8 Städte in Europa führen die Revolution der autonomen Busse an
Innovationen im öffentlichen Verkehr prägen die Zukunft der Mobilität – und autonome Busse stehen im Mittelpunkt. Werden diese Fahrzeuge alltäglich, könnte sich die Verkehrsinfrastruktur radikal wandeln. Laut Experten*innen sind acht europäische Städte Vorreiter, die mit durchdachten Projekten neue Maßstäbe setzen.
Warum autonome Busse?
Klima, Effizienz, Sicherheit: Die Gründe für den Umstieg sind vielfältig.
- Umweltvorteile: Elektroantrieb und präzise Fahrwege senken CO₂-Emissionen.
- Kosteneffizienz: Geringere Personalkosten und optimierte Routenpläne.
- Barrierefreiheit: KI-gesteuerte Sensoren erkennen Fußgänger*innen und reagieren entsprechend – ein Vorteil für städtische Sicherheit.
Die Pioniere: Acht Städte im Blickpunkt
1. Kirchheim/Teck (Deutschland)
Zwischen Schwarzwald und Stuttgart testet das Bergstädtchen seit 2021 seine Echtzeit-Navigation.
| Projektdaten | Einzelheiten |
| Technologie | Eigenentwicklung: KI-gestützte Kamera- und Sensordatenanalyse |
| Routen | 4,5 km, drei Stationen (u.a. Rathaus) |
| Herausragend | Fähigkeit, bei Schnee oder Regen sicher zu bleiben |
Herausforderung: Radfahrer*innen-Verkehr gilt als kritischer Testfall.
2. Drogenbos (Belgien)
Am Rande Brüssels verbindet die flämische Gemeinde ihren Bahnhof mit Gewerbegebieten.
| Schlüsselzahlen | Fakten |
| Geschwindigkeit | Max. 30 km/h (Straßenverkehr) |
| Passagiere | Bis zu 30 Personen pro Fahrt |
| Ziel | Entlastung der überlasteten B9-Strecke |
| Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller Balt (Belgien) erlaubt flexible Streckenausweitung. |
3. Kristiansand (Norwegen)
Europas nördlichster Projektstandort setzt auf E-Fahrzeuge mit autonomen Lösungen.
| Projektivierung | Details |
| Fahrzeugtyp | E-Busse mit nachrüstbarer Automatik |
| Sensorik | 360°-Kameras + Lidar-System |
| Einzigartigkeit | Winterstrecken (Schneefall, Glatteis) werden hier optimiert |
4. Rotterdam (Niederlande)
Rotterdams Hafenboulevard ist seit 2023 Schauplatz fürs Projekt Future Mobility Hub.
| Innovationsfaktor | Umsetzung |
| Zielgruppe | Arbeiter*innen aus angrenzenden Gewerbezonen |
| Technikpartner | 2getthere & Siemens |
| Besonderheit | Fully-Autonomous-Class (keine Sicherheitsfahrer*innen) |
Weitere Vorreiter
| Stadt | Umsetzung | Bemerkenswert |
| Berlin | Teststrecke Tempelhof | Schwerpunktrouten im Industriegebiet |
| Stockholm | Djurgårdsfärjan-Wasserbusse | Kombination Schwimmbad-Link |
| Gothenburg | Lindholmen Science Park | Studentenverkehr satt Buskapazitäten |
| Zagreb | Stadtzentrum – Glavni Kolodvor | Integration älterer Infrastruktur |
Hintergrund: Tampere (Finnland) und Lyon (Frankreich) arbeiten an Hybridlösungen (Mischbetrieb mit klassischen Bussen).
Herausforderung und Chancen
Auch wenn Städte like Köln oder Wien noch abwarten, sehen Expert*innen Potenzial:
Kritische Sicherheitsfragen
- Handlungsprogramme: Wie reagieren Busse im Notfall (z.B. plötzliche Baustellensperren)?
- Versicherungsfragen: Haftungsrecht bei Unfällen ist (besonders in Deutschland) noch ungeklärt.
Wirtschaftliche Vorteile
| Aspekt | Vorteil |
| Betriebskosten | Sinken um ca. 25% pro Einheit Dank Automatik |
| Personalausstattung | Reduktion des Fahrpersonalbedarfs |
Zukunft und Umsetbarkeit
Die EU fördert Projekte wie Zero Emission Bus Regions, doch lokale Bürokratie bremst.
Mögliche Lösungswege:
- Testareale mit Begrenzungen (z.B. abgetrennte Bahnen)
- Public-Private Partnerships (z.B. Zusammenarbeit mit Wayve oder Navya)
