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9 Insurtech-Produkte mit dem schnellsten Nutzerwachstum auf dem deutschen Versicherungsmarkt

Versicherung war in Deutschland lange ein Thema für Ordner, Briefe und Beratungstermine. Viele Verträge lagen irgendwo in der Schublade. Man zahlte jeden Monat, aber kaum jemand wusste genau, was wirklich drinstand.

Das ändert sich langsam, aber deutlich. Immer mehr Menschen wollen ihre Versicherungen online abschließen, per App verwalten und Schäden ohne Papierkram melden. Genau hier wachsen neue digitale Anbieter.

Der GDV meldete, dass 2024 bereits 22 Prozent der Versicherungsverträge digital abgeschlossen wurden. 2023 waren es 20 Prozent, 2022 noch 18 Prozent. Auch Bitkom sieht den Trend klar: 2026 hatten 89 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal online eine Versicherung abgeschlossen.

Dieser Artikel zeigt 9 Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum im deutschen Versicherungsmarkt. Die Liste ist bewusst sauber aufgebaut. Nicht jeder Anbieter veröffentlicht aktive Nutzerzahlen. Deshalb zählen hier auch andere harte Signale: Kundenzahlen, Vertragsbestände, App-Reichweite, Produktstarts, Partnernetzwerke und Übernahmen.

Warum digitale Versicherungsprodukte jetzt so stark wachsen

Der deutsche Versicherungsmarkt ist nicht gerade für schnelle Veränderungen bekannt. Viele Menschen vertrauen noch immer auf bekannte Marken, Makler oder alte Verträge.

Trotzdem verschiebt sich der Markt. Der Grund ist einfach: Nutzer wollen weniger Aufwand.

Sie wollen wissen:

  • Welche Verträge habe ich?
  • Was zahle ich?
  • Was ist wirklich versichert?
  • Kann ich den Schaden direkt melden?
  • Kann ich kündigen oder wechseln, ohne ewig zu telefonieren?

Genau diese Fragen beantworten moderne Insurtech-Produkte besser als viele alte Prozesse.

Dazu kommt ein zweiter Trend: Versicherung taucht heute direkt im Alltag auf. Beim E-Bike-Kauf. Beim Handy. Beim Autokauf. Beim Umzug nach Deutschland. Oder beim Login in eine Krankenkassen-App.

Das macht den Markt spannend. Denn Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum verkaufen nicht nur Policen. Sie machen Versicherung einfacher, schneller und greifbarer.

Überblick: 9 Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum

Nr. Produkt Anbieter Schwerpunkt Starkes Wachstumssignal
1 CLARK App CLARK digitaler Versicherungsmanager über 700.000 Nutzer in Deutschland
2 Getsafe App Getsafe App-basierte Versicherungen über 500.000 Kunden
3 Nect Wallet Nect digitale Identität rund 16 Millionen Wallet-Nutzer
4 ottonova App ottonova digitale private Krankenversicherung 52.712 Versicherte in Voll- und Zusatzversicherung 2024
5 Feather Plattform Feather Versicherung für Expats Finanzierung, neue Produkte, Europa-Ausbau
6 Neodigital Online-Tarife Neodigital digitale Sachversicherungen 434.290 Verträge Ende 2024
7 hepster Embedded Insurance hepster E-Bike, Reise, Elektronik, Haustier starkes Partner- und Checkout-Modell
8 simplesurance Embedded Insurance simplesurance / Allianz eingebettete Versicherungen Allianz-Integration und Partnervertrieb
9 FRIDAY Portfolio Allianz Direct / FRIDAY digitale Kfz-Versicherung rund 250.000 Kunden bei Übernahme

Top 9 Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum

1. CLARK App: Versicherungen endlich an einem Ort

CLARK ist eines der bekanntesten digitalen Versicherungsprodukte in Deutschland. Die App sammelt bestehende Verträge, zeigt wichtige Daten an und hilft beim Vergleichen oder Wechseln.

Das klingt simpel. Genau darin liegt aber der Wert.

Viele Menschen haben mehrere Versicherungen, aber keinen echten Überblick. Eine Haftpflicht hier. Eine Hausrat dort. Ein alter Rechtsschutz. Eine Kfz-Police. Vielleicht noch eine Zahnzusatzversicherung. CLARK macht daraus eine digitale Übersicht.

Der Anbieter nennt mehr als 700.000 Nutzer in Deutschland. In Europa sind es laut Unternehmensangaben mehr als 2 Millionen Nutzer.

Der Einstieg ist niedrig. Nutzer müssen nicht sofort eine neue Versicherung kaufen. Sie können erst ihre Verträge hochladen und sehen, was sie eigentlich haben.

Das passt gut zu Menschen, die Ordnung wollen, aber keine Lust auf Aktenordner haben. Die App kann Fristen, Dokumente, Beiträge und Angebote bündeln.

Ein Punkt ist wichtig: Wer CLARK voll nutzt, erteilt meist ein Maklermandat. Das heißt, CLARK betreut die Verträge. Das kann praktisch sein, sollte aber bewusst passieren.

Punkt Details
Produktart digitaler Versicherungsmanager
Zielgruppe Menschen mit mehreren Policen
Größte Stärke Übersicht, Vergleich, digitale Verwaltung
Wachstumssignal über 700.000 Nutzer in Deutschland
Wichtiger Hinweis Maklermandat vorher verstehen

2. Getsafe App: Versicherung für die Smartphone-Generation

Getsafe setzt stark auf mobile Nutzung. Die App soll den Abschluss, die Verwaltung und die Schadenmeldung so einfach wie möglich machen.

Der Anbieter nennt mehr als 500.000 Kunden. Zu den Produkten gehören unter anderem Haftpflicht, Rechtsschutz, Zahnzusatz und weitere Versicherungen.

Getsafe spricht besonders Nutzer an, die klassische Versicherungswege meiden. Sie wollen keine langen Termine. Keine dicken Unterlagen. Keine komplizierten Formulare. Sie wollen eine App öffnen und sehen, was Sache ist.

Das macht Getsafe für junge Erwachsene und digital geprägte Kunden attraktiv. Der Abschluss läuft online. Änderungen und Dokumente liegen in der App. Schäden lassen sich digital melden.

2025 änderte Getsafe seine Strategie. Das Unternehmen richtete sich stärker als Technologie- und Plattformanbieter aus. Das zeigt, wie hart der Insurtech-Markt ist. Reichweite allein reicht nicht. Auch Schadenquoten, Kosten und starke Risikoträger zählen.

Für Nutzer bleibt Getsafe trotzdem eines der sichtbarsten Beispiele für mobile Versicherung in Deutschland.

Punkt Details
Produktart App-basierte Versicherung
Zielgruppe junge Erwachsene, mobile Nutzer
Größte Stärke schneller Abschluss und einfache Verwaltung
Wachstumssignal über 500.000 Kunden
Wichtiger Hinweis Risikoträger und Bedingungen prüfen

3. Nect Wallet: Digitale Identität für Versicherte

Nect ist kein klassischer Versicherer. Trotzdem spielt die Nect Wallet im Versicherungsumfeld eine große Rolle.

Die App hilft Nutzern, ihre Identität digital nachzuweisen. Das ist besonders wichtig bei Krankenkassen, Gesundheits-Apps und anderen regulierten Diensten.

Früher bedeutete Identitätsprüfung oft PostIdent, VideoIdent oder Papierkram. Heute wollen viele Nutzer diesen Schritt direkt am Smartphone erledigen.

Nect nennt rund 16 Millionen Wallet-Nutzer in Europa. Das ist ein starkes Signal. Die Lösung wächst nicht über klassische Versicherungsverträge, sondern über digitale Infrastruktur.

Der Nutzen ist klar. Wer sich schneller identifizieren kann, kommt schneller in digitale Services. Das betrifft Krankenkassen-Apps, Gesundheitsportale und Versicherungsprozesse.

Je mehr Versicherer digitale Zugänge anbieten, desto wichtiger werden solche Identitätslösungen. Nect profitiert genau von diesem Wandel.

Punkt Details
Produktart digitale ID-Wallet
Zielgruppe Versicherte, Krankenkassen, Versicherer
Größte Stärke schneller Identitätsnachweis
Wachstumssignal rund 16 Millionen Wallet-Nutzer
Wichtiger Hinweis Datenschutz und Freigaben prüfen

4. ottonova App: Private Krankenversicherung ohne Papierchaos

Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum

ottonova ist Deutschlands erste digitale private Krankenversicherung. Die App ist hier nicht nur ein nettes Extra. Sie gehört zum Kern des Produkts.

Versicherte können Rechnungen einreichen, Dokumente verwalten und Kontakt aufnehmen. Alles läuft digitaler als bei vielen klassischen PKV-Anbietern.

ottonova erhielt 2017 die BaFin-Lizenz. Für 2024 werden 52.712 Versicherte in Voll- und Zusatzversicherung genannt. Besonders auffällig ist das Wachstum bei Vollversicherten. Ein Branchenbericht sprach von einem Plus von 40,3 Prozent auf 5.470 Vollversicherte.

Das klingt im Vergleich zu großen PKV-Anbietern noch klein. Aber im eher langsamen PKV-Markt ist dieses Wachstum sichtbar.

ottonova passt zu Menschen, die private Krankenversicherung wollen und digitale Abläufe schätzen. Gerade Selbstständige, Beamte und gut verdienende Angestellte schauen sich solche Angebote an.

Trotzdem gilt: Private Krankenversicherung ist keine schnelle App-Entscheidung. Beiträge, Alter, Familienplanung, Tarifwechsel und Einkommen müssen langfristig passen.

Punkt Details
Produktart digitale private Krankenversicherung
Zielgruppe Selbstständige, Beamte, gut verdienende Angestellte
Größte Stärke App-Service und digitale Erstattung
Wachstumssignal 52.712 Versicherte in Voll- und Zusatzversicherung 2024
Wichtiger Hinweis langfristige Beitragsentwicklung prüfen

5. Feather Plattform: Versicherung für Expats in Deutschland

Feather löst ein Problem, das viele internationale Menschen in Deutschland kennen: Das Versicherungssystem ist schwer zu verstehen.

Welche Krankenversicherung braucht man? Reicht eine Haftpflicht? Was ist mit Berufsunfähigkeit? Was gilt für Selbstständige? Und was bedeuten all diese deutschen Begriffe?

Feather richtet sich genau an diese Zielgruppe. Die Plattform bietet digitale Versicherungen für Expats, internationale Fachkräfte und Studierende. Dazu gehören unter anderem Krankenversicherung, Haftpflicht, Business-Versicherung und weitere Policen.

Der Ansatz ist klar: weniger Bürokratie, mehr verständliche Führung.

2024 sammelte Feather 6 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierung ein. 2025 startete das Unternehmen außerdem eine digitale Kfz-Versicherung für Expats in Deutschland, Frankreich und Spanien. Partner waren unter anderem Allianz, Helvetia und VHV.

Feather wächst nicht über den klassischen Massenmarkt. Es wächst über eine sehr klare Zielgruppe. Das macht das Produkt stark. Denn Expats brauchen oft schnell eine passende Absicherung und verständliche Hilfe.

Punkt Details
Produktart digitale Versicherungsplattform
Zielgruppe Expats, internationale Fachkräfte, Studierende
Größte Stärke einfache Sprache und digitale Beratung
Wachstumssignal Finanzierung und neue europäische Produkte
Wichtiger Hinweis Risikoträger und Leistungsumfang prüfen

6. Neodigital Online-Tarife: Digitale Sachversicherung mit großem Bestand

Neodigital bietet digitale Schaden- und Unfallversicherungen. Dazu zählen Haftpflicht, Hausrat, Fahrrad, Handy und Tierhalterhaftpflicht.

Der Anbieter setzt stark auf digitale Prozesse. Verträge sollen schnell angelegt werden. Schäden sollen einfacher laufen. Dokumente sollen online verfügbar sein.

Ende 2024 lag der SHU-Gesamtbestand laut Berichten bei 434.290 Verträgen. Das ist ein klares Wachstumssignal.

Neodigital zeigt aber auch die harte Seite des Marktes. 2025 wurde bekannt, dass der Anbieter zum 1. Januar 2026 einen Teil ausgewählter SHU-Verträge beenden wollte. Laut Berichten waren weniger als 3 Prozent des Bestands betroffen.

Das ist wichtig. Denn schnelles Wachstum ist im Versicherungsgeschäft nur dann gut, wenn die Verträge auch tragfähig bleiben. Zu viele schlechte Risiken können später zu Anpassungen führen.

Für Nutzer heißt das: Digitale Prozesse sind gut. Aber auch Beitragsentwicklung, Kündigungsregeln und Schadenservice zählen.

Punkt Details
Produktart digitale Sachversicherung
Zielgruppe Privatkunden und Vertriebspartner
Größte Stärke digitale Prozesse und schneller Abschluss
Wachstumssignal 434.290 Verträge Ende 2024
Wichtiger Hinweis Beitragsänderungen und Vertragsstabilität beachten

7. hepster Embedded Insurance: Schutz direkt beim Kauf

hepster steht für eingebettete Versicherung. Das heißt: Der Schutz wird direkt dort angeboten, wo der Bedarf entsteht.

Du kaufst ein E-Bike? Dann erscheint die passende Versicherung im Kaufprozess. Du buchst eine Reise? Dann kann der Schutz direkt mit angeboten werden. Du kaufst Elektronik oder Equipment? Auch dort passt das Modell.

Diese Art von Versicherung fühlt sich weniger wie ein klassischer Abschluss an. Sie ist näher am Moment des Kaufs.

hepster setzt auf digitale Abschlüsse und digitalen Schadenservice. Der Anbieter ist besonders in Bereichen wie E-Bike, Fahrrad, Elektronik, Haustier, Reise und Equipment sichtbar.

Ein Wachstumstreiber ist der Partnervertrieb. Händler und Plattformen können Versicherungen direkt in ihre Abläufe einbauen. So erreicht hepster Nutzer, ohne dass diese aktiv nach einer Versicherung suchen müssen.

Für Verbraucher ist das bequem. Trotzdem sollten sie die Bedingungen lesen. Gerade bei eingebetteten Versicherungen übersieht man schnell Ausschlüsse.

Punkt Details
Produktart eingebettete Versicherung
Zielgruppe Käufer von E-Bikes, Elektronik, Reisen und Equipment
Größte Stärke Abschluss direkt im Kaufprozess
Wachstumssignal Partnervertrieb und Expansion
Wichtiger Hinweis Ausschlüsse und Schadenregeln lesen

8. simplesurance Embedded Insurance: Versicherung im Checkout

simplesurance gehört zu den frühen deutschen Insurtechs im Bereich Embedded Insurance. Das Unternehmen wurde 2012 gegründet und ist seit 2022 Teil von Allianz.

Das Produkt ist keine klassische App für Endkunden. Es ist eher eine Plattform im Hintergrund. Partnerunternehmen können darüber Versicherungen direkt in Kauf-, Buchungs- oder Finanzierungsprozesse einbauen.

Das betrifft unter anderem E-Commerce, Banken, Reisen, Automotive und Cyber-Angebote.

Der Vorteil liegt in der Reichweite. Ein Versicherer oder Plattformanbieter muss Nutzer nicht einzeln über Werbung gewinnen. Der Schutz erscheint direkt im passenden Moment.

Allianz richtete simplesurance stärker auf das Kerngeschäft Embedded Insurance aus. Das macht den Anbieter für den deutschen Markt wichtig.

simplesurance zeigt: Nicht jedes wachsende Insurtech-Produkt ist für Verbraucher sofort sichtbar. Manchmal steckt die Technik einfach im Checkout.

Punkt Details
Produktart Embedded-Insurance-Plattform
Zielgruppe Händler, Banken, Plattformen, Reiseanbieter
Größte Stärke Versicherung direkt im digitalen Kaufprozess
Wachstumssignal Allianz-Integration und Partnerfokus
Wichtiger Hinweis Tarifdetails im Checkout genau prüfen

9. FRIDAY Portfolio: Digitaler Kfz-Bestand bei Allianz Direct

FRIDAY war eines der bekanntesten digitalen Versicherungsmodelle im deutschen Kfz-Markt. Der Anbieter stand für Online-Abschluss, einfache Verwaltung und digitale Prozesse.

Heute ist FRIDAY vor allem als Beispiel für Konsolidierung wichtig. Allianz Direct übernahm das Versicherungsportfolio von FRIDAY in Deutschland und Frankreich.

Dabei kamen rund 250.000 Kunden zu Allianz Direct. Laut Allianz sollte das Unternehmen damit gemessen am Prämienvolumen zur Nummer drei im deutschen Markt für Kfz-Direktversicherungen werden.

Das ist kein klassisches organisches Nutzerwachstum. Es ist Wachstum durch Übernahme. Trotzdem gehört der Fall in diese Liste. Er zeigt, wie wertvoll digitale Kundenbestände geworden sind.

Für Kunden ist jetzt wichtig, wer Ansprechpartner ist, welche Bedingungen gelten und wie der Übergang läuft.

FRIDAY zeigt auch: Im Insurtech-Markt gewinnen nicht immer die Startups allein. Oft kaufen große Versicherer digitale Bestände, Technik oder Marken ein.

Punkt Details
Produktart digitales Kfz- und Sachversicherungsportfolio
Zielgruppe Kfz-Kunden und digitale Direktkunden
Größte Stärke großer digitaler Kundenbestand
Wachstumssignal rund 250.000 Kunden bei Allianz Direct
Wichtiger Hinweis Übergang und Vertragsbedingungen prüfen

Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum: Worauf Nutzer achten sollten

Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum wirken oft frischer als klassische Versicherungen. Die Apps sind schöner. Die Sprache ist einfacher. Der Abschluss geht schneller.

Das ist gut. Aber es reicht nicht.

Versicherung bleibt ein Vertrag. Und dieser Vertrag zählt im Schadenfall.

Vor dem Abschluss sollten Nutzer diese Fragen prüfen:

  • Wer ist der echte Versicherer?
  • Ist der Anbieter Makler, Vermittler, Plattform oder Risikoträger?
  • Welche Schäden sind versichert?
  • Welche Ausschlüsse gibt es?
  • Wie schnell läuft die Schadenmeldung?
  • Gibt es menschliche Hilfe bei schwierigen Fällen?
  • Wie einfach ist die Kündigung?
  • Wie verdient der Anbieter Geld?
  • Gibt es Hinweise auf Beitragsanpassungen oder Bestandsbereinigung?

Eine gute App spart Zeit. Eine schlechte Police kostet im Ernstfall Geld. Deshalb lohnt sich der zweite Blick.

Welche Produkte wurden nach der Prüfung nicht aufgenommen?

Lemonade ist ein gutes Beispiel. Das Unternehmen ist weiterhin in Deutschland aktiv und bietet digitale Versicherungen an.

Für diese Liste reicht die aktuelle Datenlage aber nicht. S&P Global berichtete im April 2026, dass Lemonades Bruttobeiträge in Deutschland 2025 um 10,8 Prozent auf 804.883 Euro gefallen sind. Auch 2024 waren sie bereits gesunken.

Das heißt nicht, dass Lemonade ein schlechtes Produkt ist. Es heißt nur: Für eine Liste über schnelles Nutzerwachstum in Deutschland ist der Beleg zu schwach.

Auch Wefox steht nicht in dieser Liste. Der Anbieter war früher einer der bekanntesten deutschen Insurtech-Namen. 2024 meldete Wefox aber den Ausstieg aus dem deutschen Versicherungsmarkt.

Diese Beispiele zeigen: Der Markt wächst, aber er sortiert sich auch neu.

Fazit

Der deutsche Versicherungsmarkt wird digitaler. Nicht laut und plötzlich, sondern Schritt für Schritt. Mehr Menschen schließen online ab. Mehr Verträge laufen über Apps. Mehr Versicherungen tauchen direkt im Kaufprozess auf.

Die besten Insurtech-Produkte mit schnellem Nutzerwachstum lösen echte Probleme. CLARK bringt Ordnung. Getsafe macht App-Versicherung einfacher. Nect erleichtert digitale Identität. ottonova bringt die PKV aufs Smartphone. Feather hilft Expats. Neodigital, hepster und simplesurance zeigen, wie stark digitale und eingebettete Modelle geworden sind. FRIDAY zeigt, wie wertvoll digitale Kundenbestände für große Versicherer sind.

Häufige Fragen zu Insurtech-Produkten in Deutschland

Sind Insurtech-Produkte sicher?

Ja, wenn der Versicherer oder Risikoträger korrekt reguliert ist. Nutzer sollten aber prüfen, mit wem sie den Vertrag wirklich schließen. Nicht jede App ist selbst ein Versicherer.

Sind digitale Versicherungen immer günstiger?

Nein. Manche Angebote sind günstiger. Andere sind vor allem schneller, einfacher oder besser bedienbar. Der Preis allein sollte nicht entscheiden.

Welche Versicherungen passen gut zu digitalen Anbietern?

Einfache Policen passen besonders gut. Dazu zählen Haftpflicht, Hausrat, Fahrrad, Elektronik, Reise, Tierhalterhaftpflicht und Kfz. Komplexe Produkte wie PKV oder Berufsunfähigkeit brauchen mehr Beratung.

Was bedeutet Embedded Insurance?

Embedded Insurance bedeutet, dass Versicherung direkt in einen Kauf- oder Buchungsprozess eingebaut wird. Zum Beispiel beim E-Bike-Kauf, bei einer Reisebuchung oder im Online-Shop.

Was ist der Unterschied zwischen Insurtech und Direktversicherer?

Ein Direktversicherer verkauft meist ohne Filialnetz. Ein Insurtech setzt stärker auf Technologie, Apps, Automatisierung, digitale Identität oder eingebettete Angebote.

Können Insurtechs übernommen werden?

Ja. FRIDAY zeigt das deutlich. Das Portfolio wurde von Allianz Direct übernommen. Für Kunden zählen dann Übergang, Ansprechpartner und Vertragsbedingungen.

Warum nennen nicht alle Anbieter Nutzerzahlen?

Im Versicherungsmarkt sind aktive Nutzerzahlen weniger üblich als bei Social-Media-Apps. Viele Anbieter nennen lieber Kunden, Verträge, Prämienvolumen, Bewertungen oder Partnerzahlen.