Antwerpen-Brügge fungiert als riesiges IoT-Labor. Tausende von Sensoren überwachen hier nicht nur den Warenumschlag, sondern auch Umweltparameter wie Luftqualität und Wasserstand in Echtzeit. Diese Daten fließen in die städtische Verkehrssteuerung ein.
Wenn die Sensoren im Hafen eine hohe LKW-Dichte melden, passt die Stadt automatisch die Ampelphasen auf dem “Ring” an, um einen Kollaps zu vermeiden. Für die Bewohner bedeutet die “Smart Zone” in der Innenstadt mehr Sicherheit: Intelligente Straßenlaternen dimmen sich hoch, wenn Fußgänger erkannt werden, und Kamerasysteme detektieren illegale Müllablagerungen sofort, was zu einer der saubersten Innenstädte Belgiens geführt hat.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Flächendeckendes LoRaWAN-Netzwerk, KI-basierte Videoanalyse. |
| Mobilitäts-Highlight | Dynamische Lenkung von Schwerlastverkehr basierend auf Hafendaten. |
| Bürger-Nutzen | “Smart Lighting” spart Energie und erhöht das Sicherheitsgefühl nachts. |
| Umwelt | Echtzeit-Warnsysteme bei schlechter Luftqualität (Low Emission Zone Management). |
3. Brüssel: Die Hauptstadt der integrierten Mobilität (MaaS)
Brüssel hatte lange mit einem schlechten Ruf in Sachen Verkehr zu kämpfen, aber 2026 erntet die Hauptstadt die Früchte ihrer radikalen “Good Move”-Politik. Das Herzstück ist die perfektionierte “Mobility as a Service” (MaaS)-Plattform, oft unter dem Namen “Floya” bekannt. Es ist heute völlig normal, dass ein Pendler seine Reise mit einer einzigen App plant und bezahlt: vom Zug über das Leihrad bis hin zum E-Scooter für die letzte Meile. Die App reserviert nicht nur, sie garantiert den Anschluss.
Zudem hat Brüssel massive Fortschritte bei der energetischen Sanierung gemacht. Durch KI-gesteuerte Gebäudemanagementsysteme in den EU-Vierteln konnte der Energieverbrauch der großen Bürotürme signifikant gesenkt werden. Die Stadt wirkt grüner, ruhiger und organisierter als noch zu Beginn des Jahrzehnts.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Zentrale API für alle Mobilitätsanbieter (öffentlich & privat). |
| Mobilitäts-Highlight | Nahtloses Ticketing (eine App für Metro, Villo, Uber, Train). |
| Bürger-Nutzen | Massive Zeitersparnis beim Umsteigen, transparenter Preisvergleich. |
| Nachhaltigkeit | Strenge Durchsetzung der Umweltzonen durch automatisierte Nummernschilderkennung (ANPR). |
4. Gent: Technologie mit menschlichem Antlitz
Gent verfolgt auch 2026 seinen ganz eigenen Weg: “Technology for People”. Hier steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern das soziale Miteinander. Die Stadt ist führend darin, Bürgerdaten (“Citizen Science”) zu nutzen, um politische Entscheidungen zu treffen. Tausende Genter haben kleine Sensorboxen an ihren Fenstern, die Lärm und Feinstaub messen.
Diese dichte Datenlage hat dazu geführt, dass Verkehrsberuhigungen nicht mehr “von oben herab” verordnet, sondern auf Basis harter Fakten gemeinsam mit den Anwohnern beschlossen werden. Auch die Wasserwege werden smart genutzt: Autonome elektrische Boote übernehmen mittlerweile einen Teil der städtischen Logistik und transportieren Waren in die historische Innenstadt, um Lieferwagen von den Straßen zu verbannen.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Open Data Plattformen, Citizen Science Sensoren. |
| Mobilitäts-Highlight | Nutzung der Grachten (Kanäle) für urbane Logistik mittels E-Booten. |
| Bürger-Nutzen | Direkte demokratische Teilhabe durch Datenbereitstellung. |
| Besonderheit | Starke Fokussierung auf Datenschutz und “Data Sovereignty” (Datenhoheit). |
5. Mechelen: Vorreiter für digitale Inklusion
Mechelen hat erkannt, dass eine Smart City nur dann erfolgreich ist, wenn sie niemanden zurücklässt. 2026 gilt die Stadt als europäisches Modell für digitale Inklusion. Das Rathaus ist komplett digitalisiert, aber es gibt “Digi-Coaches”, die älteren Menschen oder technologisch weniger versierten Bürgern helfen, die neuen Tools zu nutzen. Im Verkehrsbereich setzt Mechelen konsequent auf den Radfahrer.
Intelligente Kameras an Kreuzungen erkennen Radpulks schon von weitem und geben ihnen Vorrang (“Grüne Welle für Fahrräder”). Das System erkennt sogar, wenn ein Radfahrer langsamer ist (z.B. Senioren auf E-Bikes oder Kinder) und verlängert die Grünphase entsprechend. Das macht Mechelen zu einer der sichersten Städte für schwächere Verkehrsteilnehmer.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | KI-Bilderkennung für Verkehrsfluss-Optimierung. |
| Mobilitäts-Highlight | “Smart Traffic Lights”, die Radfahrer und Fußgänger priorisieren. |
| Bürger-Nutzen | Barrierefreier Zugang zu digitalen Behördendiensten. |
| Ziel | Null Verkehrstote (“Vision Zero”) durch Technologie-Unterstützung. |
6. Brügge: Smart Tourism gegen den Overtourism
Für Brügge war die Digitalisierung eine Frage des Überlebens als lebenswerte Stadt. 2026 hat die Stadt das Problem des “Overtourism” dank Big Data im Griff. Ein ausgeklügeltes “Crowd Management System” analysiert Besucherströme in Echtzeit über Mobilfunkdaten und Kameras. Ist der Marktplatz zu voll, werden Tagestouristen über digitale Beschilderung und die offizielle Stadt-App aktiv auf alternative Routen und zu weniger bekannten Sehenswürdigkeiten umgeleitet.
Das schont die Nerven der Einwohner und verbessert das Erlebnis der Gäste. Auch die Müllentsorgung ist smart: Unterflurcontainer melden ihren Füllstand, sodass Müllwagen nicht mehr zu festen Zeiten durch die engen Gassen rumpeln müssen, sondern nur kommen, wenn es wirklich nötig ist.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Crowd Analytics, Predictive Algorithms. |
| Mobilitäts-Highlight | Dynamisches Parkleitsystem am Stadtrand mit Shuttle-Anbindung. |
| Bürger-Nutzen | Entlastung der Innenstadt, weniger Lärm durch bedarfsgerechte Logistik. |
| Tourismus | AR-Guides (Augmented Reality) ersetzen physische Tafeln und Schilder. |
7. Hasselt: Das 15-Minuten-Labor am Corda Campus
Hasselt profitiert enorm vom “Corda Campus”, einem der führenden Technologie-Inkubatoren Europas. Die Innovationen, die dort entwickelt werden, fließen 2026 direkt in die Stadt ein. Hasselt hat das Konzept der “15-Minuten-Stadt” digital perfektioniert. Eine städtische App zeigt den Bewohnern nicht nur den Weg zum nächsten Bäcker oder Arzt, sondern vernetzt lokale Händler digital, um gegen große Online-Riesen zu bestehen.
Wer lokal kauft, sammelt digitale “Corda-Coins”, die für ÖPNV-Tickets oder kulturelle Veranstaltungen eingelöst werden können. Mobilitätstechnisch ist Hasselt ein Testfeld für 5G-basierte Kommunikation zwischen Autos und Ampeln (V2I – Vehicle to Infrastructure), was den Stop-and-Go-Verkehr im Stadtring drastisch reduziert hat.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | 5G-Campus-Netzwerke, Blockchain für lokale Währung. |
| Mobilitäts-Highlight | V2I-Kommunikation für flüssigeren Stadtverkehr. |
| Bürger-Nutzen | Stärkung der lokalen Ökonomie durch Gamification-Elemente. |
| Wohnen | Smarte Quartiere mit gemeinschaftlicher Energienutzung (Energy Sharing). |
8. Kortrijk: Wo Design auf High-Tech trifft

Kortrijk beweist 2026, dass Smart City-Technologie nicht hässlich sein muss. Als UNESCO City of Design legt die Stadt Wert darauf, dass Sensoren, Kameras und Ladestationen ästhetisch ins Stadtbild integriert sind. Ein Highlight ist das intelligente Parksystem: In der Innenstadt gibt es kaum noch Parkscheinautomaten.
Kameras scannen bei der Einfahrt und Ausfahrt das Kennzeichen (Shop & Go), und die Abrechnung erfolgt automatisch oder die ersten 30 Minuten sind gratis. Das reduziert den Suchverkehr erheblich. Zudem sind die Schulen in Kortrijk Vorreiter im Bereich “EdTech”. Klassenzimmer sind mit VR-Technologie ausgestattet, und der Energieverbrauch der öffentlichen Gebäude wird zentral über ein Dashboard gesteuert und optimiert.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Reibungslose (“Seamless”) Parktechnologie, IoT-Gebäudemanagement. |
| Mobilitäts-Highlight | Ticketloses Parken und Laden (“Plug & Charge”). |
| Bürger-Nutzen | Weniger Stress beim Einkaufen, optisch aufgewerteter öffentlicher Raum. |
| Bildung | Vernetzte Lernumgebungen in allen städtischen Schulen. |
9. Lüttich (Liège): Die Renaissance durch smarte Logistik
Lüttich hat den Strukturwandel geschafft und ist 2026 der wichtigste Logistik-Hub der Wallonie. Der Flughafen und der Binnenhafen sind digital voll integriert. Blockchain-Technologie sorgt dafür, dass jede Fracht lückenlos nachverfolgbar ist. Aber auch für die Bürger hat sich viel getan. Die lang erwartete Tram ist endlich das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und funktioniert als “Smart Mobility Backbone”.
Die Ampelschaltungen der ganzen Stadt sind auf die Tram abgestimmt, sodass sie fast nie warten muss. An den Haltestellen bieten interaktive Kioske nicht nur Fahrpläne, sondern auch touristische Infos und Notruffunktionen. Lüttich nutzt zudem Abwärme aus der Industrie intelligent: Ein KI-gesteuertes Fernwärmenetz versorgt Tausende Haushalte mit “Recycling-Wärme”.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Blockchain in der Logistik, Intelligente Netzsteuerung (Smart Grids). |
| Mobilitäts-Highlight | Priorisierte Trambahn mit multimodalen Umsteigepunkten. |
| Bürger-Nutzen | Günstige Fernwärme, zuverlässiger ÖPNV-Takt. |
| Wirtschaft | Ansiedlung von E-Commerce-Riesen dank digitaler Infrastruktur. |
10. Namur: Das digitale Gehirn der Wallonie
Als Verwaltungshauptstadt setzt Namur 2026 Maßstäbe in “Smart Governance”. Der Behördengang ist praktisch abgeschafft; alles läuft über eine sichere, biometrisch gesicherte App. Doch besonders wichtig ist in Namur das Thema Sicherheit und Umwelt. Nach den Erfahrungen mit Hochwasser in der Vergangenheit hat die Stadt ein hochmodernes Warnsystem installiert.
IoT-Sensoren entlang der Maas und Sambre messen Pegelstände und Fließgeschwindigkeiten in Echtzeit. KI-Modelle berechnen daraus Hochwasserprognosen mit einer Präzision, die früher undenkbar war, und warnen Bürger automatisch per Cell-Broadcast auf dem Handy, lange bevor die Gefahr akut wird.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | KI-gestützte Hydrologie & Krisenmanagement-Systeme. |
| Mobilitäts-Highlight | Park-and-Ride-Systeme mit autonomer Shuttle-Anbindung zum Parlament. |
| Bürger-Nutzen | Maximale Sicherheit vor Naturgefahren, transparente Verwaltung. |
| Verwaltung | “Paperless Administration” als Standard. |
11. Mons: Kulturhauptstadt 2.0
Mons hat sich als “Creative Valley” neu erfunden. 2026 verschmilzt hier Kultur mit Code. Museen und öffentliche Plätze sind mit Beacons ausgestattet, die Besuchern kontextbezogene Informationen aufs Smartphone senden. Wer vor einem historischen Gebäude steht, bekommt per App Geschichten und alte Fotos angezeigt. Die Stadt fördert zudem massiv Startups im Bereich “Creative Tech”.
Ein großes Thema ist auch die “Smart Waste”-Strategie in der historischen Altstadt. Da große Müllwagen hier kaum durchkommen, setzt Mons auf kleine, elektrisch betriebene Sammelfahrzeuge, die ihre Routen dynamisch anhand der Füllstände der öffentlichen Mülleimer planen. Das hält die Kulturstadt sauber und leise.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Location-Based Services (LBS), Interaktive City-Guides. |
| Mobilitäts-Highlight | Elektrifizierte Mikro-Logistik für die Altstadt. |
| Bürger-Nutzen | Lebendige Stadtgeschichte, sauberes Stadtbild. |
| Wirtschaft | Inkubatoren für digitale Kreativwirtschaft. |
12. Ostende: Die blaue Energiezentrale
Ostende blickt aufs Meer und nutzt es 2026 intelligenter denn je. Die Stadt ist das Zentrum der “Blue Economy”. Die riesigen Offshore-Windparks vor der Küste sind direkt an ein städtisches Smart Grid angeschlossen. Wenn viel Wind weht und der Strom günstig ist, werden automatisch städtische E-Busse geladen und Kühlhäuser im Fischereihafen stärker heruntergekühlt (als Energiespeicher).
Auch der Küstenschutz ist digitalisiert: Drohnen patrouillieren regelmäßig die Strände, um Veränderungen an den Dünen zu messen oder Badegäste in Not zu erkennen. Rettungsschwimmer werden 2026 durch KI-Kameras unterstützt, die Ertrinkungsmuster im Wasser erkennen und sofort Alarm schlagen.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Smart Energy Grids, Drohnenüberwachung. |
| Mobilitäts-Highlight | Elektrische Küstentram mit Energieversorgung aus Windkraft. |
| Bürger-Nutzen | Hohe Sicherheit am Strand, günstige grüne Energie. |
| Sicherheit | Automatisierte Drohnen für Search & Rescue (SAR). |
13. Genk: Energie-Innovation im Thor Park
Genk hat seine Bergbauvergangenheit endgültig hinter sich gelassen und ist mit dem “Thor Park” und “EnergyVille” einer der wichtigsten Forschungsstandorte Europas für Energiewende. 2026 ist der Park ein lebendes Labor. Gebäude tauschen hier Energie untereinander aus: Das Bürogebäude gibt überschüssige Solarwärme an das benachbarte Labor ab. Die Stadt Genk nutzt diese Erkenntnisse für ihre Wohnviertel.
Es entstehen “Positive Energy Districts”, in denen Häuser vernetzt sind und gemeinsam als virtuelles Kraftwerk agieren. Mobilitätstechnisch setzt Genk auf “Green Corridors” – breite, begrünte Schnellwege für E-Bikes und S-Pedelecs, die die alten Zechengelände verbinden und eine echte Alternative zum Auto für Pendler bieten.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Microgrids, Peer-to-Peer Energiehandel. |
| Mobilitäts-Highlight | High-Speed E-Bike-Bahnen (“Fietssnelwegen”). |
| Bürger-Nutzen | Sinkende Energiekosten durch Gemeinschaftsnutzung. |
| Forschung | Reallabor für die Energiewende (EnergyVille). |
14. Ostbelgien (Eupen, St. Vith & Gemeinden): Die smarte ländliche Region
Ostbelgien nimmt in diesem Ranking eine Sonderrolle ein. Es ist keine einzelne Stadt, sondern eine ländliche Region, die beweist, dass “Smart” nicht “Metropole” bedeuten muss. 2026 profitiert die Region massiv von ihrem fast flächendeckenden Glasfaserausbau, der auch die entlegensten Dörfer in der Eifel erreicht hat. Das ermöglicht Telemedizin auf höchstem Niveau – Patienten in St. Vith können Spezialisten in Brüssel konsultieren, ohne reisen zu müssen. Die größte Revolution ist jedoch der Mobilitätssektor.
Da klassische Buslinien im ländlichen Raum oft ineffizient waren, setzt Ostbelgien 2026 fast vollständig auf “On-Demand”-Verkehr. Kleine Elektrobusse und Sammeltaxen haben keinen festen Fahrplan mehr, sondern werden per App gerufen. Ein Algorithmus bündelt die Fahrten (“Ridepooling”), sodass niemand lange warten muss, aber auch keine leeren Busse Diesel verbrennen.
| Merkmal | Details & Status 2026 |
| Technologie-Kern | Flächendeckendes FTTH (Fiber to the Home), Telemedizin-Plattformen. |
| Mobilitäts-Highlight | KI-gesteuertes Rufbus-System (“Mobility on Demand”). |
| Bürger-Nutzen | Gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land, medizinische Versorgung. |
| Tourismus | Smarte Vernetzung des Vennbahn-Radwegs (E-Bike Ladestationen & Info-Points). |
IoT & Technologie-Trends 2026: Was steckt unter der Haube?
Die Technologie hat sich 2026 weiterentwickelt. Sie ist leiser, schneller und sicherer geworden. Hier sind die drei Säulen, auf denen die belgischen Smart Cities heute stehen:
1. 5G Standalone & Network Slicing
Wir sprechen 2026 nicht mehr nur von “schnellem Internet”. Das echte 5G (Standalone) ermöglicht “Network Slicing”. Das bedeutet, das Netz wird virtuell in Scheiben geschnitten. Eine Scheibe ist reserviert für Rettungskräfte und Ampelsteuerungen – sie hat immer Priorität und fällt nie aus, egal wie viele Leute gerade Videos streamen. Eine andere Scheibe ist für die Öffentlichkeit. Das garantiert, dass kritische Infrastruktur in Smart Cities und Mobilität in Belgien immer funktioniert, selbst bei Großveranstaltungen oder Krisen.
2. Edge Computing: Intelligenz vor Ort
Früher wurden alle Daten in riesige Rechenzentren (die Cloud) geschickt. 2026 passiert die Datenverarbeitung “am Rand” (Edge) – also direkt in der Kamera oder im Sensor. Eine smarte Ampel in Antwerpen entscheidet selbstständig in Millisekunden, ob sie auf Grün schaltet, ohne erst einen Server in Brüssel zu fragen. Das spart Energie, entlastet die Netze und erhöht den Datenschutz, da oft keine Bilder, sondern nur anonyme Metadaten (“Auto erkannt”) weitergeleitet werden.
3. Cyber Resilience & NIS2
Nachdem Hackerangriffe auf Städte in den frühen 2020ern zunahmen, ist Sicherheit 2026 oberstes Gebot. Durch die Umsetzung der strengen EU-Richtlinie NIS2 müssen belgische Kommunen ihre digitale Infrastruktur wie kritische Hochsicherheitsbereiche behandeln. Es gibt automatisierte Abwehrsysteme (“KI gegen KI”), die Anomalien im Datenverkehr erkennen und Angriffe abwehren, bevor Systeme lahmgelegt werden können.
Mobilität neu gedacht: Das Ende des Verbrenners?
Der Wandel in der belgischen Mobilität bis 2026 war radikal, aber notwendig. Die fiskalischen Weichenstellungen der Föderalregierung haben voll durchgeschlagen.
- Der Dienstwagen-Effekt: Da Belgien traditionell ein Land der Firmenwagen ist, hatte die Gesetzesänderung (volle steuerliche Absetzbarkeit nur noch für emissionsfreie Autos ab 2026) einen massiven Hebeleffekt. Der Gebrauchtwagenmarkt füllt sich nun mit E-Autos, was Elektromobilität für alle erschwinglich macht.
- Ladeinfrastruktur 2.0: Die Zeiten, in denen man Ladesäulen suchen musste, sind vorbei. “Smart Charging” ist Standard. Das Auto kommuniziert mit dem Stromnetz und lädt genau dann, wenn viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz ist und der Preis niedrig ist. In vielen Städten dienen die Autobatterien sogar als Puffer für das Stromnetz (V2G – Vehicle to Grid).
- Multimodalität statt Besitz: In den urbanen Zentren besitzen immer weniger unter 30-Jährige ein eigenes Auto. Das Statussymbol 2026 ist das flexible Mobilitätsabo, das Zugriff auf E-Bike, Carsharing und Bahn bietet.
Fazit: Unser Blick nach vorn
Der Blick auf Smart Cities und Mobilität in Belgien im Jahr 2026 zeigt ein Land im Umbruch, das seine digitale Identität gefunden hat. Es ist ein pragmatischer Weg: Nicht jede Technologie, die möglich ist, wird umgesetzt – sondern die, die nützt. Ob es die KI ist, die in Namur vor Hochwasser warnt, oder der autonome Bus in Leuven, der Studenten sicher nach Hause bringt: Die Technologie ist im Alltag angekommen.
Für Bewohner und Besucher bedeutet das: Weniger Reibungsverluste, mehr Nachhaltigkeit und eine Mobilität, die sich endlich dem Menschen anpasst, statt umgekehrt. Die 14 vorgestellten Regionen sind nur der Anfang, aber sie zeigen eindrucksvoll, wohin die Reise geht.
